Fahrradfahren extrem: die Vätternrundan 2012 Teil II
300 km Streckenlänge, 23.000 Teilnehmer, unzählige Bananen und Badewannen voll mit Blaubeersuppe, das sind die Eckdaten der Vätternrundan in Schweden, der größten Amateurfahrradtour der Welt. Auch outdooractive.com war mit einer kleinen Delegation vertreten und ließ ordentlich Körner auf der Strecke. (Zum ersten Teil des Berichts geht es hier.)
Warum der See uns besiegte
Zum einen hat die Streichschokolade gefehlt, was eine optimale Vorbereitung quasi unmöglich gemacht hat.
Darüber hinaus hat es um Mitternacht angefangen erbarmungslos zu regnen und zu regnen und zu regnen… Wären wir etwas früher oder später gestartet, hätten wir vielleicht mehr Glück gehabt, aber so mussten wir bei 10 Grad Außentemperatur und völlig durchnässt zitternd weiterfahren.
Im ersten Depot versorgten wir uns dann mit sauren Gurken, Milchbrötchen und ein paar Bananen. Insgesamt kümmern sich auf und an der Strecke über 4.000 freiwillige Helfer um das Wohl der Teilnehmer. In den neun Depots gibt es energiereiches Essen und Trinken, Massagen und einen Fahrradreparaturservice. Dazu kommen noch unzählige Zuschauer am Wegesrand, die die Fahrer anfeuern, ihnen Hotdogs grillen oder versuchen sie mit Spruchbannern und lustigen Aktionen zum Durchhalten zu motivieren. Jedes Jahr freut man sich zum Beispiel auf die Cheerleader-Gruppe oder die Party an einem großen Whirlpool-Bottich, in den man am liebsten selbst mit reinspringen würde.
Das Motivieren funktionierte! Wir fuhren weiter durch den Regen und hofften auf den Morgen sowie eine damit einhergehende Wetterverbesserung. Aber anstelle des Sonnenaufganges und der Chance vielleicht wieder zu trocknen, zogen um vier Uhr nur noch größere Regenwolken auf und wir froren immer mehr durch. Die leichten und atmungsaktiven Windjacken klebten nass an unseren Oberkörpern und wir wünschten uns nichts mehr als die hermetisch abgeschlossenen Regenjacken, die wir leider zu Hause gelassen hatten.
Da half auch die sehnlichst erwartete und sehr schmackhafte Blaubeersuppe im dritten und vierten Depot nicht mehr viel. Nach intensiven Überlegungen sind wir trotzdem wieder auf die Räder gestiegen und weitergefahren. Es war mittlerweile sechs Uhr morgens, unsere Socken und Trikots hatten wir notdürftig ausgewrungen, die kleinen Seen aus unseren Schuhen gekippt und die Trinkflaschen mit quietschsüßem Honigwasser – ein wahres Powergetränk – gefüllt. Es regnete jedoch unbarmherzig weiter, das Wasser kam von überall her und selbst beim Strampeln klapperten unsere Unterkiefer um die Wette.
Genug ist genug
Als wir dann der Ehre halber ein gutes Stück über die Hälfte der 300 km geschafft hatten und unsere Finger so steif waren, dass wir schon seit mehreren Stunden nur noch mit den Handballen schalten und bremsen konnten, siegte schließlich der übermächtige Wunsch nach einer heißen Dusche und warmen Klamotten. Wie viele andere auch, luden wir unsere Räder in einen LKW und fuhren mit dem Bus zurück nach Motala.
Nächstes Jahr wieder!
Trotzdem, die Mehrzahl der Teilnehmer hat eisern durchgehalten und die erfolgreichen Fahrer trugen stolz ihre Medaillen, die jeder für den Zieleinlauf bekommt. Nächstes Jahr schaffen auch wir wieder die gesamte Runde, egal welches Wetter uns erwartet! Vielleicht dann doch mit ein bisschen mehr Vorbereitung, aber auf jeden Fall mit einer wasserdichten Regenjacke und mit ordentlich Streichschokolade zum Frühstück.
Also gemäß des offiziellen Mottos der Vätternrundan: See you in Motala!
Den kompletten Tourverlauf mit Karte, GPX-Track, PDF-Download und weiteren Informationen habe ich hier für Euch zusammengestellt.
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29.06.2012 08:50
[...] (Weiter geht es im nächsten Teil.) Mitte Juni war es wieder soweit: Die Vätternrundan, die größte Amateurfahrradtour der Welt, lockte wieder über 23.000 Teilnehmer in das kleine fahrradverrückte Städtchen Motala in Süd-Schweden. Auch ich habe mich mit ein paar Freunden auf den Weg gemacht, um mich an meine vierte Seenumrundung zu wagen. [...]
29.06.2012 17:32
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30.06.2012 03:16
Ich hatte auf 170km dieses herrliche Wetter bei der Rundan, an der ich erstmalig teilgenommen habe. Während der Strecke oftmals gedacht: Warum tue ich mir das an, warum liege ich nicht einfach im warmen, trockenen Bett?
20km vor Motala (der Regen hatte endlich aufgehört, die Haut brauchte trotzdem mehrere Stunden um zu entschrumpeln) dachte ich: Yeah, Vättern, gleich hab ich dich umrundet und dann nie wieder!!!
Keine Stunde nach Zieleinlauf höre ich mich sagen: Also nächstes Jahr werde ich mit meinem Feltrenner fahren.
Großartig… gerade weil man sich durch Grützewetter vom Feinsten erfolgreich gekämpft hat und auch meine Füße -die ich seit Hjo nicht mehr gespürt habe- haben widererwarten keine Erfrierungen davon getragen
09.08.2012 08:23
Respekt !!
Wer das geschafft hat, darf echt stolz auf sich sein. Aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern immer die nächste Vättern im Auge behalten!
Viel Spaß bei der Vorbereitung und Beste Grüße,
Matthias.