Die „Patrouille des Glaciers“ – das härteste Hochgebirgsrennen

Die Patrouille des Glaciers stellt höchste Anforderungen an Kondition, Technik und Durchhaltewillen der Teilnehmer. (Foto: www.pdg.ch copyright)
Was für durchschnittliche Skitourengeher eine mehrtägige Unternehmung darstellt, bewältigen die Teilnehmer des Schweizer Extremrennens der „Patrouille de Glacier“ in einer einzigen Etappe. Am 21. April ist es wieder soweit: die 14. Ausgabe dieses Ausnahme-Wettkampfes startet in Zermatt.
Alle zwei Jahre kämpfen über 4200 Sportler aus mehr als 26 Nationen in Dreierteams der Kategorien Männer, Frauen und Mixed auf der 53 km langen, hochalpinen Strecke zwischen Zermatt und Verbier um den Sieg beim wohl härtesten Hochgebirgsrennen der Welt: der “Patrouille des Glaciers”. Damit ist die „Gletscherpatrouille“ das längste und größte Rennen im Skibergsteigen weltweit.
Die eidgenössische Landesverteidigung als Ursprung des Wettkampfes

Die Patrouille des Glaciers verläuft durch hochalpines, teilweise stark vergletschertes Gelände. (Foto: www.pdg.ch copyright)
Die Anfänge der Patrouille des Glaciers (PDG) gehen auf die Mobilmachung der Schweizer Armee vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die beiden Hauptleute Rodolphe Tissières und Roger Bonvin von der schweizerischen Gebirgsbrigade 10 wollten mit einem Wettlauf im alpinen Gelände die Einsatzfähigkeit der Truppe erproben und die Ausdauer der Soldaten steigern. Die erste offizielle PDG fand im April 1943 statt. Damals starteten 18 Patrouillen – bestehend aus jeweils drei Soldaten – bei der Schönbielhütte. Die schnellsten Männer bewältigten die 63 km lange Strecke mit 7600 Höhenmetern nach Verbier in zwölf Stunden und sieben Minuten. Ein Jahr später waren bereits 64 Armee-Patrouillen am Start.

Die beeindruckende Silhouette des Matterhorns wacht über den Start des Rennens in Zermatt. (Foto: www.pdg.ch copyright)
Da beim dritten Rennen 1949 drei Tote infolge eines Spaltensturzes zu beklagen waren, verbot das Militärdepartement den Wettkampf für mehr als 30 Jahre. Erst im Jahr 1984 gab es eine Wiederauflage der Patrouille – diesmal mit strengen Sicherheitsvorkehrungen. 1992 starteten zum ersten Mal eine Damenpatrouille sowie eine Herrenpatrouille aus der Volksrepublik China.
Ein Rennen der Extreme und der Superlative
Die mit drei Mio. Franken budgetierte „Patrouille des Glaciers“ ist ein einzigartiger Wettlauf, der höchste Ansprüche an die Teilnehmer stellt. Es stehen zwei Strecken zur Auswahl: eine lange Strecke von Zermatt nach Verbier und eine kürzere Distanz von Arolla nach Verbier. Die lange Variante mit mehr als 100 Leistungskilometern und einem Höhenunterschied von 8000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg stellt selbst bestens trainierte Skibergsteiger auf eine harte Bewährungsprobe. Neben einer hervorragenden Kondition und einer souveränen Skitechnik verlangt das von der Schweizer Armee organisierte Extremrennen auf Grund seines Streckenprofils und seiner großen Höhenunterschiede auch Hochgebirgserfahrung sowie einen eisernen Durchhaltewillen.
Die Sportler müssen im hochalpinen, stark vergletscherten Gelände sicher unterwegs sein und teilweise auch am Seil abfahren. Bei der letzten PDG im Jahr 2008 waren insgesamt 1420 Militär- und zivile Patrouillen aus 26 Nationen am Start. Ähnlich viele werden auch dieses Jahr wieder um den Sieg und gegen die totale Erschöpfung kämpfen. Der Streckenrekord, den es zu schlagen gilt, liegt bei den Damen bei unglaublichen 7 Stunden und 53 Minuten und bei den Herren bei übermenschlich erscheinenden 6 Stunden und 18 Minuten. Den Rekord bei den Damen erzielte 2008 das Schweizer Team mit Nathalie Etzensperger, Gabrielle Magnenat und Sèverine Pont-Combe. Der Streckenrekord bei den Herren stammt von einer französisch-italienischen Patrouille aus dem Jahr 2006.
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