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Die neue Monte Rosa-Hütte – „Energiewunder“ im Silbergewand

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Der futuristische Bau steht in 2883 m Höhe inmitten einer beeindruckenden Gletscherkulisse. (Foto: Studio Monte Rosa, Prof. Andrea Deplazes, D-ARCH, ETH Zürich)

Der futuristische Bau steht in 2883 m Höhe inmitten einer beeindruckenden Gletscherkulisse. (Foto: Studio Monte Rosa, Prof. Andrea Deplazes, D-ARCH, ETH Zürich)

Wie ein riesiger, überdimensionaler Bergkristall strahlt die neue Monte Rosa-Hütte inmitten der beeindruckenden Zermatter Gletscherwelt. Die polygonale Bauform in Verbindung mit der schimmernden Außenhülle aus Aluminium verleiht dem „Energiewunder“, wie die 4,3 Millionen Euro teure Hütte anerkennend genannt wird, ein äußerst futuristisches Aussehen.

Nach gut einem Jahr Bauzeit wurde am 26. Oktober 2009 der zukunftsweisende, hochtechnische Holzbau – auf 2883 m am Fuße der Dufourspitze gelegen – offiziell eröffnet. Im März 2010 soll die Hütte ihren Gästebetrieb aufnehmen. Dann können auch Bergsteiger und Skitourengeher das Innenleben dieses „Architekturwunders“ in Augenschein nehmen und von dem innovativen Hüttenkonzept profitieren.

Auslastungsgrenze längst erreicht

Die ursprüngliche Monte Rosa-Hütte wurde vor fast 115 Jahren errichtet. Foto: SAC-Clubhüttenbuch

Die ursprüngliche Monte Rosa-Hütte wurde vor fast 115 Jahren errichtet. Foto: SAC-Clubhüttenbuch

Die Monte Rosa-Hütte ist Ausgangspunkt für zahlreiche (Ski-)Hochtouren auf  prominente Walliser Viertausender, wie etwa auf die Dufourspitze, das Nordend, die Signalkuppe, den Liskamm, den Castor oder den Pollux. Dementsprechend beliebt ist sie seit jeher bei Bergsteigern. Bereits vor fast 115 Jahren errichtete der Schweizer Alpen Club (SAC) inmitten des imposanten Gletscherkessels hoch über Zermatt die erste Monte Rosa-Hütte, die in der Folgezeit immer weiter vergrößert wurde. In den letzten Jahren heizten große bauliche Mängel, der Ansturm der Gäste, sowie deren gestiegene Ansprüche die Debatte um eine Gesamtsanierung bzw. sogar einen Neubau der Hütte an.

Zielsetzung: energieautark, ökologisch verträglich, zukunftsweisend

Der mächtige Liskamm mit der bisherigen Monte Rosa-Hütte, die ab März 2010 Geschichte sein wird. Foto: Schlumpf (www.hikr.org)

Der mächtige Liskamm mit der bisherigen Monte Rosa-Hütte, die ab März 2010 Geschichte sein wird. Foto: Schlumpf (www.hikr.org)

Im Jahr 2003 unterbreitete die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) dem SAC das Angebot, anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums den Bau einer neuen Monte Rosa- Hütte zu realisieren. Von Anfang an stand die Zielsetzung fest: Ein energieautarkes Gebäude, das sich durch den Einsatz neuester Technologien sowie durch seine innovative Architektur auszeichnet, sollte dem extremen Hüttenstandort Rechnung tragen. Neunzig Prozent des Energiebedarfs der Hütte werden durch die Solarenergie gedeckt, d.h. nur ein Zehntel des gesamten Energiebedarfs wird mit Hilfe von Helikopter-Lieferungen von außen zugeführt. Eine in der Südfassade integrierte Photovoltaikanlage liefert den nötigen Strom. Überschüssige Energie wird in Batterien gespeichert, als ergänzende Stromquelle dient ein Blockheizkraftwerk.

In die Südfassade der neuen Monte Rosa Hütte ist eine leistungsstarke Photovoltaikanlage integriert. (Foto: Jasmin Ebener)

Das Feld mit den Photovoltaikelementen, die im optimalen Winkel exakt nach Süden ausgerichtet sind, bildete die Grundlage für den Entwurf des Gebäudes. Auch in Zeiten ohne Schmelzwasser verfügt die Hütte über fließendes Wasser. Dieses wird in den Sommermonaten in einer  Kaverne gespeichert. Eine hauseigene Anlage bereitet das Abwasser für die Toilettenspülung auf. Neben der energiesparenden Auslegung der Einzelkomponenten ist auch eine intelligente Regelung des Gesamtsystems wichtig. Durch aktuelle Klima- und Gebäudedaten, sowie durch Informationen zu Besucher- und Wetterprognosen, die ins System eingespeist werden, lässt sich die Energieeffizienz weiter steigern.

Zwölf Konzepte, 33 Studenten, vier Semester

Neue Wege wurden nicht nur im Hinblick auf die Architektur und das Energiekonzept der Hütte beschritten, sondern auch  bei der Art und Weise der Gebäudeplanung und deren Umsetzung. Insgesamt waren nacheinander rund 33 Architekturstudenten des ETHZ über vier Semester hinweg an der Planung der neuen Hütte beteiligt.

Die Gaststube der neuen Monte Rosa-Hütte, die aus Holzelementen besteht und in kleinere Bereiche unterteilt ist, bietet Platz für bis zu 120 Personen. Foto: Studio Monte Rosa, Prof. Andrea Deplazes, D-ARCH, ETH Zürich

Die Gaststube der neuen Monte Rosa-Hütte, die aus Holzelementen besteht und in kleinere Bereiche unterteilt ist, bietet Platz für bis zu 120 Personen. Foto: Studio Monte Rosa, Prof. Andrea Deplazes, D-ARCH, ETH Zürich

Zusammen mit Spezialisten aus der Industrie und Experten des SAC entstanden zunächst zwölf verschiedene Hüttenkonzepte, aus denen schließlich der heutige, an einen Bergkristall erinnernde Entwurf, ausgewählt wurde. Die letzte große Hürde stellte der Transport des insgesamt über 200 Tonnen schweren Montagebaus aus Holz dar. Wand- und Deckenelemente wurden per Helikopter zur Baustelle in einer Höhe von  2883 m geflogen, wo aus ihnen Stück für Stück die tragende Konstruktion der heutigen Hütte entstand.

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