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Gemütlich oder sportlich – welcher Rodel ist der Richtige?

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Kind mit Davoser Schlitten. Foto und Copyright: Dirk SchmeleDer Rodelsport ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil er denkbar einfach auszuüben ist. Rodeln kann im Prinzip jeder, der über einen Schlitten und einen halbwegs wachen Geist verfügt. Was das Sportgerät selbst angeht, so gibt es jedoch durchaus Unterschiede – sowohl bei der Konstruktion, als auch bei seiner Bedienung. Wenn Ihr mehr über die Eigenheiten einiger Schlittenvarianten erfahren möchtet, lest weiter.

Schweizer Klassiker

Das heutzutage meist verbreitete Rodelschlittenmodell ist wohl der Davoser Schlitten. In der Schweiz des 19. Jahrhunderts entwickelt, kam er beim weltweit ersten nachweisbaren Schlittenrennen im Graubündner Städtchen Davos zum Einsatz. Klassischerweise besteht er aus einem Sitz aus Holzlatten, der auf zwei mit Eisen beschlagene, vorne nach oben gebogene Holzkufen geschraubt ist. Die Abfahrt mit dem Davoser Schlitten ist für jeden problemlos zu meistern. Auf den Holzlatten sitzend, ein Bein zu jeder Seite, wird das Gerät mit den Füßen gesteuert. Während man bremst, indem beide Füße in den Schnee gedrückt werden, führt das Aufsetzen nur eines Fußes zu einer Kurve in die jeweilige Richtung. Unterstützend wirkt dabei eine Verlagerung des Oberkörpergewichts zur Kurveninnenseite.

Die vorderen Kufenden des Hornschlittens sind sehr stark gebogen.

Gehörnte Variante

Dem Davoser Schlitten sehr ähnlich ist der Hornschlitten. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass der vordere Teil der Kufen des Hornschlittens stärker gebogen ist. Die beiden in einem Winkel von 270 Grad gebogenen „Hörner“ ragen über die Höhe der Sitzfläche hinaus und können dadurch als zusätzliche Lenkhilfen genutzt werden. Durch Druck mit den Händen auf die Hörner verzieht sich der Holzrahmen und der Schlitten lenkt in die gewünschte Richtung. Ansonsten ist seine Steuerung identisch mit der des Davoser Schlittens.

Elastizität bedeutet Wendigkeit

Neben diesen beiden Klassikern, die keine allzu hohen Geschwindigkeiten erlauben, gibt es auch sportlichere Rodelschlitten. Ein richtiger Sportrodel ist nicht nur wesentlich leichter und flacher konstruiert als die beiden zuvor beschriebenen Schlitten, sondern verfügt auch über elastische Kufen und Längsholme. Während der Abfahrt liegt der Rodler rücklings auf einem Tuch, das statt der schweren Holzlatten als Sitz- bzw. Liegefläche auf das Sportgerät gespannt ist. Durch Fußdruck auf die vorderen Enden der Kufen, Ziehen des Leitriemens sowie Gewichtsverlagerung kann er die Fahrtrichtung steuern. Die große Elastizität der Holzkonstruktion erlaubt dabei eine sehr präzise Lenkung. Gebremst wird durch Aufsetzen der Füße auf den Schnee.

High-Tech aus Aluminium

Der Alurunner in Aktion. Foto: Alurunner GmbHTüftler haben die Entwicklung von neuen Rodeln in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben. Die Geräte, die bei Weltcup-Rennen oder Olympia zum Einsatz kommen, sind individuell für den Fahrer konstruierte High-Tech-Schlitten. Aber auch für zahlungsbereite Freizeitrodler gibt es Geräte, die durch außergewöhnliche Technik beeindrucken. Der komplett aus Aluminium bestehende Alurunner etwa verfügt neben einem transparenten Kunststoffsitz über eine, mit der Hand zu bedienende Krallenbremse und einen eingebauten Stoßdämpfer. Die breiten Aluminiumkufen sorgen dafür, dass man mit diesem Schlitten fast sicher der schnellste auf der Rennbahn ist.

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