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Das Aostatal – italienisch-französisches Intermezzo

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Das Valle d’Aosta präsentiert sich seinen Besuchern mit vielen Gesichtern. Valdostanische Küche mischt sich hier mit französischem Savoir Vivre und das Landschaftsbild ist geprägt vom Tal der Dora Baltea, die sich malerisch in die Umgebung einfügt.

Grenzgebiet

Cogne im Nationalpark Gran Paradiso. © Fototeca ENITDie autonome Region befindet sich im äußersten Nordwesten Italiens und teilt sich die Grenze mit Schweizern und Franzosen. Das Schweizer Kanton Wallis und die französische Region Rhône-Alpes grenzen unmittelbar an das kleinste Gebiet des Landes und verschaffen der Gegend ein internationales Flair. Das äußert sich auch in der Zweisprachigkeit der Bevölkerung. Selbst die Abschlussprüfungen der lokalen Schulen werden in Französisch und Italienisch gehalten – in Zeiten der Globalisierung ein natürlicher Vorteil. Die Küche im Aostatal ist geprägt von deftigen und einfachen Speisen, die oft aus regionalen Produkten entstanden. Durch die Berge und die erhöhte Lage vom Rest des Landes isoliert, war es lange Zeit schwierig Lebensmittel in das Tal zu importieren. Das änderte sich nach der vollständigen logistischen Erschließung, mit der französische und helvetische Einflüsse Fuß fasten. Ein Beispiel hierfür ist die „Seuppa vapeullenèntse“, für die der auch aus der Region stammende Käse „Fontina“ zusammen mit Weisbrot, Wirsing und Brühe aufgekocht wird. Als „Boudin“ bezeichnen die Valdostanen eine Blutwurst aus Schweineblut, Speck, Kartoffeln und roter Bete, die wie der „Speck von Arnad-Lardo“ und andere Schlachtprodukte traditionell vor den Weihnachtsfeiertagen hergestellt wird. An kalten Wintertagen wärmt man sich im Aostatal mit dem „Caffé alla Valdostana“ auf, der einen mit einer Mischung aus Kaffee, Rotwein, Grappa, Zitronenschalen und Gewürzen schnell wieder auf Touren bringt. Doch nicht nur kulturell und kulinarisch präsentiert sich der Landstrich vielseitig, auch die Vegetation ist facettenreich: Alpine Naturparks mit Almen und Gletschern, aber auch weitläufige Wiesen und Wälder warten darauf, mit dem Bike oder auf Schusters Rappen erkundet zu werden.

Ein ganzjähriges Vergnügen

Zu Fuß unterwegs in Valtournenche © RolandHaefnerEgal, ob Sommer oder Winter, die Ausgangslage des Aostatals ist bestens geeignet für allerlei sportliche Aktivitäten, Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf! Das Tal besitzt einige der bekanntesten Wintersportgebiete Italiens, darunter auch Courmayeur und Breuil-Cervinia, wo sich Skifahrer und Snowboarder auf knapp 880 km Pisten austoben können. Inbesondere aber können Tourengänger die Region genießen, die mit dem Mont Blanc (4812 m), dem Monte Rosa (4618 m), dem Gran Paradiso (4061m) und dem Matterhorn (4478m) einige der höchsten Gipfel Europas in ihrer unmittelbaren Umgebung hat. So lässt sich das Tal als Ausgangspunkt für die bekannte Haute Route d’Argentière à Saas Fee oder die Skitour von Pont auf den Grand Paradiso nutzen. Beide Touren setzen allerdings ein hohes Maß an Erfahrung und körperlicher Fitness voraus.
Sobald die Landschaft von Eis und Schnee befreit ist, bieten sich zahllose Möglichkeiten für fast alle Outdooraktivitäten. Im Ayas Tal kann ein Großteil der entlegenen Hütten mit dem Mountainbike über Versorgungswege erreicht werden. Auch Pila stellt ein Paradies für Biker dar, denn hier befinden sich Cross-Country-Trails, Bike Parks und natürlich eine Menge Freeride-Strecken. Informationen dafür findet Ihr auf der Seite Pila Mountain Bike. Groß geschrieben werden im eigentlich beschaulichen Aostatal aber auch Rafting und Canyoning, besonders in Bassa Valle und Valle di Gressonay (Monte Rosa Region). Das Vallée d’Aoste lässt sich aber auch gemütlich per pedes auf den zahlreich vorhandenen Wanderpfaden erkunden. So hat man ausreichend Gelegenheit die malerische Landschaft mit ihrer abwechslungsreichen Natur, antiken Zeugnissen aus römischer Zeit und mittelalterlichen Burgen zu genießen.

Trotzige Haltung

Feste Bard, das Bollwerk gegen Napoleon © RolandHaeffnerNeben den verschiedenen Sportmöglichkeiten und kulinarischen Ergüssen wartet das Aostatal natürlich auch mit kulturellen Highlights auf. Aufgrund seiner grenznahen Lage und der Anbindung an den San-Bernardino-Pass ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Tal bereits seit der römischen Erschließung eine wichtige Rolle in der Geschichte Italiens inne hielt und des Öfteren Spielball französisch-italienischer Grenzkonflikte war. Eines der imposantesten Zeugnisse dieser Entwicklungen ist die Festung St. Bard, die den Eingang des Tals schon mindestens seit dem elften Jahrhundert bewacht. In der heutigen Form besteht die Festung allerdings erst ab 1837, denn davor zog sie den Zorn von Napoleon Bonaparte auf sich, der sie bis auf die Grundmauern zerstört wissen wollte, nachdem zwei vorangegangene Angriffe des französischen Feldherren von der Besatzung in der Trutzburg abgewehrt werden konnten. Älter noch als die Festung, ist das römische Aquädukt am Eingang des San Maurizio in Moron aus dem 11. Jhd © Roland HaeffnerCogne-Tals, das dort bereits seit vorchristlichen Zeiten steht. Heute ist es als Brücke begehbar und klärt mit Informationstafeln über die Architektur der römischen Bauherren auf. Jünger, doch nicht weniger interessant, sind die vielen romanischen Kapellen, die ihren Ursprung im elften Jahrhundert haben und oftmals mit kunstvollen Fresken versehen sind. Besonders die Gotteshäuser San Martino in Arnad und San Maurizio in Moron sind bekannte und schön anzuschauende Beispiele. Die letzten historischen Leidensprüfungen mussten die Valdostanen 1792 unter Napoleon und schließlich im zweiten Weltkrieg bestehen. Unter Mussolini und den Schwarzhemden war eine zwanghafte Anpassung der eigenständigen Kultur an den Rest Italiens vorgesehen – zum Glück ein vergebliches Unterfangen. Die jahrtausende alte politische Bedeutung des Landstriches und der Versuch der Zwangsitalianisierung zu Zeiten des Faschismus waren wahrscheinlich entscheidend dafür verantwortlich, dass sich die Bevölkerung ihrer Wurzeln stets bewusst blieb und sich ihre Autonomie bis heute erhalten hat…

Weitere Links&Infos

Rafting im Aostatal

Aostatal.com, die Seite mit allen Infos im Netz

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Kommentare

  1. Alpentäler im Magazin - Outdoor Blog » outdooractive.com
    11.05.2010 10:10

    [...] Am Dienstag und am Mittwoch folgen die Artikel von Thomas und Viki über das italienische Aostatal und den Vinschgau. Während Sandra am Donnerstag mit dem Inntal über eines der größten [...]

  2. Tweets that mention Das Aostatal – italienisch-französisches Intermezzo - Outdoor Magazin » outdooractive.com -- Topsy.com
    12.05.2010 12:36

    [...] This post was mentioned on Twitter by outdooractive. outdooractive said: Tälerspezial auf Outdooractive: #Aostatal – italienisch-französisches Intermezzo http://bit.ly/bFxBqh [...]

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