Pistenspaß nördlich der Alpen
Wenn es um Wintersport in Deutschland geht, sind die Alpen unangefochten das Zielgebiet Nummer eins. Dort gibt es nicht nur die höchsten Berge und somit die längsten Abfahrten, auch die Schneewahrscheinlichkeit ist in den Alpen erheblich höher als in anderen Teilen der Republik. Allerdings hat das Hochgebirge einen gravierenden Nachteil: Es liegt im äußersten Süden des Landes, was für viele Bundesbürger eine lange und anstrengende Anfahrt mit dem Auto oder dem Zug bedeutet.
Für diejenigen, die nicht so viel Zeit haben und die lange Anreise scheuen, bleibt die Alternative, in den Mittelgebirgen Ski oder Snowboard zu fahren. Tatsächlich gibt es auch dort zahlreiche Skigebiete. Vor allem das Sauerland, der Harz, der Thüringer Wald, der Schwarzwald und der Bayerische Wald locken regelmäßig Wintersportbegeisterte an ihre Hänge.
Sauerland
Mit 150 Liftanlagen, 280 Hektar Pistenfläche und 300 km Loipen ist das Sauerland das größte Wintersportgebiet nördlich der Alpen und somit nicht nur für Wintersportler aus den benachbarten Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr attraktiv. Die einzelnen Skigebiete der Region firmieren gemeinsam unter dem Namen „Wintersport-Arena Sauerland“. Geöffnet sind die sauerländischen Anlagen, die bei Schneemangel von 250 Schnee-Erzeugern künstlich beschneit werden, von Dezember bis März. Die bekanntesten Wintersportorte des Sauerlandes sind sicherlich Winterberg und Willingen, in denen sich regelmäßig die Weltspitze verschiedenster Disziplinen trifft. Allein Winterberg verfügt über knapp 80 Ski- und Rodelpisten an den Hängen der Achthunderter des Rothaargebirges rund um den Kahlen Asten.
Harz
Der Harz, berühmt für seine Folklore rund um den mythischen „Blocksberg“, den Brocken (mit 1142 der höchste Berg Norddeutschlands), ist das nördlichste Skigebiet Deutschlands. Dank seiner Höhe besteht hier eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, Schnee anzutreffen. Um auf Nummer sicher zu gehen, verfügen einige der insgesamt 34 Pisten mit Liftanlagen in den zehn Wintersportorten des Harzes zusätzlich über Beschneiungsmaschinen. Die größte Auswahl bieten die Skigebiete in St. Andreasberg und Braunlage im Zentrum der Region. Am Matthias-Schmidt-Berg und am Großen Sonnenberg bei St. Andreasberg sowie am Braunlager Wurmberg treffen Skifahrer, Snowboarder und Rodler auf insgesamt 19 Pisten.
Thüringer Wald
Im Thüringer Wald steht mit der DKB-Skisport-Halle Oberhof Deutschlands erste und bislang einzige Langlauf-Halle. Nichtsdestotrotz hat der knapp 1000 m hohe Höhenzug auch unter freiem Himmel einiges für Wintersportler zu bieten. Die über 20 verschiedenen Wintersportorte verfügen über fast 40 Skilifte, die bei ausreichender Schneemenge den ganzen Winter geöffnet sind. Besonders empfehlenswert: Die zusammen über 2 km langen Pisten der Skiarena Silbersattel und der Snowboard-Funpark in Heubach.
Schwarzwald
Außerhalb der Alpen ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1493 m über NN der höchste Berg Deutschlands. Knapp 60 weitere Gipfel über der 1000-Meter-Grenze machen das Mittelgebirge zwischen Baden und Württemberg im Winter zu einem ziemlich schneesicheren Gebiet. So wundert es nicht, dass es hier Pisten mit einer Gesamtlänge von rund 250 km gibt, die über mehr als 200 Seilbahnen, Lifte und Aufstiegshilfen erreicht werden können. Allein 50 km Piste aller Schwierigkeitsstufen befinden sich im Wintersportzentrum Feldberg, dem größten und ältesten Skigebiet des Schwarzwalds.
Bayerischer Wald
Nur unwesentlich niedriger als der Feldberg ist der Große Arber (1456 m), die höchste Erhebung des Bayerischen Waldes. An seinen Hängen bringen fünf Lifte Skifahrer, Snowboarder und Rodler zu den Abfahrtspunkten von drei blauen, vier roten und zwei schwarzen Pisten. Unweit des Arbers liegen die Skigebiete am Geißkopf, am Silberberg und im Skidreieck Pröll. Auch im übrigen Bayerischen Wald gibt es zahlreiche Pisten mit Liftanlagen. Egal ob im Landkreis Cham oder im Landkreis Passau – überall gibt es die Möglichkeit den Hang hinab zu gleiten.
Neben den fünf vorgestellten Regionen bieten natürlich auch andere deutsche Mittelgebirge die Möglichkeit Ski, Snowboard oder Schlitten zu fahren. Die Schwäbische Alb und das Erzgebirge belegen dabei die vorderen Plätze des “best of the rest”. Erwähnenswert sind weiterhin die Pisten im Fichtelgebirge, in der Rhön, der Eifel und im Hunsrück. Durch die Skihallen, die in den letzten Jahren in flacheren Gebieten wie dem Ruhrgebiet oder dem Großraum Hamburg entstanden sind, ist den kleineren Skigebieten allerdings eine ernsthafte Konkurrenz gewachsen.
Wo sich die Zentren des Wintersports in den jeweiligen Regionen befinden, könnt Ihr auf der Satellitenkarte von Google sehen:
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