Trekking und Fernwanderwege: Die richtige Ausrüstung
Erika Spengler, Bloggerin, outdooractive.com-Redakteurin und leidenschaftliche Bergsportlerin sammelte bereits in Ländern wie Neuseeland, Tasmanien und Skandinavien Trekking-Erfahrung. Momentan bereitet sie sich auf ihren sechswöchigen Track auf dem Via Alpina vor – einem alpinen Pfad, der sich auf 5.000 Kilometern von Monaco über den gesamten Alpenkamm bis nach Triest erstreckt. Anfang Juli wird sie am Fuße des Mont Blanc beginnen und ihre Erlebnisse in regelmäßigen Berichten auf ihrem Blog www.ulligunde.com beschreiben. Bis dahin erklärt sie auf outdooractive.com noch die wichtigsten Tipps und Tricks rund um das Thema Trekking. Wir wünschen ihr schon jetzt viel Erfolg und gutes Gelingen!
Im letzten Artikel beschrieb ich die meiner Meinung nach wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für das erste Mal beim Trekking. Heute geht es darum, was auch noch wichtig sein kann, wenn man diese Sportart für sich entdeckt hat und für die nächste Tour gut vorbereitet sein möchte. Zum Beispiel:
- eine Trekkinghose. Sie muss angenehm sitzen, das ist das A und O. Zipperhosen sind interessant, weil man sich morgens nicht mehr entscheiden muss, ob nun die lange oder die kurze in Frage kommt. Außerdem kann man die abgetrennten Hosenbeine auch separat sehr schnell waschen, ohne die ganze Hose gleich nass machen zu müssen. Überlegt euch beim Kauf, wo ihr damit hin wollt. Reist ihr in eine warme Gegend, achtet darauf, dass sie aus einem dünnen Stoff ist. Werden die Temperaturen jedoch eher moderat oder rechnet ihr mit wechselhaftem Wetter, sind Hosen zum Beispiel von Fjäll Räven interessant. Sie sind aus Zeltstoff genäht, trocknen sehr schnell, sind extrem robust und schützen vor Mücken- und Schlangenbissen. Allerdings wiegen sie auch recht viel.
- Kleidung aus Merino-Wolle. Die Merino-Schafe leben ursprünglich in Neuseeland, wo sie widrigem Wetter ebenso wie heißen Sommertagen trotzen müssen. Diese Eigenschaften sind nahezu perfekt für den Outdoorgebrauch: Die Wolle kühlt, wenn es warm ist, wärmt, wenn es kalt ist und das sogar, wenn sie nass ist. Sie trocknet sehr schnell und – das ist wohl das Argument schlechthin: riecht nicht. Socken oder T-Shirts aus Merinowolle kann man eine ganze Woche tragen und kann sich am Ende der Tour immer noch getrost in ein Lokal setzen, ohne sämtliche Gäste zu vertreiben. Die Wolle wird zunehmend von den Outdoorherstellern entdeckt. Icebreaker aus Neuseeland ist sicher eine der bekanntesten Marken, das US-amerikanische Unternehmen Smartwool haben sich dem selben Ziel verschrieben: Alle Produkte sind aus 100% Merino-Wolle.
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eine Trinkblase: Jeder zweite Wanderer trinkt zu wenig während dem Laufen. Das liegt vor allem daran, dass man zu faul ist, den Rucksack ständig abzunehmen oder man die Gruppe damit nicht aufhalten möchte. Mit den Trinksystemen (Camelbak, VauDe…) erspart man sich das Absetzen des Rucksacks, denn durch den Schlauch kann man auch während des Gehens ganz problemlos trinken. Die Trinksysteme gibt es in verschiedenen Größen, meistens mit einem Fassungsvermögen zwischen 1 und 3 Litern. Ein langer Schlauch führt von der Trinkblase bis zum Tragegurt des Rucksacks. Heutzutage sind fast alle Rucksäcke mit der “H2O”-Öffnung versehen, einem kleinen Loch, aus dem der Schlauch nach vorne geführt werden kann.
- Trekkingstöcke. Mit Stöcken zu wandern ist kein Zeichen für hohes Alter – vielmehr für einen intelligenten Wanderer. Denn einerseits schont man damit enorm seine Gelenke, besonders beim Abstieg, andererseits erleichtert man sich auch das Vorankommen – denn man ist mit Stöcken viel schneller unterwegs, ganz besonders beim bergauf Laufen. Mit den Stöcken kann man sich bei jedem Schritt abstoßen und somit etwas Kraftaufwand aus den Beinen in die Arme verlagern. Beim Kauf von Stöcken sollte man darauf achten, dass sie leicht sind – pro Stock sollten keinesfalls 250 g überschritten werden und sie sollten verstellbar sein. Ob das nun durch Falten oder Zusammenschieben erfolgt, ist Meinungssache. Wer allerdings im Winter die Stöcke auch als Schneeschuh- oder Skitourenstöcke benutzen möchte, sollte teleskopierbare Stöcke vorziehen, denn mit großen Tellern kann man die faltbaren nicht mehr ordentlich zusammenlegen. Interessant sind auch Griffverlängerungen unterhalb des eigentlichen Griffs. Meistens ist das eine ca. 10 – 30 cm lange Ummantelung aus Kork oder Kunststoff – so kann man auch bei Traversen im steileren Gelände noch gemütlich und mit genug Grip den Stock festhalten.
- eine Stirnlampe: Eine Taschenlampe ist Grundausstattung in jedem Wanderrucksack. Stirnlampen erleichtern vieles, denn man hat immer noch zwei Hände frei: Egal ob beim Zelt aufbauen, Kochen oder Wandern – eine Stirnlampe ist eine gute Investition. Es muss übrigens keine Hightech-Lampe sein, die auf Expeditionen zum Einsatz kommt. Dennoch ist es wichtig, dass sie eine zuverlässige und gute Akkulaufzeit hat und nicht zu schwer und sperrig ist. Kleine Stirnlampen (Petzl, Black Diamond, Mammut) passen gut in das Deckelfach des Rucksacks und sind so ständig griffbereit.
- gute Regenklamotten: Ja, auch Laufen bei Regen kann toll sein! Ist der Weg nicht besonders rutschig oder steil, kann so eine Wanderung in strömendem Regen sogar richtig meditativ sein, denn die Handlungen werden auf das Nötigste minimiert: Keine Pausen zum Fotografieren, Essen, Staunen – man läuft nur noch und wird begleitet vom gleichmäßigen Prasseln des Regens. Schön – aber nur mit der richtigen Kleidung. Das Problem am Wandern im Regen ist nicht nur, dass Wasser von außen eindringt – sondern auch, dass der Schweiß unter wasserdichten Klamotten nicht so gut abtransportiert wird. Eine gute Balance zwischen Atmungsaktivität und Wasserresistenz zu erreichen, ist auch heute noch die Crux, an der sich die großen Hersteller versuchen, allen voran natürlich Gore-Tex mit deren Membranen. Grundsätzlich ist bei Regenklamotten für Trekkingtouren daran zu denken, dass der Rucksack eine starke Belastung auf die Jacke ausübt und sie an speziellen Stellen (Schultern, Rücken, Hüfte) stark belastet. Daher sollten bei der Auswahl auch ausschließlich dreilagige Jacken in Frage kommen, denn diese können den Belastungen am besten standhalten. Ansonsten sind noch Features wie Reißverschlüsse unter den Armen und eine große, verstellbare Kapuze wichtig, außerdem noch eine auffallende Farbe, damit man auch im Notfall gut erkannt wird. Bei den Hosen ist die Belastung nicht ganz so groß: Extrem praktisch sind solche, die seitlich einen Reißverschluss haben, sodass man nicht die Schuhe ausziehen muss um die Hose anzuziehen. Je länger dieser Reißverschluss, desto besser – 30 cm sind nett, bedeuten aber im Regelfall, dass du trotzdem akrobatische Bewegungen machen musst (auf einem Bein die Hose über die dicken Schuhe fitzeln). Am praktischsten sind jene Hosen, deren Zipper bis hoch zum Bund geht – da muss man sich nicht mal mehr groß bücken um sie anzuziehen und andererseits kann man den Reißverschluss auch öffnen, wenn es gerade etwas weniger regnet oder es sehr warm ist. Ansonsten ist es auch noch praktisch, wenn man die Hose an den Schuhen fixieren kann, damit sie nicht bei großen Schritten hochrutscht.
eine gute Midlayer. Bei Outdooraktivitäten gilt grundsätzlich das Zwiebelprinzip: eine Base-Layer, die zum Aufsaugen und Abtransport von Schweiß zuständig ist, eine Midlayer zum Wärmen und die obere Schicht, um vor Wind und Wetter zu schützen. Häufig reicht als zweite Schicht schon ein gutes Longsleeve, wenn es allerdings kälter wird, muss etwas Wärmeres her. Hier hat das Unternehmen PolarTec ein Textil entworfen, das sämtliche gute Eigenschaften quasi in Perfektion verbindet: Es transportiert Schweiß schnell nach außen, hält durch die glatte Oberfläche Wind weitgehend ab und wärmt durch das weiche Innenfutter hervorragend. Zahlreiche Hersteller (Haglöfs, 66° North…) haben dieses Textil bereits erfolgreich verarbeitet.
Wer sich all diese Ausrüstungsgegenstände in guter Qualität kauft, ist schon sehr gut ausgestattet. Aber zum Trekking nimmt man häufig noch viel mehr mit und oft auch Dinge, die man kein einziges Mal braucht. Im nächsten Artikel geht es also um die “perfekte” Packliste. Perfekt wird sie natürlich niemals sein, denn jeder Mensch hat andere Vorstellungen davon, aber sie wird einen kleinen Anhaltspunkt geben. Versprochen!
Dich interessiert das Thema rund um die richtige Bekleidung? Auf meinem Blog habe ich ausführlich beschrieben, wie man die verschiedene Trekkingkleidung am besten kombiniert und welche Arten von Trekkingjacken es gibt. Und hier gehts zum nächsten Artikel dieser Reihe. Viel Spaß!
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- Bewertungen: 8
11.06.2012 08:57
[...] Eine neue Leidenschaft entdeckt: Die richtige Ausrüstung für’s Trekking [...]
06.08.2012 14:55
[...] nächsten Artikel erfahrt ihr, welche Ausrüstungsgegenstände noch wichtig werden, wenn ihr eure Leidenschaft für [...]