Mitten ins Schwarze
Michael Greis, Magdalena
Neuner und Andrea Henkel können es alle: Tief durchatmen, anlegen und mitten ins Schwarze treffen. Und schon geht es zurück auf die weiße Rennstrecke. Die Rede ist vom Biathlon. Wie kaum ein anderer Wintersport begeistert die Kombination aus Skilanglauf und Schießen die Zuschauer.
Jagd auf Skiern
Die Anfänge des Sports lassen sich bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. verfolgen. Jäger auf Skiern, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, gelten als Vorreiter des heutigen Biathlons. Im Mittelalter entdeckte auch das Militär die Schnelligkeit und Flexibilität dieser Bewegungsform: Soldatenregiments auf Skiern kamen zum Einsatz.
Verfolgungsjagd am Bildschirm
Heute bietet sich ein anderes Bild: Laute Pfiffe, anfeuernde Rufe und bunte Fahnen markieren die Strecke. Der ehemalige Randsport Biathlon hat sich zu einem der größten Zuschauermagneten im Winter entwickelt. Aktuell lassen sich spannende Rennen der Olympischen Winterspiele in Vancouver am Bildschirm verfolgen.
Zwei Dinge muss ein Biathlet können: Laufen und Schießen. Und am besten beides gut. Die Kombination von Ausdauer- und Präzisionssport macht Biathlon so faszinierend. Höchste Konzentration ist am Schießstand gefragt. Fünf schwarze Zielscheiben gilt es zu treffen. 11,5 cm Durchmesser haben sie beim Stehenschießen, während im Liegen nur 4,5 cm anvisiert werden. Je nach Disziplin gibt es für jede nicht getroffene Scheibe eine Strafrunde, Zeitstrafen oder die Möglichkeit zum Nachladen. Eng wird es beim Schießen nur selten: 30 Plätze stehen nebeneinander zur Verfügung und werden je nach Ankunft im Schießstand von rechts an belegt.
Spannung bis zum Schluss
Vielfältige Wettkampfdisziplinen sorgen für Spannung. Die wichtigsten gibt es hier im Überblick:
Einzel: Bei der ältesten Wettbewerbsform starten die Athleten einzeln im Abstand von 30 Sekunden in den Wettkampf. Fünf Runden mit insgesamt 20 km für Männer und 15 km für Frauen stehen bevor. Nach jeder der ersten vier Runden gibt es eine Schießeinlage, abwechselnd stehend und liegend. Nicht getroffene Scheiben werden mit einer Zeitstrafe belegt.
Sprint: Auch beim Sprint starten die Läufer im Abstand von 30 Sekunden. 10 km lang ist die Männerrunde, Frauen laufen 7,5 km. Zweimal Schießen steht bevor: Einmal im Stehen und einmal im Liegen. Für jeden Fehlschuss gibt es zusätzlich 150 Meter in der Strafrunde.
Verfolgung:
Kämpferisch geht es bei der Verfolgung zu. Seit der Wintersaison 1996/1997 findet der Kampf Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau statt. Dabei entscheiden die Ergebnisse aus einem vorangegangenen Sprintwettkampf über die Startreihenfolge. Der beste Sprinter startet als erster in die 12,5 bzw. 19 km lange Runde und wird von den nachfolgenden Läufern gejagt. Viermal wird der Schießstand angelaufen und jeder Fehlschuss mit einer Strafrunde belegt.
Massenstart: Wer zu den besten 30 Athleten im Gesamtweltcup zählt, darf sich in die Menge stürzen. Zeitgleich starten die Läufer in die 15 bzw. 12,5 km lange Loipe. Bei vier Schießeinlagen mit möglichen Strafrunden sind spannende Überholmanöver im Wettkampf garantiert.
Staffel: Vier Biathleten bilden eine Staffel. Pro Team geht jeweils ein Läufer in die 7,5 bis 6 km lange Runde. Drei Reservepatronen darf jeder bei seinen zwei Schießeinlagen verwenden. Bleibt dennoch eine Scheibe schwarz, geht es in die Strafrunde.
Wer den spannenden Sport nicht nur am Fernseher verfolgen möchte, kann z.B. in Nesselwang, Garmisch-Partenkirchen oder Kitzbühl einmal selbst aktiv werden.
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