Wanderlust mit Kunstgenuss
Der Weg ist das Ziel. Kaum ein Sprichwort trifft den Gedanken der Kunstwanderwege, die immer zahlreicher entstehen, als dieses. Innehalten, zur Ruhe kommen und zum Nachdenken anregen – das sind die wesentlichen Intentionen, die die Macher der Kunstwanderwege den Besuchern mitgeben möchten. So unterschiedlich wie die Regionen sind auch die ausgestellten Werke. Mal mehr, mal weniger sichtbar, reichen sie von winzig kleinen Gebilden bis hin zu meterhohen Installationen, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Trotz der Unterschiede haben sie aber doch etwas gemeinsam: Die Künstler arbeiten meist mit naturnahen Materialien und möchten durch ihre Kunst den Menschen die Natur und ihre Schönheit sowie auch deren Vergänglichkeit näher bringen.
Ars Natura
Das Projekt Ars Natura ist sicherlich eines der größten in Deutschland. Mitten in Deutschland soll so ein flexibel und individuell zu erwanderndes, attraktives Gebiet entstehen, das von Jahr zu Jahr größer wird und viele Kunstwerke am Wegesrand zu bieten hat. Der erste Kunstpfad entstand im kurhessischen Heiligenberg zwischen Felsberg und Melsungen. Der Rundweg, auf dem sich 15 Kunstwerke befinden, wurde am 1. September 2001 eröffnet. Da der Heiligenberg Landschaftsschutzgebiet ist, verwirklichten die Macher hier ein Konzept, das auf der Idee der Vergänglichkeit beruht. Daher ist hier deutlich zu beobachten, wie einige der Arbeiten wieder unauffällig in die Natur übergehen. Mittlerweile wurden zahlreiche Teilstrecken entlang der Fernwanderwege X8 und X3 eröffnet. Entlang des Barbarossaweges entstanden im Schwalm-Eder-Kreis auf 75 km etwa 105 Kunstwerke.
Erholung durch Wandern und intensives künstlerisches Erlebnis im “Galerieraum Natur” sollen zusammenwirken, daher ist etwa pro Kilometer die Installation eines Werkes geplant.
Panoramaweg der Kreativität
Etwas überschaubarer dagegen ist der „Panoramaweg der Kreativität“ im Gebiet Schlick 2000 im Tiroler Stubaital. „In guten Händen“, „Herzensangelegenheiten“ und „Hollywoodschaukel“: So heißen einige der künstlerischen Sitzgelegenheiten auf 2160 m Höhe. Insgesamt sieben Panoramabänke von heimischen Kunsthandwerkern laden Wanderer zum Betrachten und Ausruhen ein. Der kurze und leicht begehbare Kunstweg wird ab Ende August 2009 von der neuen Aussichtsplattform StubaiBlick gekrönt, die Besuchern eine eindrucksvolle Aussicht auf das Massiv der Stubaier Kalkkögel und eine Fernsicht über Innsbruck bis hin zum Wilden Kaiser ermöglicht.
Kunstweg MenschenSpuren
Mitten im Neandertal liegt der „Kunstweg MenschenSpuren“. Direkt am Neandertal-Museum in Mettman beginnt der Rundweg zu Werken von elf Künstlern. Bei einem Spaziergang durch das Waldstück zwischen Museum und Wildgehege kann die Spannung Mensch-Natur erlebt werden. Die unterschiedlichen Kunstwerke fordern auf zur Selbstreflexion über die Natur des Menschen und sollen so zu einer neuen Betrachtungsweise der Natur leiten. Die Spuren der Künstler verbinden sich auf dem Rundweg an der Düssel in immer neuer Weise mit der Landschaft. Viele der Arbeiten müssen regelrecht entdeckt werden oder verändern ihren Zustand je nach Jahreszeit. Danach ist im Neandertal-Museum noch ein Ausflug in die Vergangenheit möglich. In der Nähe wurde 1856 das Skelett eines Steinzeitmenschen gefunden. Die Ausstellung beschäftigt sich mit deren Lebensweise und stellt den Alltag.
Der Kunstweg liegt im freien und öffentlichen Raum und ist somit jederzeit zugänglich. Zu jeder Skulptur gibt es eine Säule mit dem Namen der Skulptur, den Künstlern und mehreren Audioanschlüssen für Kopfhörer, über welche man Interviews mit den Künstlern hören kann.
Der höchste Kunst-Wanderweg Deutschlands auf dem Blomberg
Seit Herbst 2008 gibt es auf dem Blomberg 17 Skulpturen, Plastiken und Land-Art-Projekte zu bestaunen, die der Kunstverein Tölzer Land e. V. ausgestellt hat. Der Weg auf dem Blomberg-Plateau steht unter dem Motto „Sinneswandel“. Die Zielsetzung soll sein, intensiver über die eigene Einstellung zur Umwelt in Zeiten des Klimawandels nachzudenken. Dazu sollen die Werke Anstoß geben. Der Kunst-Wanderweg ist etwa 1,2 Kilometer lang und verläuft zwischen Wackersberger Alm und Blomberg-Haus. Die Kunstwerke werden zwei Jahre auf dem Blomberg bleiben. In dieser Zeit befindet sich auch der Kunstwanderweg in einem stetigen Wandel: Objekte kommen hinzu, vergehen oder werden an einem anderen Ort aufgestellt.
Fränkische Straße der Skulpturen
Die Fränkische Straße der Skulpturen beheimatet moderne Kunstwerke nationaler und internationaler Künstler. Zwischen den Ortschaften Litzendorf, Lohndorf und Tiefenellern rief 1994 von der Oberpfälzer Bildhauer und Grafiker, Ad Freundorfer aus Lohndorf, diese Ausstellung ins Leben. Die Kunstwerke befinden sich nahezu alle im Besitz der jeweiligen Künstler, die sie für mindestens zwei Jahre auf der Skulpturenstraße belassen.
Grundgedanke der Fränkischen Straße der Skulpturen ist es, die Kunst aus den Museen zu holen und sie einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Schätzungen zufolge haben mehr als 20.000 Besucher diese Freilandausstellung besucht. Getragen wird das Projekt von einem eigens dafür gegründetem Freundeskreis „Fränkische Straße der Skulpturen“.
Im Jahr 2005 sind zur bestehenden Kunst-Natur-Route weitere künstlerische Arbeiten hinzugekommen. Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken nahm den Grundgedanken auf und ließ fünf künstlerisch gestaltete Flurdenkmale fest installieren. Dazu gehört die “Juraschnecke” von Harald Müller. Optimaler Ausgangspunkt zur Besichtigung aller Kunstwege im Ellerntal ist der Wanderparkplatz westlich vor Lohndorf.
Hoher Fläming
Der Naturpark Hoher Fläming ist eine malerische Landschaft mit alten Laubbaumalleen, Hecken voller Wildobst, kleinen Feldgehölzinseln inmitten wogender Kornfelder und historischen Sichtachsen auf den Schlossturm Wiesenburg oder die Burg Eisenhardt. Der hier entstandene Kunstwanderweg ist ein System von Skulpturenwegen, das die Bahnhöfe von Belzig und Wiesenburg/Mark verbindet. Als Ergebnis eines bundesweiten Wettbewerbs sind hier auf der 17 km langen Nordroute zehn Kunstobjekte zu entdecken. Die Südroute soll im Sommer 2010 eröffnet werden und verschiedene Verbindungswege sind in Planung. Die Kunstobjekte sind für Wanderer konzipiert und greifen inhaltlich, teilweise auch durch ihr Material die umgebende Landschaft des Flämings auf. Wer möchte, kann sich auch einen Audio-Guide ausleihen und so Wissenswertes über die Kunstwerke erfahren.
Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, Kunstwerke zu Fuß zu entdecken, findet Ihr hier noch einige Vorschläge aus outdooractive.com:
Kunst- und Besinnungsweg Fränkische Toskana bei Lohdorf
Kunst- und Skulpturenweg der Gemeinde Maierhöfen
SkulpTour – ein Stadtrundgang in Münster
Weyarner Kulturpfad
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