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Europas größte Hochebene – die Hardangervidda

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Blick über die endlos weite, baumlose Hochebene der Hardangervidda. Foto: Koert Michiels (CC Lizenz Vers. 2.0)

Blick über die endlos weite, baumlose Hochebene der Hardangervidda. Foto: Koert Michiels (CC Lizenz Vers. 2.0)

Weit schweift der Blick über das riesige Felsplateau mit seinen unzähligen eiskalten Seen und Wasserläufen. Der Wind fegt über die karge Tundrenvegetation dahin. Das Klima auf der Hardangervidda – Europas größter Hochebene in Südnorwegen – ist rau, doch die Landschaft fasziniert durch ihre einzigartige, herbe Schönheit.

Über einer kargen Landschaft aus Felsen, Moosen und Flechten ragt am Horizont der Harteigen auf. Foto: Peter Fend`a (CC Lizenz Vers. 2.0)

Über einer kargen Landschaft aus Felsen, Moosen und Flechten ragt am Horizont der Harteigen auf. Foto: Peter Fend`a (CC Lizenz Vers. 2.0)

Weite Ebenen, flache Seen und wenige, sanft ansteigende Gipfel prägen das Bild der Hardangervidda. In einer Höhe zwischen 1200 m und 1400 m über dem Meer, etwa 200 km westlich von Oslo gelegen, entstand dieses Plateaufjell durch riesige Gletscher, die in der Eiszeit die Gebirgslandschaft abschliffen und ihr das heutige Aussehen verliehen.  Nur im westlichen Teil, wo mit dem 1690 m hohen Gipfel des Harteigen die größte Höhe erreicht wird und die Ebene zum Sørfjord und zum Eidfjord hin abfällt, zeigt die Landschaft schroffe Züge.

Die größte wildlebende Rentierherde im größten Nationalpark Norwegens

Große Rudel frei lebender Rentiere durchstreifen die Hochebene. Foto: Tom Olliver (CC Lizenz Vers. 2.0)

Große Rudel frei lebender Rentiere durchstreifen die Hochebene. Foto: Tom Olliver (CC Lizenz Vers. 2.0)

Von den insgesamt 8000 Quadratkilometern der Hardangervidda wurden 1981 3422 Quadratkilometer als größter Nationalpark Norwegens weitestgehend vor menschlichen Einflüssen geschützt. Neben Polarfüchsen, Vielfraßen und einer riesigen Population von Berglemmingen, lebt in der Hardangervidda auch die größte wilde Rentierherde Norwegens. Die zirka 15.000 Tiere wandern im Frühjahr von den Winterweiden im schneeärmeren Osten der Hochebene auf die höheren, fruchtbaren Sommerweiden im Westen.

Quer durch die Hardangervidda – ein Wanderabenteuer mit fantastischen Eindrücken

Der Plateaugletscher des Hardangerjøkul ist einer der größten Gletscher Norwegens. Foto: Torbjørn T. (CC Lizenz Vers. 2.0)

Der Plateaugletscher des Hardangerjøkul ist einer der größten Gletscher Norwegens. Foto: Torbjørn T. (CC Lizenz Vers. 2.0)

Eine Ost-West-Durchquerung der Hardangervidda ist eine faszinierende Begegnung mit der Weite des Nordens und zuweilen ein Kampf mit den Unbilden des Wetters. Schon die  bedeutenden Polarforscher Amundsen und Nansen nutzten Touren in der Hardangervidda als Vorbereitung auf ihre Polarexpeditionen. Sogar wenn heftige Böen Nebel- und Regenschleier über die Hochebene jagen, entfaltet das Fjell seinen unheimlichen Reiz. In sechs Tagen führt die Wanderung von Hütte zu Hütte – von der Bahnstation Ustaoset im Osten bis Finse im Westen. Die Hütten des DNT – des Norwegischen Wandervereins – und viele privat bewirtschaftete Hütten, die meist im Abstand von 15 bis 20 km auseinander liegen, dienen als gemütliche Unterkunft. Über sanfte, moos- und flechtenbewachsene Hügel leitet die Strecke an zahlreichen glitzernden Seen, Bächen und mit Wollgras übersäten Tümpeln vorbei westwärts zur hochalpin geprägten Gletscherlandschaft des Hardangerjøkul, einer der größten Gletscher Norwegens. Besonders reizvoll ist die Tour im September, wenn der Herbst die Tundra in flammende Orange- und Rottöne taucht.

Eine besondere Herausforderung – Skidurchquerung der Hardangervidda

Der Winter hat die Hochebene viele Monate lang fest im Griff. Foto: Markus Solberg (CC Lizenz Vers. 2.0)

Der Winter hat die Hochebene viele Monate lang fest im Griff. Foto: Markus Solberg (CC Lizenz Vers. 2.0)

Im Winter verwandelt sich die Hardangervidda in eine eisige Schneehölle. Mit Tiefsttemperaturen bis zu -40 Grad präsentiert sich der Osten der Hochebene besonders unwirtlich. Während hier verhältnismäßig wenig Schnee fällt, sind Schneehöhen von 2 m und mehr im Westen keine Seltenheit. Im Frühling, wenn die Witterungsverhältnisse gemäßigter sind, stellt die Hardangervidda jedoch ein beliebtes Skiwandergebiet dar. Wer eine besondere Herausforderung sucht, kann die Skidurchquerung der Hochebene in Angriff nehmen und  unendliche weiße Weiten entdecken. Die richtige Orientierung und der Kampf gegen Wind und Wetter machen die Tour zu einem echten Abenteuer.

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