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Felsenland Wasgau: Ritterromantik trifft Kletterakrobatik

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Wenn die Bäume nicht wären, sähe die Region wahrscheinlich aus wie das Monument Valley in Miniaturformat. Wer durch die Wälder der südlichen Pfalz und des nördlichen Elsass streift, trifft oft ganz unvermittelt auf senkrecht in den Himmel ragende Felswände aus rotem Sandstein.

Der Hochstein ist ein beliebter Kletterfelsen südlich von Dahn. Foto: Patrick Küpper

Der Hochstein ist ein beliebter Kletterfelsen südlich von Dahn. Foto: Patrick Küpper

Bei den meisten Menschen weckt die Pfalz wohl vor allem Assoziationen mit Wein, Saumagen, Gemütlichkeit und Helmut Kohl. Dass sich hinter den sonnenverwöhnten Hängen der Deutschen Weinstraße noch etwas anderes verbirgt, ahnen jedoch nur wenige. Zwar sind die Höhen des Pfälzerwaldes schon von weitem gut zu erkennen, und jedem, der schon einmal in der Oberrheinebene zwischen Mannheim und Karlsruhe unterwegs war, wird im Westen seine markante Silhouette aufgefallen sein.

Ein Paradies für Kletterer

Der Kuckucksfelsen ist ein beliebter Kletterfels. Foto: Patrick Küpper

Aber wer vermutet schon, dass sich in diesem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands eine derart schroffe Landschaft versteckt? Tatsächlich gibt es nirgendwo sonst im Land eine vergleichbare Dichte spektakulärer Buntsandsteinformationen wie im Wasgau. Etwa 80 freistehende Türme und mehr als 140 Felsmassive sorgen für ein ganz besonderes Ambiente, das Kletterer aus der ganzen Republik in seinen Bann zieht. Besonders beliebt sind die Kletterrouten der Verbandsgemeinde im Zentrum der Region.
Ihr Name – Dahner Felsenland – ist Programm: In den Wäldern rund um das 5000-Seelen-Städtchen Dahn befinden sich zahlreiche mit Abseilringen ausgestattete Felsen fast aller Schwierigkeitsstufen. In Dahn selbst stehen Felsen wie die Formation Braut und Bräutigam oder der Jungfernsprung sogar direkt am Straßenrand. Die Namensherkunft des zuletzt genannten ist legendär: Auf der Flucht vor dem Raubritter Hans Trapp von Berwartstein war eine Jungfrau an den Abgrund des 70 m hohen Felsens geraten. Um ihre Unschuld zu bewahren entschied sie sich zu springen – und überlebte. An der Stelle, wo sie mit dem Fuß aufgekommen sein soll, sprudelt heute eine Quelle.

Rote Felsburgen aus längst vergangenen Zeiten

Die Burgruine Altdahn wurde auf den steilen Felsen bei Dahn errichtet. Foto: Patrick Küpper

Die Spuren der Vergangenheit sind im Wasgau allgegenwärtig. Viele der roten Felsen sind von mittelalterlichen Burgen oder Ruinen gekrönt. So wird Dahn im Südosten von der eindrucksvollen Burgengruppe Altdahn überragt, während sich zwei Kilometer nordwestlich der Stadt auf einem bewaldeten Hügel die Ruine der Burg Neudahn befindet. Bei vielen Ruinen, wie etwa der Ruine Drachenfels bei Busenberg oder den bereits auf französischem Staatsgebiet befindlichen Ruinen der Burgen Wasigenstein und Fleckenstein scheinen das Werk von Natur und Mensch miteinander verschmolzen zu sein. Der rote Sandstein, aus dem die mittelalterlichen Bauherren ihre Burgen einst errichteten, ist mittlerweile so stark verwittert, dass für den Laien häufig nicht erkennbar ist, wo der Felssockel endet und das Gebäude beginnt.

Vosegus, der pfälzisch-elsässische Berggott

Wissembourg hat eine malerische Altstadt. Foto: Patrick Küpper

Wissembourg hat eine malerische Altstadt.

Wie weit die Geschichte der Region in die Vergangenheit zurückreicht, wird anhand der etymologischen Wurzel ihres Namens deutlich. Nicht nur der Wasgau, sondern auch die benachbarten Vogesen (frz. Les Vosges) im Elsass verdanken ihren Namen dem keltischen Berg- und Waldgott Vosegus. Die Kultur hat sich über die Jahrtausende hinweg auf beiden Seiten der Grenze sehr ähnlich entwickelt. Vollkommen gleich ist sie aber natürlich nicht. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist bei einer Reise in den Wasgau auch eine Grenzüberquerung vom Pfälzerwald in die Nordvogesen sehr lohnenswert. Idyllische kleine Städtchen, wie das nur wenige Kilometer vom Deutschen Weintor entfernte Wissembourg, versprühen bereits den für das Elsass so typischen Charme. Und nach einer Wanderung durch die derzeit in den schillernsten Farben erleuchtenden Wasgau-Wälder gibt es kaum etwas besseres als einen herzhaften “Flammekueche” zu einem erfrischenden Glas Elsässer Riesling.

Hilfreiche Links:

Klettern.de

Pfalz-Touristik

Elsass Tourismus

Verkehrsverbund Rhein-Neckar

Weitere schöne Bilder findet Ihr hier:

Einige der Wasgauer Sehenswürdigkeiten auf Satellitenkarte:

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