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Ernährung auf Trekking-Touren

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Erika Spengler, Bloggerin, outdooractive.com-Redakteurin und leidenschaftliche Bergsportlerin sammelte bereits in  Ländern wie Neuseeland, Tasmanien und Skandinavien Trekking-Erfahrung. Momentan bereitet sie sich auf ihren sechswöchigen Track auf dem Via Alpina vor – einem alpinen Pfad, der sich auf 5.000 Kilometern von Monaco über den gesamten Alpenkamm bis nach Triest erstreckt. Anfang Juli wird sie am Fuße des Mont Blanc beginnen und ihre Erlebnisse in regelmäßigen Berichten auf ihrem Blog www.ulligunde.com beschreiben. Bis dahin erklärt sie auf outdooractive.com noch die wichtigsten Tipps und Tricks rund um das Thema Trekking. Wir wünschen ihr schon jetzt viel Erfolg und gutes Gelingen!

Im letzten Artikel ging es um die Herausforderung, völlig autark mit eigenem Zelt zu trekken. Einerseits stellt das eine hohe Anforderung an gute und leichte Ausrüstung, andererseits bedarf es dann auch gewisser Recherche, um nicht tagein tagaus Spaghetti essen zu müssen.

Trekkingnahrung dörren

Chinagemüse und Chili con Carne aus dem Dörrautomat

Chinagemüse und Chili con Carne aus dem Dörrautomat (c) www.ulligunde.com

Für mehrtägige Trekkingtouren bietet es sich an, sein Essen für die ersten Tage von zu Hause mitzunehmen. Besonders praktisch ist dafür, sich seine Nahrung zu dörren, um Gewicht zu sparen. Man legt seine Speisen ca. 8 Stunden in einen Dörrautomaten (gibt’s ab ca. 40 €). Wenn man dann auf Tour essen möchte, muss man nur noch heißes Wasser aufgießen und einige Minuten warten. Das funktioniert eigentlich mit fast jedem Nahrungsmittel, vorausgesetzt es ist nicht zu flüssig oder enthält zu viel Fett. Letzteres wird bei längerer Lagerung ranzig und damit ungenießbar. Dennoch gibt es fast unendliche Möglichkeiten, welche Speisen man dörren kann, zum Beispiel Nudeln, Reis und Gemüse, aber auch Fleisch, Obst und Früchte. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wer zum Beispiel Himbeeren (o.ä.) trocknet, anschließend pulverisiert und später auf Tour nur ein wenig Wasser dazugibt, hat selbstgemachte Marmelade. Hackfleisch ist auch kinderleicht in der Zubereitung und wer auf einer Reise durch Süd-Afrika oder Amerika der Sucht nach sogenanntem Beef-Jerky bzw. Biltong verfallen ist, kann diese Dörrfleischprodukte auch leicht selbst herstellen.

Dehydrierte Trekkingnahrung

Dehydrierte Trekkingnahrung

Man kann auch auf käufliche dehydrierte Nahrung wie zum Beispiel von Travellunch zurückgreifen. Die Zubereitung auf Tour ist die gleiche, die Päckchen kosten jedoch recht viel (ca. 4 bis 5 € pro Mahlzeit). Dafür kann man sich mit deren Produkten auch über den ganzen Tag retten, es gibt fast nichts, was es nicht gibt: Müsli in sämtlichen Variationen, Fleischgerichte, vegetarische Gerichte, dehydrierten Tee (kein Scherz), Pfannkuchen, Rührei mit Zwiebeln, Milchreis mit Apfel, Pudding…

Bannock, Rührei, Pfannkuchen… Gediegene Outdoorrezepte

Wer nur eine sehr kurze Tour macht oder in einer großen Gruppe unterwegs ist, kann beim Kochen natürlich richtig groß auffahren. Mit etwas Mehl und Hefe lassen sich schon sehr gute Speisen zubereiten, wer dann noch bei Globetrotter oder der traditionellen Bäckerei um die Ecke etwas Milch- und Volleipulver erwerben kann, dem stellen sich fast keine Grenzen mehr:

Bannock vom Lagerfeuer

Bannock vom Lagerfeuer

Bannock zum Beispiel ist ein altes Rezept, mit dem schon die Ureinwohner Schottlands ihr Fladenbrot herstellten. Je nachdem, was der Rucksack hergibt, mischt man Mehl, Hefe/Backpulver und etwas Salz (oder Milch, Ei, Gewürze…) zu einem Teig, lässt ihn so lange gehen, bis er nicht mehr klebt (am besten eingepackt in einer Tüte im Pulli oder im Schlafsack) und brät ihn dann ohne Fett entweder in einer Pfanne oder direkt auf heißen Steinen, bis er goldgelb und knusprig ist. Mit der selbstgemachten Marmelade von oben wird es dann allerdings schwer, sich zum Weitergehen zu motivieren, denn es schmeckt herrlich!

Weitere Möglichkeiten bieten sich jenen, die sogar noch etwas Öl dabei haben. Mehl, Backpulver, Milch, Salz und Zucker (oder eben wieder an die vorrätigen Zutaten angepasst) zu kleinen Bällchen formen und anschließend in Fett frittieren. Mit einem Stückchen Schokolade ist das der Ferrari unter der Outdoornahrung!

Pfannkuchen sind auch eine Möglichkeit – wobei sich da auf kurzen Touren sogar anbietet, die Fertigmischung aus dem Supermarkt zu kaufen (zum Beispiel Mondamin) – da muss man nur noch etwas Milch zugießen, schütteln und braten. Dazu vielleicht ein paar gedörrte Apfelringe?

Einfache Outdoorrezepte: Couscous, Nudeln, Steak

Couscous vom Gaskocher

Couscous mit Limette und Karotte

Natürlich muss man für die erste Tour nicht gleich so groß auffahren, es geht auch wunderbar mit frischen Nahrungsmitteln:  Couscous, Nudeln, rote Linsen oder Kartoffelpüree bieten sich zum Beispiel an.  Mein persönlicher Favorit (nachdem ich mich in Australien fast einen Monat nur von Kartoffelpüree ernährt habe) wurde mit der Zeit Couscous: Man muss nur heißes Wasser aufgießen, fünf Minuten warten und schon ist es bereit zum Verzehr. Zugegebenermaßen schmeckt es pur eher nach nichts, aber so bleiben einem wenigstens zahlreiche Möglichkeit, verschiedene Zutaten zu kombinieren. In Neuseeland gibt es Couscous bereits gemischt in unterschiedlichen Variationen, besonders lecker war das Limettencouscous, das man sich auch ganz leicht selbst zubereiten kann. Eine ausgedrückte Limette über das trockene Couscous geben, eine Karotte und eine (halbe) Zucchini in kleine Würfel schneiden, dazugeben und anschließend mit heißem Wasser übergießen. Lecker!

Oder man nimmt einfach Nudeln/Reis (gibt es teilweise auch schon vorgekocht) und eine Tüte Fertigsoße (Maggi, Knorr…) mit – am besten ist es dann allerdings, vor der Tour schon alles zu mischen und in eine einzelne Tüte zu packen, dann hat man später weniger Müll.

Wer tagsüber im Tal vorbeikommt, kann sich übrigens auch einfach ein Stück Fleisch kaufen und dies entweder in der Pfanne oder direkt auf einem heißen Stein aus dem Feuer braten. Kartoffelpüree, ein Stückchen Knoblauch oder einfach eine Scheibe Brot dazu… Ein Festschmaus!

Man könnte diese Liste noch endlos fortsetzen. Eine kleine Übersicht über verschiedene Rezepte für Trekkingnahrung sowie eine Anleitung zum Dörren von Outdoornahrung gibt es in meinem Blog.

Grundsätzlich ist es wichtig, sich mit dem Thema genauer auseinanderzusetzen, ganz besonders, wenn man über mehrere Wochen unterwegs ist. Denn es geht nicht nur darum, satt zu werden, sondern auch alle wichtigen Inhaltsstoffe zu sich zu nehmen – allen voran natürlich Kohlenhydrate, Eiweiß, etwas Magnesium und Vitamine. Im nächsten Artikel lest ihr, mit welchem Kocher ihr euer Essen am besten zubereitet.

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Kommentare

  1. Anonymous
    08.01.2013 07:53

    [...] So aßen zwei ausgewachsene Eisbären auf Baffin Island ihm und seinem Team 250 Kilo Trockennahrung direkt vor ihren Augen weg. Oder als sie auf dem Yukon unterwegs waren, um eine entlegene Felsnadel [...]

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