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Das Val Codera – auf Entdeckungstour in einem wildschönen Südalpental

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Hinter dem Dörfchen Codera, das sich oberhalb einer Schlucht an den bewaldeten Hang drängt, öffnet sich das Tal.  Foto: Silke Hertel

Hinter dem Dörfchen Codera, das sich oberhalb einer Schlucht an den bewaldeten Hang drängt, öffnet sich das Tal. Foto: Silke Hertel

Auf dem Wanderparkplatz in Novate Mezzola flimmert die Luft, die Sonne steht hoch am Himmel und heiße 35 Grad im Schatten lassen nicht gerade Wanderlust aufkommen. Doch die verheißungsvollen Zeilen im Wanderführer, in dem von einem „kunstvoll ins Steilgelände trassierten Saumpfad“ hinauf in ein Bilderbuchtal die Rede ist, haben die Neugier geweckt.

Das rund 15 km lange Val Codera, im Hinterland des Comer Sees im südlichen Bergell gelegen, hält einen einzigartigen Rekord: es ist das letzte bewohnte Alpental, das für den motorisierten Verkehr unzugänglich geblieben ist. Der einzige Zugang ins Tal und in das ganzjährig bewohnte Dorf Codera stellt eine „Mulatteria“, ein Maultierpfad, dar. Neben Wanderern trifft man auf dem Weg auch immer wieder auf schwer bepackte Fernwanderer. Ihr Ziel ist der hochalpine „Sentiero Roma“, der südlich des Bergeller Hauptkamms verläuft. Da man jedoch ganz unten, in Novate Mezzola auf 212 m, starten muss, hält sich der Andrang insgesamt in Grenzen.

Von mediterranen Gefilden in die hochalpine Bergeller Bergwelt

Je höher man auf dem alten Maultierpfad gelangt, desto weiter öffnet sich der Blick über den Lago di Mezzola hinweg nach Süden. Foto: Silke Hertel

Je höher man auf dem alten Maultierpfad gelangt, desto weiter öffnet sich der Blick über den Lago di Mezzola hinweg nach Süden. Foto: Silke Hertel

Hoch über der Codera-Schlucht führt der in die Steilwände der Schlucht trassierte Maultierpfad taleinwärts zum Dörfchen Codera. Foto: Silke Hertel

Hoch über der Codera-Schlucht führt der in die Steilwände der Schlucht trassierte Maultierpfad taleinwärts zum Dörfchen Codera. Foto: Silke Hertel

Vom Wanderparkplatz in Novate Mezzola führen über 2500 Steinstufen hinauf nach Codera. Mit herrlichen Blicken über den Lago di Mezzola und den Lago di Como geht es durch schattige Esskastanienwälder und über schweißtreibende Sonnenhänge aufwärts, bis sich der Weg verflacht und in leichtem Auf und Ab hoch über dem Wildbach Codera die steile Felswand der Schlucht trassiert. Hinter Codera weitet sich das Tal – Lärchen haben die Kastanien abgelöst, das breite Flussbett ist mit Geröll und mächtigen Blöcken angefüllt und zu beiden Talseiten steigen magere Wiesen links und rechts zu den Schuttreißen und Felsen an. An den steingedeckten Häusern der Weiler Saline und Bresciadega mit dem gleichnamigen Rifugio vorbei gelangt man nach etwa vierstündiger Wanderung in den Talschluss des Val Codera. Neben dem Rifugio Brasca erwartet den ausdauernden Wanderer hier eine atemberaubende Kulisse – ein Kessel aus wilden Granitzacken, von denen sich gischtende Wasserfälle in die Tiefe stürzen.

Das Rifugio Brasca – eine Hütte, umgeben von schroffen Granitgipfeln

Umrahmt von den südlichen Bergeller Bergen liegt das Rifugio Brasca am Talschluss des Val Codera. Foto: Silke Hertel

Umrahmt von den südlichen Bergeller Bergen liegt das Rifugio Brasca am Talschluss des Val Codera. (Foto: Silke Hertel)

Auf einer weiten, grünen Lichtung inmitten eines herrlichen Talkessels gelegen, ist das Rifugio Brasca die ideale Unterkunft für alle, die am nächsten Tag auf Entdeckungstour gehen und noch weiter in die faszinierende Granitlandschaft der Bergeller Berge vordringen wollen. Zudem bietet die Hütte einen interessanten Blick auf die Nordwände des Pizzo Ligonico und der Sfinge, zwei markante, nur wenig besuchte Am Talschluss des Val Codera ragen wilde Granitzacken in den Himmel und Wasserfälle stürzen schäumend über Felsschwellen talwärts. Foto: Silke HertelGipfel. Wilde Wege, verlassene Täler, aussichtsreiche Passübergänge, anspruchsvolle Gipfel und einsame Biwakschachteln – das Val Codera ist ein Tal für Abenteurer und Entdecker.

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