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Tief im Westen, wo die Sonne nicht mehr verstaubt: Der Landschaftspark Duisburg-Nord

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Die alten Industrieanlagen des Landschaftsparks Duisburg-Nord im Dämmerlicht. Foto und Copyright: Siegfried DammrathIm Norden Duisburgs, nicht weit entfernt vom Hafen, wurden im Jahre 1902 die „Rheinischen Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort“ gegründet. Fünf verschiedene Hochöfen standen im Laufe der Zeit hier und trugen ihren Teil zum Mythos des Ruhrgebiets als Herz der deutschen Schwerindustrie bei. Seit 1985, als im Hochofen 5 zum letzten Mal Eisen in Stahl umgewandelt wurde, sind die Werke Geschichte. Ein Großteil der Gebäude steht jedoch heute noch in Duisburg-Meiderich.

In den 1980er Jahren sah die Zukunft des Ruhrgebiets alles andere als rosig aus. Eisenhütten und Steinkohlebergwerke machten reihenweise dicht, das Schreckgespenst einer sterbenden Industrieregion mit grassierender Massenarbeitslosigkeit ging umher. Selbst in den Betrieben, in denen sich die Gewerkschaften erfolgreich gegen eine Schließung wehren konnten, war man sich stets bewusst, dass zwischen Duisburg und Hamm ein Strukturwandel unvermeidlich sein würde. Heute ist dieser längst Realität geworden und auch wenn die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet immer noch höher ist, als in anderen Regionen Westdeutschlands, hat er längst seinen Schrecken verloren. Mit neuen Ideen und Konzepten ist es erfolgreich gelungen, die Dynamik des ehemaligen „Kohlepotts“ zu reanimieren.

Gehwege führen den Besucher durch das alte Industriegelände. Foto und Copyright: Siegfried DammrathEin Sinnbild für den erfolgreichen Strukturwandel ist der Landschaftspark Duisburg-Nord. Hervorgegangen aus der „Internationalen Bauausstellung Emscherpark“ (IBA), wurde er 1994 auf dem Gelände der ehemaligen „Rheinischen Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort“ für Besucher geöffnet und hat sich seitdem zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Nordrhein-Westfalens entwickelt. Rund um alte Industrieanlagen wie den Hochofen 5, die Kraftzentrale, die Gießhalle oder den Gasometer wurde hier eine einmalige Parklandschaft mit den verschiedensten Freizeitmöglichkeiten angelegt.

Große Flächen des Areals sind der Natur überlassen worden, so dass sich hier auch exotische Pflanzenarten, deren Samen mit den Erzfrachtern aus aller Welt eingeschleppt wurden, ungestört entfalten können. In den Gebäuden dagegen sind Veranstaltungszentren entstanden. Während die Kraftzentrale häufig Kulisse für Popkonzerte oder Empfänge ist, finden in der Gießhalle und im Gebläsekomplex regelmäßig Theateraufführungen und klassische Konzerte statt. In der Gießhalle II ist zweimal im Monat ein Hochseilgarten geöffnet. Bei Interesse sollte man sich früh genug Eintrittskarten sichern.

Industrieruinen wurden in einen Kletterpark umgewandelt. Foto und Copyright: Horst NeuendorfEinen Superlativ bietet der Möllerbunker. Hier befindet sich Deutschlands größter Klettergarten. Die von der Sektion Duisburg des Deutschen Alpenvereins betriebene Anlage existiert seit 1990. Auf zahlreichen alten Mauern und Türmen gibt es in den sechs Sektoren zusammen mittlerweile über 400 verschiedene Klettertouren vom zweiten bis zum neunten Schwierigkeitsgrad. Vor einigen Jahren wurde zudem ein alpiner Klettersteig angelegt. Die von leichteren Kletterpassagen, Scharten, Senkrechten und Brücken gekennzeichnete Route ist mit einem Stahlseil abgesichert und an manchen Stellen mit Metalleitern und Trittsprossen ausgestattet. Von den bis zu 22 m hohen „Gipfeln“ des Klettergartens bietet sich nach dem erfolgreichen Aufstieg ein herrlicher Ausblick auf die Umgebung.

Einige Impressionen vom Klettergarten findet Ihr in dieser Fotogalerie:

Hier findet Ihr einige sehr schöne Wander- und Radtouren im Raum Duisburg.

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Kommentare

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