Fialas dritter Streich – Freeride am Noppenkar
Alle Gipfel der Hornbachkette möchte er in diesem Jahr besteigen. Anfang Februar führte die Suche nach unberührten Hängen den Skicrosser Martin Fiala zum Noppenkar.
Nach einer Warmwetterperiode und diversen feierlichen Verpflichtungen regte sich zu Beginn des Monats wieder die eine Idee im Kopf Martin Fialas: Der Plan, in diesem Jahr die 35 weißen Gipfel der Hornbachkette in den Allgäuer Alpen zu bezwingen und von diesen Sahnehäubchen abzufahren, die erste Line in den jungfräulichen Schnee zu ziehen. Nach der Krottenkopfscharte soll das Ziel seiner dritten Tour das schneereiche Noppenkar sein.
Da der zunächst sehr reizvoll scheinende Aufstieg von Köglen sich bald als nicht durchführbar erweist – in der morgendlichen Dunkelheit ist der Einstieg schlicht nicht auffindbar – machen sich Fiala und sein Fotograf Toni Brey durch das Haglertal auf den Weg. Ohne größere Probleme steigen die erfahrenen Tourengeher 1000 Höhenmeter bis unterhalb des Luxnacher Sattels auf, obwohl die Nordost-Exposition wegen der Lawinenlage mit Vorsicht zu genießen ist. Fiala ist nur noch einige Meter von einem Felsband, das zum Sattel hinaufführt, entfernt als sich mit einem lauten Krachen ein 10 cm breiter und 5 m breiter Spalt unter ihm auftut. Ein kurzer Schockmoment, Bewegungslosigkeit, dann vorsichtige Schritte bis zum sicheren Felsband. Auch der Fotograf kommt schließlich wohl behalten dort an, beide sind noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Vom Luxnacher Sattel queren die Männer den harten Firn teils zu Fuß und gelangen schließlich erleichtert zum Noppenkar.
Der Osthang, mit dem Fiala im Vornherein geliebäugelt hatte, ist zu verweht, eine Abfahrt zu gefährlich und so fällt die Entscheidung auf den Südhang. Dieser beschert den Skicrossern schließlich eine herrliche 1.200 Höhenmeter-Abfahrt zwischen Kreuzkar- und Noppenspitze. Die traumhaften Bilder von Fialas drittem Streich lassen uns gespannt darauf warten, wie es weiter geht!
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