Fahrradfahren extrem: die Vätternrundan 2012 Teil I
Mitte Juni war es wieder soweit: Die Vätternrundan, die größte Amateurfahrradtour der Welt, lockte wieder über 23.000 Teilnehmer in das kleine fahrradverrückte Städtchen Motala in Süd-Schweden. Auch ich habe mich mit ein paar Freunden auf den Weg gemacht, um mich an meine vierte Seenumrundung zu wagen. Dass es die 300 km ordentlich in sich haben würden, wussten wir also schon vorher, aber dieses Jahr sollte alles anders werden.
Seit 1966 gibt es diese jährliche Tour um den zweitgrößten See Schwedens und hat sich seitdem zu einem grandiosen Volksfest entwickelt. Es geht nicht darum, als Erster anzukommen, sondern darum das Ziel überhaupt zu erreichen und dabei trotz schmerzender Knochen und tauber Gesäßmuskeln auch noch jede Menge Spaß zu haben. Den kompletten Tourverlauf mit Karte, GPX-Track, PDF-Download und weiteren Informationen habe ich Euch hier zusammengestellt.
Anreise und verrückte Fahrradfahrer
Schon als meine Freundin und ich in Memmingen in den Flieger stiegen, gab es die erste Überraschung: Meine lebensnotwendige Streichschokolade im Handgepäck wurde als „Flüssigkeit“ deklariert und musste am Boden bleiben. Zum Glück hat mit dem Transport meines Rennrades alles geklappt, denn meine Freunde Chris und Michael haben sich mit Familie und Wohnmobil auf den Weg gemacht und das Rad hinten draufgeschnallt.
Nach der Ankunft in Schweden und der Anmeldung in Motala haben wir noch ein, zwei, drei essentielle Einkäufe in der riesigen Fahrrad-Messehalle getätigt und uns dann schlafen gelegt, um für den abendlichen Start fit zu sein. An Schlaf war aber natürlich nicht zu denken. Die steigende Unruhe auf dem Campingplatz – immer wieder platzten Reifen bei dem Versuch, sie bis zum Maximum aufzupumpen – und unsere wachsende Nervosität hielten uns erfolgreich wach.
Von 19.30 Uhr bis weit in die Morgenstunden hinein starten alle zwei Minuten 60 Fahrer. Das ergibt dann eine endlos lange Perlenkette radelnder Verrückter. Allen voran die „Pioniere“, die von Anfang an jedes Jahr dabei waren, also schon den einen oder anderen Lenz erlebt haben. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie einer von ihnen es niemals ohne fremde Hilfe auf sein Fahrrad geschafft hätte, aber als die Klickpedale eingerastet waren fröhlich drauflosstrampelte. Auch sehr bekannt ist die Gruppe Schweizer Soldaten, die in voller Kampf-Montur auf ihren zentnerschweren Stahlrädern um den See heizen.
Training und Start
Für unsere Startgruppe ertönte dann um 22.40 Uhr das Startsignal: „piep, piep, piep, piiiiep“ und auf ging‘s.
Zuvor noch kurz ein Wort zu unserem Trainingsstand: Um uns auf die 300 km lange Tour vorzubereiten, sind Christian und ich zu Ostern einmal 70 km und dann noch eine 37 km lange Runde um die Thaler Höhen gefahren. Das war vielleicht etwas zu wenig, denn um die Vätternrundan zügig zu überstehen, werden mindestens 1.300 Trainingskilometer empfohlen. Michael hat sich daran gehalten und ist deswegen, wie abgesprochen, auch gleich nach dem Start abgedüst. Aber die letzten drei Male hat es bei Chris und mir auch geklappt und wir sind immer ins Ziel gekommen, also warum nicht auch dieses Jahr wieder?
Nach 187 km sollten wir gleich mehrere Antworten auf diese Frage haben!
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Kommentare
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29.06.2012 08:02
[...] 300 km Streckenlänge, 23.000 Teilnehmer, unzählige Bananen und Badewannen voll mit Blaubeersuppe, das sind die Eckdaten der Vätternrundan in Schweden, der größten Amateurfahrradtour der Welt. Auch outdooractive.com war mit einer kleinen Delegation vertreten und ließ ordentlich Körner auf der Strecke. (Zum ersten Teil des Berichts geht es hier.) [...]
24.07.2012 11:20
[...] der extremeren Art. Beispielsweise wie outdooractive.com-Redakteur Matthias in Schweden auf der Vätternrundan unterwegs war oder wie sich die beiden Zwillingsbrüder Paul und Hansen Hoepner von Berlin aus auf [...]