Plain-e eco-extreme expedition 2010 – Teil 1
Eine kleine Gruppe umweltbewusster „Outdoor-Aktivisten“ hat sich im vergangenen Herbst ein ambitioniertes Ziel gesetzt: „eco-extreme“ lautet das Schlagwort. Was es damit auf sich hat, wie es dazu kam und was daraus geworden ist, erfahrt Ihr heute aus erster Hand in einem ersten Teil der Story. Bühne frei für die Reportage über die “Plain-e eco-extreme expedition 2010″!
Die Gründe fürs Tourengehen sind hinlänglich bekannt und treiben jährlich tausende Fans und Fanatiker in die heimischen Voralpen. Die Anreise und der damit verbundene Stress hat mit dem erhofften „Winter-Wonderland“ jedoch meist nur noch wenig zu tun. So machten wir uns dieses Jahr intensive Gedanken über Alternativen, quasi frische Spuren auf alten Wegen. Das Resultat: eine ambitionierte Idee, die uns mit zunehmender Konkretisierung den Schweiß aus den Poren trieb.
Mit dem Fahrrad von München nach Zermatt; Ski & Snowboard, Zelte, Essen, Ausrüstung für hochalpines Gelände… alles auf Packtaschen und Anhänger verteilt portofrei zum selber tragen. Dann: fünf Tage ohne Hütten und Lifte, auf über 4000 m biwakieren, um die längsten und steilsten Abfahrten Europas zu machen. Der Haken: Die Idee entstand bei 20 Grad plus am letzten Wiesn-Sonntag in bierseliger Laune und unbändiger Vorfreude auf den kommenden Winter. Skifahrerisch stellte uns das Projekt vorerst vor keine unlösbaren Aufgaben. Was das Radfahren betrifft, stellte sich jedoch bald heraus, dass zum einen das Material für eine derartige Unternehmung teuer ist und die Herausforderungen an den Athleten sich von denen des Skifahrens deutlich unterscheiden.
Aber zurück zum Anfang: Nach etwas konzeptioneller Arbeit entstand schnell ein griffiges Konzept für unseren Plan. „Eco-Extreme“ sollte es sein, all das vereinbaren, was wir lieben und was uns antreibt, kompromisslos, aber ohne Spuren zu hinterlassen. Keine Staus, keine Liftanlagen, SB-Restaurants oder Après-Ski – dieser Winter sollte anders werden! Glücklicherweise fanden wir schnell Partner, die genauso dachten wie wir: Atomic erklärte sich nach einem ersten Gespräch auf der ISPO in München sofort bereit, das Projekt zu unterstützen. So konnten wir gewährleisten, auch bei den verwendeten Produkten das Thema Nachhaltigkeit einzubinden.
Die beiden Teamgründer Constantin Schwaab und Franz Aicher legten vor allem bei der Auswahl der Sponsoren und Partner großen Wert auf deren nachhaltiges Engagement. Vor allem mit Atomic fanden sie einen authentischen Partner. Mit seinen Renu Produkten gewann Atomic auf der ISPO den “Eco Responsibility Award”, was sehr gut vereinbar ist mit dem Konzept von Plain-e. Weitere Sponsoren des Projektes sind: Plain Energy, Atomic Snowboarding, Ortovox, Suunto und Ertl-Renz.
Ein größeres Problem waren Trainingszustand und alpinistische Erfahrung einiger Teammitglieder. Zwar würden sich die ursprünglichen fünf Jungs und ein Mädel allesamt als sehr solide Skifahrer bezeichnen. Die Fortbewegung und das Verweilen im hochalpinen Gelände erfordern jedoch gänzlich andere Qualitäten. Also belegten wir als erstes ein Spaltenbergungsseminar, um uns mit den wichtigsten Bergungstechniken vertraut zu machen. Dieser Schritt sollte sich noch als lebenswichtig herausstellen! Darüber hinaus setzt der Aufbau von Grundlagenausdauer voraus, dass über einen längeren Zeitraum nachhaltig im aeroben Bereich trainiert wird, sprich: Skitouren, Laufen, Laufen, Laufen… – und das im Winter. Da die Schneeverhältnisse aber ohnehin zumeist bescheiden waren, hatten wir gleich das Gefühl diesmal das Richtige zu tun.
Die Generalprobe fand Ende Februar in den Kitzbüheler Alpen statt. Vom Inntal aus marschierten wir über vier Tage lang mit voller Ausrüstung, also Nahrung, Wasser, Gas, Zelten usw., bis ins Pinzgau. Mein Physiotherapeut des Vertrauens verriet mir schon vor Beginn des Mammut-Unternehmens, dass die ständige Unterkühlung, verbunden mit hoher Ausdauerleistung, den Regenerationsprozess extrem verlangsamt. Umgangssprachlich bedeutet das: vier Tage lang Schmerzen, Frieren, Schimpfen. Passenderweise hatten wir uns ein verlängertes Wochenende unter massivem Atlantiktief-Einfluss ausgesucht. Aber dann die Überraschung: Wir kamen alle lebend und gesund wieder am Bahnhof Kitzbühel an und… waren verdammt happy! Wir hatten definitiv Blut geleckt…
Den zweiten Teil der Plain-e eco-extreme Expedition 2010 mit packender Beschreibung des zurückgelegten Weges auf zwei Rädern von München nach Zermatt und der Bezwingung des höchsten Gipfels der Schweiz, der Dufourspitze, gibt es morgen hier im Magazin. Seid gespannt!
Neben diesen eindrucksvollen Fotos findet Ihr in unserem Channel auch imposante bewegte Bilder zur Plain-e eco-extreme expedition 2010. Viel Spaß dabei!
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