Sicherer unterwegs dank Tourenlehrpfaden und LVS-Checkpoints

Sechs Schautafeln laden auf dem Weg zur Lampsenspitze zur spielerischen Wissensvermittlung ein. Foto: Innsbruck Tourismus/mc2alpin
Ski-, Snowboard- und Schneeschuhtouren im winterlichen Gebirge abseits präparierter Pisten liegen voll im Trend. Durchschnittlich kommen dabei jedes Jahr allein in Österreich 26 Wintersportler durch Lawinenabgänge ums Leben. Oftmals ist menschliches Fehlverhalten und mangelndes Wissen Auslöser für ein Unglück. Hier setzen die zu Jahresbeginn 2010 neu errichteten Tourenlehrpfade und Checkpoints für Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte an. Sie sollen Tourengehern im Gelände das nötige Know-How vermitteln und das Gefahrenbewusstsein stärken, damit die weiße Versuchung nicht zum „einmaligen“ Erlebnis wird.
Die beiden neuen, kostenlosen Tourenlehrpfade im bayerischen Ruhpolding am Unternberg und im tirolerischen Praxmar im Sellraintal an der Lampsenspitze bieten die Möglichkeit, auf einfache und interessante Art und Weise auf dem Weg zum Gipfel die Grundlagen der Lawinenkunde und das richtige Verhalten im winterlichen Gelände zu erlernen. Zusätzlich können Tourengeher an den in vielen Tiroler Tourengebieten aufgestellten LVS-Checkpoints die Funktionsfähigkeit ihres LVS-Gerätes testen.
Der Dynafit-Skitourenlehrpfad in Ruhpolding

Touren im winterlichen Gebirge erfordern ein gutes Beurteilungsvermögen der Lawinensituation. Einsteiger können dieses auf den neuen Skitourenlehrpfaden lernen. Foto: Silke Hertel
Die Unternbergbahnen in Ruhpolding haben die Skitourengänger als neue Zielgruppe für sich entdeckt, die nun sogar gezielt umworben wird. An jedem Dienstag- und Donnerstagabend hat die Unternbergalm für sie extra bis 23 Uhr geöffnet. Die Alm ist zudem der Endpunkt des im Januar eröffneten Skitourenlehrpfads. Auf dem Parcour, der insgesamt 750 Höhenmeter überwindet, informieren zehn Stationen rund um das Thema Skibergsteigen. Der Pfad richtet sich dabei nicht nur an Skitoureneinsteiger, sondern vermittelt auch essentielle Informationen, die über das Basis-Know-How hinausgehen. Inhalte sind neben der korrekten Einstellung des LVS-Gerätes auch die richtige Gehtechnik, das ökonomische Spuren, die DAV-Regeln des Skitourengehens, die richtige Einschätzung und Messung der Hangsteilheit und –exposition sowie Lawinenarten und die Voraussetzungen der Schneebrettbildung. Der Lehrpfad kann sowohl alleine, als auch in einer zwei- bis dreistündigen, fachkundigen Führung durchlaufen werden.
Der Tourenlehrpfad Praxmar – interaktives Lernen auf Tour

Der im Jahr 2005 eröffnete Tourenlehrpfad am Sentisch Horn in der Schweiz gilt als Prototyp dieser Idee. Foto: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos
Ebenfalls im Januar diesen Jahres feierte der erste Skitourenlehrpfad Österreichs an der Lampsenspitze im Sellrain Premiere. Der Prototyp des Projektes stammt aus Davos, wo bereits im Jahr 2005 das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) am Sentisch Horn einen Tourenlehrpfad mit zugehöriger Planungs-Homepage ins Leben rief. Auch der Pfad im Sellrain besteht aus einer interaktiven Online-Plattform und dem mit sechs großen Schautafeln versehenen Aufstieg auf den beliebten Gipfel der Lampsenspitze. Der Tourengeher plant die Tour zunächst online zu Hause auf www.tourenlehrpfad.at. Schritt für Schritt erarbeitet er sich dabei aus Angaben zu Lawinenlage, Wetter, alpinen Gefahren, Ausrüstung, Teilnehmern, Route und Schlüsselstellen ein übersichtliches Formular zum Ausdrucken mit allen wichtigen Infos zur Tour. Da das Planungstool dynamisch auf den aktuellen Lawinenlagebericht zugreift, können die Eingaben des Benutzers sofort auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden. Bei Planungsfehlern erhält der Wintersportler umgehend ein interaktives Feedback. Neben dem Planungstool bietet die Seite außerdem eine Lernplattform rund ums Tourengehen. Gut vorbereitet kann sich der Tourengeher dann auf den Weg zur Lampsenspitze machen und das erworbene Wissen in die Praxis umsetzen. Sechs 1×3 Meter große, ansprechend gestaltete Schautafeln am Aufstiegsweg laden dazu ein. Der Tourenlehrpfad Praxmar bietet somit besonders Anfängern die optimale Möglichkeit, einen sicheren Einstieg in das Skibergsteigen zu finden.
LVS-Checkpoints sollen Menschenleben retten

An elf LVS-Checkpoints im Bundesland Tirol können Tourengeher die Funktionsfähigkeit ihres Lawinen-Piepsers überprüfen. Foto: Archiv Alpenverein
Eine weitere Maßnahme zur Senkung der Zahl der Lawinentoten ist die Errichtung von insgesamt elf LVS-Checkpoints in Tiroler Tourengebieten. Das Projekt, basierend auf der Sicherheitsinitiative des Landes Tirol, des Alpenvereins und der Tiroler Bergrettung, soll an die Eigenverantwortung der Tourengeher appellieren. Noch immer verzichtet rund ein Drittel aller Skitourengeher auf die Mitnahme eines funktionsfähigen Lawinen-Piepsers. Die Chance einer Lebendrettung im Fall eines Lawinenunglücks verschlechtert sich dadurch dramatisch. Die Funktion der LVS-Checkpoints ist einfach: Vor dem Start überprüft der Tourengeher direkt an der Sicherheitseinrichtung die korrekte Funktionsfähigkeit seines Lawinen-Piepsers. Leuchtet das grüne Licht auf, bedeutet dies das OK. LVS-Checkpoints gibt es in Schmirn (Eingang Wildlahnertal), Osttirol (Villgraten), Kitzbühel (Aurachgraben), Kufstein (Wildschönau, Angeralm), Schwaz (Weerberg), Reutte (Bichlbach/Berwang), Landeck (Samnaungruppe/Hochgallmig), Imst (Kühtai/Eingang Wörgetal), Innsbruck-Land (Haggen/Forellenhof) sowie an der Jamtalhütte (Silvretta) und an der Lizumerhütte (Wattental).
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11.10.2010 18:53
SILVRETTAGRUPPE Haagspitze (3029 m) Überschreitung…
ich habe zu diesem bestimmten Thema gesucht für etwa eine Stunde, ich bin froh, dass ich es auf ihrer Webseite gefunden habe!…