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Meine Erstbegehung mit Hans Kammerlander

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Auf einer Erstbegehung mit Hans Kammerlander. (© H. Finkel)Plätzwiese, Hochpustertal, der 23. September 2012. Hanna aus der outdooractive.com-Redaktion war einen Tag lang mit der Bergsteiger-Koryphäe Hans Kammerlander im Naturpark Fanes-Sennes-Prags unterwegs und hat mit ihm sogar eine Erstbegehung unternommen. Der Strudelkopf-Gipfel (2307 m) am Heimkehrerkreuz zu oberst des Plätzwiesen-Hochplateaus ist an sich nicht der Rede wert, aber in Gesellschaft mit einem der größten Bergsteiger aller Zeiten ein einmaliges Erlebnis.

Die leckere, aber mächtige Polenta auf dem Berggasthof Plätzwiese. (© H. Finkel)

Die Südtiroler Polenta mit Käse überbacken im Berggasthof an der Plätzwiese auf 2000 Metern ü. NN hat es in sich. Ich schnaufe schwer bei den letzten Löffeln und gebe dann doch auf. Ist es vielleicht die dünne Luft hier oben? Wahrscheinlich nicht. Ich werde etwas unruhig, schließlich steht mir noch eine Erstbegehung mit dem berühmten Südtiroler Alpinisten Hans Kammerlander bevor. Da ist es doch verständlich, dass ich dabei keine schlechte Figur abgeben will. Währenddessen sieht Hans meine Not und den sich ausbreitenden Käseklumpen in meinem Magen und serviert mir einen Zirbenspitz, einen traditionellen Südtiroler Schnaps und „Magenaufräumer“. Die klare Spirituose tut ihre Wirkung. Mehr als gestärkt trete ich mit Hans die Bergtour zum Strudelkopf (2307 m) an, die selbst für den berühmten Lokalmatador eine Erstbegehung darstellt. Mit dem Erfolg an den “Seven Second Summits”, wie sein letztes Alpinprojekt lautet, ist er ja auch Höheres gewohnt.

Kammerlanders Seven Second Summits

Über die Berge um die Welt. „Jahrelang hatte ich nur Augen für Wände und Gipfel. In einem regelrechten alpinen Wettlauf bin ich auf die Achttausender dieser Erde gestürmt. Mittlerweile bin ich weitsichtiger geworden: Auf meinem Weg zu den „Seven Second Summits“ – den zweithöchsten Bergen eines jeden Kontinents  – sehe ich nicht mehr nur noch die Berge, sondern auch die Kulturen. Die Menschen geben den Bergen ein Gesicht (…). Staunen wir gemeinsam – über die Kraft, die uns treibt und über die Schöpfung, die uns zu Füßen liegt.“ Diesem Statement verleiht Hans durch seine Dokumentation über die Besteigung der Seven Second Summits einen mehr als glaubwürdigen Ausdruck. Weitere Infos zu seinem Projekt „Seven Second Summits“ sowie die aktuellen Tour-Daten des Dia- und Filmvortrags findet Ihr hier.

„Die Berge, sie haben mich das Staunen gelehrt…

Auf eine Gipfelzigarette mit Hans Kammerlander. (© H. Finkel) …nicht nur auf der weiten Welt, sondern auch zu Hause in Südtirol!“, so der Alpinist Hans Kammerlander. Hans’ Faszination für die Bergwelt spürt man bei jedem Satz, den er über die Berge von sich gibt. Während unseres gemütlichen Aufstiegs zum Gipfel gerät er immer wieder ins Schwärmen über seine Heimat Südtirol und die Dolomiten. Euphorisch erklärt er mir die umliegende Bergwelt, nennt mir die uns sichtbaren Gipfel und erzählt von seinen Abenteuern und bevorstehenden alpinen Projekten. Auf die Frage, wie er sich auf eine herausfordernde und schwere Expedition vorbereite, antwortet er nur, dass er weiter wie bisher in die Berge gehe. Am liebsten fahre er mit seinem Oldtimer die Passstraßen hinauf und unternähme dann einige Touren auf seine Heimatgipfel. Einen speziellen Ernährungsplan habe er nicht. Während einer Tour stärke er sich mit gutem regionalen Speck, Käse und Brot und genieße am Abend ein feines Glas Südtiroler Wein. Man glaubt es kaum, die Gipfelzigarette darf bei ihm auch nicht fehlen, und so rauchen wir beide gegen Nachmittag am Gipfel des Strudelkopfes gemeinsam eine “Fluppe” und genießen die Aussicht auf die Drei Zinnen. Bei dieser Bergtour ist der Weg das Ziel und das Wandern mit Hans Kammerlander höchstpersönlich für mich ein unvergessliches Erlebnis.

Der Weg ist das Ziel…

Auf der Dürrensteinhütte gab es einen Zirbenspitz. (© H. Finkel) …und wenn Bergführer wie Hans Kammerlander oder Christoph Hainz in den Dolomiten unterwegs sind, dann werden gerne Marschpausen an den Berggasthöfen und Almen auf dem Weg eingelegt. Schließlich kennen sie nicht nur die Gastwirte persönlich, sondern treffen auch immer wieder bekannte Gesichter in den gemütlichen Almstuben. Auch gilt es unter den Südtiroler Bergführern als ungeschriebenes Gesetz, dass bei jeder Almwirtschaft ein “Kurzer2 gehoben wird. In Kombination mit Hans unnachahmlichem Humor, gestaltet sich der darauf folgende Abstieg als feucht-fröhliche Angelegenheit. Ein Jammer, dass ich mir all seine Witze einfach nicht merken konnte.

Wer wie ich einmal in den Genuss einer gemeinsamen Wanderung mit Hans Kammerlander kommen möchte, dem seien seine 24- und 36-Stunden-Wanderungen empfohlen, die mittlerweile zu den bedeutendsten Ausdauer-Events in den Alpen zählen. Ihr begebt Euch dabei auf eine Suche nach den Grenzen. “Wer eine solche Herausforderung annimmt, wird lange davon zehren  - und noch länger davon erzählen. Denn es gibt wohl kaum einen interessanteren Weg um zu erkennen, wie es sich anfühlt, wenn man über seine Grenzen geht…”, so Hans über seine Tour rund um die weltberühmten Drei Zinnen und ins Dolomiten-Weltnaturerbe der UNESCO. Falls Ihr nun neugierig geworden seid, bekommt Ihr hier alle notwendigen Informationen.

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Kommentare

  1. Anonymous
    07.12.2012 11:14

    [...] Jahre lang war Hans Kammerlander mitten drin im „Wettkampf um die höchsten Berge der Welt“. Immer wieder zog es ihn in jungen [...]

  2. Geiges Bernhard
    19.01.2013 23:03

    Hallo Hans !
    Für mich bist du immernoch der sympathieste Bergsteiger,den ich kenne.
    Nie ist dir dein Erfolg zu Kopf gestiegen.Du bist immer normaler Mensch geblieben.
    Weiterhin viel Erfolg und Gesundheit,und noch viel Spaß in den Bergen.
    Mit freundlichem Gruß Bernhard

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