Nacktwandern – ein neuer Trend?
Wo die schönsten Wanderrouten verlaufen und welche Sehenswürdigkeiten es dabei zu entdecken gibt, darüber gibt es in unserem Magazin bereits viel zu lesen. Heute geht es aber nicht um die Frage, wo es sich lohnt auf Schusters Rappen zu gehen, sondern vielmehr geht es um das „Wie“… Nackt wandern heißt die Devise! Die Natur mit wirklich allen Sinnen zu erspüren – darum geht es Wanderern, die sich unbekleidet und dabei ganz ungeniert auf den Weg machen.
Das einfachste und einleuchtendste Argument, nackt zu wandern ist, dass die Kleider nicht nass werden, wenn es regnet. Das ist aber nicht der einzige Grund, den Nacktwanderer für ihr Hobby anführen: Dass es einfach Spaß mache, nackt zu sein, besonders in nackter Gesellschaft. Dass man sich darüber hinaus ohne Bekleidung mit der Natur viel intensiver verbunden fühle. Und immerhin ist die Haut ja das größte Organ des Körpers, dem es – mit Kleidung – verwehrt werde, viele zusätzliche Eindrücke wie Wind, wärmende Sonnenstrahlen oder Regentropfen am ganzen Körper zu erleben.
Die Begegnung mit der Nacktheit
Nackt zu baden ist heutzutage nichts allzu Außergewöhnliches mehr – zumindest in den ausgewiesenen FKK-Bereichen, die es in vielen Freibädern oder an Badeseen inzwischen gibt. Genauso selbstverständlich ist es für uns Deutsche, nackt in die Sauna zu gehen. In unseren Nachbarländern ist dies aber nicht unbedingt gang und gäbe. So wie ein Franzose überrascht wäre, einem nackten Menschen in der Sauna zu begegnen, kann es einem hierzulande ergehen, wenn wir beim Wandern auf einen Nacktwanderer treffen oder womöglich gleich auf eine ganze Gruppe hüllenloser Naturliebhaber. Viele Menschen reagieren bei einem solchen Aufeinandertreffen meistens zunächst mit einem Kopfschütteln, dann kommt es neben erstaunten Blicken auch mal zu einem Lächeln oder einem netten Wort.
Nackte Tatsachen bei Nacktwettkämpfen aller Art
Für das Nacktwandern oder ganz allgemein die nackte Ausübung von Sportarten gibt es mehr Anhänger, als man sich vorstellt. Das zeigen nicht nur die einschlägigen Internetforen (www.natury.de, www.nacktwandern.de etc.), die zahlreiche Nacktwander-Temine in ganz Deutschland ankündigen, sondern auch die Tatsache, dass weltweit neben verschiedenen internationalen Nudisten-Treffen eine Vielzahl an Nacktwettkämpfen ausgetragen werden. Neben dem Internationalen naturistischen Sporttreffen mit knapp 40 Disziplinen, das jährlich in Ungarn stattfindet, gibt es beispielsweise die Carrera Nudista de Sopelana, ein fünf Kilometer langer Nacktlauf in Nordspanien. Beim World Naked Bike Ride, der übrigens am vergangenen Wochenende auch in Leizpig, Frankfurt a. M. und Berlin stattgefunden hat, geht es jedoch nicht ausschließlich um die sportliche Betätigung ohne Bekleidung, sondern das Ereignis möchte zugleich für das Fahrrad als attraktives städtisches Verkehrsmittel werben.
Nacktwandern – kein neuer Trend
Nebenstehendes Foto zeigt, dass Nacktwandern kein Trend des späten 20. oder jungen 21. Jahrhunderts und evtl. im Zuge von Emanzipierung und „grüner Bewegung“ entstanden ist, wie man vielleicht vermuten könnte. Damals dürfte es noch etwas schwieriger gewesen sein, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsame Wandertermine zu vereinbaren. Mit dem Internet hat sich dies geändert. Mittlerweile ist das Nacktwandern in Deutschland sogar schon so populär, dass erst Ende Mai ein offizieller Nacktwanderweg im Harz eröffnet wurde. Wanderern, die das nackte Fortbewegen in der Natur vielleicht einmal reizen würde, die sich aber nicht richtig trauen, bedeutet dieser Wanderweg ja eventuell der „Einstieg“ in ein neues Hobby. Ein bekennender Nacktwanderer bestreitet allerdings, dass ein solcher Weg die Hemmungen nimmt und möchte außerdem auch weiterhin überall dort wandern, wo ihm der Sinn danach steht. Den Schweizer Kanton Appenzell-Innerrhoden sollte er dabei aber tunlichst meiden: Seit dem Frühjahr 2009 wird Nacktwanderern dort ein Bußgeld von 200 Franken auferlegt, nachdem sich die Bevölkerung durch hüllenlose Wanderer gestört und belästigt fühlte.
Wer sich dem Thema zunächst einmal auf spielerische Weise nähern möchte, dem empfehlen wir übrigens dieses lustige Online-Spiel. Viel Vergnügen!
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Kommentare
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- Bewertungen: 26
07.06.2010 15:08
Nacktwandern als Natursportart ?
Sozusagen: Outdoor poor.
Aber warum nicht.
Zumindest sollte das jeder einmal testen.
michael
.
07.06.2010 15:36
[...] This post was mentioned on Twitter by Stefan Schädler, outdooractive. outdooractive said: Stellen uns die Frage, ob #Nacktwandern ein neuer Trend ist. Mehr dazu hier: http://ow.ly/1V1s2 [...]
09.06.2010 14:23
Nun ja, es wandern halt ein paar Nackedeis in den Bergen herum – von einem “neuen Trend” würde ich hier noch nicht sprechen. Eher profitiert diese Spielart des FKK von der kurzfristigen medialen Aufmerksamkeit.
Mich persönlich stören die Nacktwanderer nicht: eben jeder wie er will und kann…
09.06.2010 22:50
Solange es dabei zu keinen sexuellen Tätigkeiten kommt, kann ich Nacktsein in der Natur nur unterstützen und dafür werben. Ich finde es imer wieder wunderbar, wenn keine Klamotten auf der Hat kleben, stinken oder/ und reiben.
Die mittelalterliche Prüderie mancher Moralappostel ist mir dabei völlig Wurscht.
Gruß Siggi
23.04.2011 22:31
Ich wandere gerne Nackt.Bevorzuge dabei abgelegene Waldwege.Einige Menschen sagen bei einer begegnung”Guten Tag” andere schauen verschämt zur seite.Mir ist dies aber egal.
Gruss Günter
17.05.2011 17:12
Neben dem Nacktwandern kommt derzeit ein neuer Trend auf uns zu – das Nacktklettern.
Klettern extrem – Der nackte Wahnsinn; Nackt-Klettern wie Adam und Eva; Nacktklettern – Extremsport mal extrem; Klettern extrem – und extrem nackt
- sind so die markanten Überschriften einiger Magazine zu diesem Thema.
Aber – wie extrem ist Nacktklettern wirklich?
Ist es eine Form des Kletterns einiger lebensmüder Wahnsinnigen?
Oder – ist es eine Rückbesinnung auf das Wesentliche –
- auf die Natur – auf den eigenen Körper – was kann ich ohne irgendwelche Hilfsmittel erreichen – ohne mich zu gefährden – muss ich meine Grenze erreichen oder kann ich darunter bleiben und das Klettern mit bloßem Kontakt zum Fels erleben – den Berg spüren – den Fels fühlen – Einswerden mit dem Fels und mit der Natur -
Die Frage dazu ist, ob wir es hier überhaupt mit einem Sport zu tun haben oder ob diese Form der Bewegung nicht vielmehr eine neue Form der spirituellen Bewußtseinsbildung darstellt – in einer Welt in der alles noch technischer, noch schneller, noch aufwendiger und noch und noch gefragt ist.
Eine Fotoausstellung vom Kalifornier Dean Fidelman zu diesem Thema kann ab 28.5.2011 am Ötscherschutzhaus besichtigt werden.
“Diese Form des Kletterns”, so Fidelman, “ist die reinste Form.
Sie zelebriert den menschlichen Körper”