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Der Mittelrhein – Wein, Burgen und steile Felsen

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Bei Trechtinghausen wacht die Burg Rheinstein über den Strom. Foto: Städtisches Verkehrsamt Rüdesheim am RheinZwischen Bingen und Bonn fließt der Rhein durch ein enges Tal, das von steilen Hängen und urigen Dörfern und Städtchen geprägt ist. Die vielen Burgen und Burgruinen, die hoch über dem Tal thronen, und Felsen wie die Loreley dienten schon den Dichtern der Romantik als Inspirationsquelle. Auch heute noch lockt der Mittelrhein zahlreiche Touristen nach Rheinland-Pfalz. Landschaftlich gehört die Region zweifelsohne zum Beeindruckendsten, was Deutschland zu bieten hat.

Der lange Weg zur Nordsee

Bei Boppard fließt der Rhein in einer großen Schleife zunächst nach Westen und dann wieder nach Osten. Foto: Piel Media / Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH Wer am Rhein aufgewachsen ist, hat schon in der Schule gelernt: Der Rhein entspringt in den Schweizer Alpen. Nicht weit entfernt von der Graubündner Hauptstadt Chur vereinigen sich die beiden Quellflüsse Vorder- und Hinterrhein und strömen durch ein breites Tal an Liechtenstein und Vorarlberg vorbei in den Bodensee. Nach seinem Austritt aus dem „Schwäbischen Meer“ fließt er – nun bereits ein stattlicher Strom – als Hochrhein durch das hügelige Land an der deutsch-schweizerischen Grenze. Bei Basel erreicht er schließlich die Ebene des Oberrheingrabens. War der Hochrhein noch von einem engen Tal mit Stromschnellen und Wasserfällen wie dem Schaffhauser Rheinfall geprägt, beginnt nun ein 350 km langer Abschnitt mit wenig Gefälle. Bis zu seiner Begradigung im 19. Jahrhundert bahnte sich der Oberrhein in unzähligen Schleifen träge seinen Weg durch mückenverseuchte Auenwälder. Doch während dies bei vielen anderen Flüssen ein untrügliches Zeichen für die nahende Mündung in den Ozean ist, liegt zwischen Ober- und Niederrhein noch das enge Mittelrheintal.

Bergfestung zwischen den Ebenen

Bei Bingen endet die Oberrhein-Ebene, Mäuseturm und Ruine Ehrenfels markieren den Eingang ins Mittelrheintal. Foto: Patrick KüpperBei Mainz stellen sich dem Rhein auf seiner Reise nach Norden ganz unvermittelt die Berge des Taunus in den Weg. Für eine Weile kann er ihnen noch nach Westen ausweichen. Doch bei Bingen kommt der Strom nicht mehr umhin, sich den Weg durch das Gebirge zu bahnen. Gegenüber der Stadt thront auf der rechten Rheinseite hoch über Rüdesheim das Niederwald-Denkmal mit der Germania-Statue. Über 200 Höhenmeter trennen den Sockel des Denkmals von der Wasseroberfläche des Rheins. Auch auf der linken Rheinseite ragen die Berge jetzt steil in die Höhe. Die Ruine Ehrenfels und der auf einer Insel gelegene Binger Mäuseturm markieren wie das Tor einer mächtigen Festung den Eintritt des Stroms ins Mittelrheintal. War der Oberrhein noch von weiten Ebenen rechts und links des Ufers geprägt, ist das Tal nun so eng, dass kaum noch etwas zwischen Fluss und Berghang passt.

Wein, Felsen und Schiffe

Beim Loreleyfelsen durchfließt der Rhein die engste Stelle des Mittelrheintals. Foto: Piel Media / Rheinland-Pfalz Tourismus GmbHStraße und Eisenbahn konnten dort an vielen Stellen nur dank sehr viel Sprengstoff installiert werden. Dort, wo doch ein wenig Platz ist, schmiegen sich kleine Orte und Städtchen wie Assmannshausen, Bacharach oder Kaub an den Hang. Die Einwohner leben vor allem vom Tourismus und vom Wein, der an den sonnenverwöhnten Hängen angebaut wird. Je weiter der Rhein sich seinen Weg bahnt, desto enger und felsiger wird das Tal. Während der Strom zwischen Mainz und Bingen an manchen Stellen bis zu 900 m breit ist, beträgt der Abstand zwischen seinen beiden Ufern kurz vor dem Loreleyfelsen gerade einmal 140 m. Jener Felsen, der am rechten Rheinufer über 100 m fast senkrecht in die Höhe ragt, galt früher als das größte Hindernis für Schiffe auf dem Weg vom Nieder- zum Oberrhein oder umgekehrt. Nicht wenige Lastkähne zerschellten an den tückischen Felsen im Flussbett. Dass die Stelle auch nach der Wegsprengung der spitzen Hindernisse unter Wasser noch gefährlich sein kann, zeigte sich 2003, als hier ein Ausflugsschiff auf Grund lief.

Burgen, Burgen, Burgen

Die Burg Stahleck erhebt sich bei Bacharach über den Rhein. Foto: Andrew CowinDie Schifffahrt ist auch der Grund dafür, warum der Mittelrhein von so vielen Burgen und Burgruinen gesäumt wird. Um die wichtige Handelsroute militärisch abzusichern errichteten die verschiedensten Bauherren im Mittelalter von der Binger Burg Klopp bis zur Bonner Godesburg nicht weniger als 45 Burgen an seinen Uferhängen. Mit der Burg Pfalzgrafenstein steht sogar eine Burg mitten im Rhein. Viele Burgen wurden im Laufe der Geschichte zerstört und sind nur als Ruinen erhalten. Die meisten erhaltenen Burgen befinden sich heute in Privatbesitz und können zum Teil besichtigt werden. Die am besten erhaltene und wohl auch eindrucksvollste Burg ist die Marksburg, die nicht weit von Koblenz hoch über dem Ort Braubach thront.

Verschnaufpause am Deutschen Eck

Beim Deutschen Eck in Koblenz vermischt sich das dunkle Wasser der Mosel mit dem helleren Rheinwasser. Foto: Andreas KasterBald nachdem der Rhein die Marksburg passiert hat, bekommt er wieder etwas mehr Platz, denn nach dem Zusammenfluss mit der Mosel am Deutschen Eck in Koblenz weitet sich das Mittelrheintal zum Neuwieder Becken. Doch Menschen, die zwischen den steilen Hängen Beklemmung verspürten, können nur kurz verschnaufen. Bei Andernach verengt sich das Tal wieder, an den Ufern des Rheins ragen jetzt jedoch nicht mehr die Berge von Hunsrück und Taunus empor, sondern jene von Eifel und Westerwald. Auch wenn das untere Mittelrheintal nicht ganz so eng ist wie sein oberes Pendant und am linken Rheinufer schon bald die Mündungsebene der Ahr folgt, gibt es auch hier markante Steilfelsen wie die 130 m hohe Erpeler Ley gegenüber von Remagen.

Das „achte Weltwunder“

Der Drachenfels wacht bei Bonn über den unteren Ausgang aus dem Mittelrheintal. Foto: M. Sondermann, Stadt BonnDie Kulisse für das dramatische Finale des Mittelrheins bildet schließlich das Siebengebirge. Kurz bevor der Fluss in die Köln-Bonner Bucht und somit in die Niederrhein-Ebene eintritt, fließt er zwischen Bad Honnef und Bonn-Oberkassel noch an dessen kegelförmigen Gipfeln vorbei. Wegen seines vulkanischen Ursprungs und seiner markanten Form wurde es von Alexander von Humboldt als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Am markantesten ragt der Drachenfels, Projektionspunkt unzähliger romantischer Sehnsüchte und meistbestiegener Gipfel Europas, zwischen Königswinter und Bad Honnef über den Rhein und bildet so das Ausgangstor aus der „Festung Mittelrhein“. Bei Bonn beginnt der Niederrhein und bis zur niederländischen Nordseeküste ist das Gelände nun durchgehend flach.

Radfahren und Wandern am Mittelrhein

Wer das Mittelrheintal selbst entdecken möchte, kann dies auf entspannte Art und Weise mit etwas Bewegung an der frischen Luft verbinden.

Radfahrer können linksrheinisch auf der kompletten Strecke den sehr gut markierten und bestens gepflegten Rhein-Radweg benutzen. Rechtsrheinisch gibt es noch einige Lücken, die jedoch bald auch geschlossen werden sollen.

Wer etwas mehr Zeit hat, kann sich das gesamte Mittelrheintal auch zu Fuß erschließen. Während rechtsrheinisch der als Premiumwanderweg ausgezeichnete Rheinsteig über die aussichtsreichen Höhen führt, könnt Ihr auf der linken Rheinseite dem Rheinburgenweg von Burg zu Burg folgen.

Weitere Impressionen vom Mittelrhein gibt es in der folgenden Fotogalerie zu sehen:

Wo sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Mittelrheintals befinden, könnt Ihr auf dieser Karte sehen:

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Kommentare

  1. Mittelrhein «
    11.10.2010 20:08

    [...] ↑ Der Mittelrhein – Wein, Burgen und steile Felsen, Artikel auf outdooractive.com, 16. April 2010 [...]

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