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Thorsten Hoyer – Auf der Erstbesteigerroute auf den Elbrus

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Der Elbrus. Quelle: Thorsten HoyerThorsten Hoyer, der „laufende“ Helfer, hat es sich zur Aufgabe gemacht, extreme Wanderungen und Expeditionen zu unternehmen. Damit aber nicht genug: Seine Unternehmungen stehen meist unter einem wahrlich guten Stern. Er nutzt die Aufmerksamkeit, um auf Charity-Projekte wie „Target“ von Rüdiger Nehberg oder „Malaika“ hinzuweisen. Sein letzter Coup brachte ihn auf der Route der Erstbesteiger auf den 5.642 m hohen Elbrus im Kaukasus – pünktlich zum 180jährigen Jubiläum. Was er dabei alles erlebte, erzählt er uns am besten selbst:

Nach meiner Ankunft im Kaukasus ging es mit einem Allrad-LKW über abenteuerliche Straßen ins Base-Camp auf 2.600 m. Noch am selben Tag richteten wir das Lager I auf 3.200 m ein, um am nächsten Vormittag dorthin aufzusteigen sowie eine Depot auf 3.500 m anzulegen. Auf dem Rückweg zum Lager I setzte starker Regen ein, der das Klettern über die mit Moos und Flechten bewachsenen Blockfelder zu einer überaus rutschigen Angelegenheit machten. Der Regen hörte auch nachts nicht auf und ging am frühen Morgen in Schnee über. Deshalb verschoben wir den geplanten Aufstieg auf 3.800 m auf die Mittagszeit. Der Schneefall machte uns aber einen Strich durch die Rechnung und so verbrachten wir den gesamten Tag mit Tee trinken im Zelt. Der Schnee hatte aber auch Vorteile: Das Teewasser lag quasi vor dem Zelt.

Den Elbrus immer im Blick. Quelle: Thorsten HoyerAufstieg zu Lager II
In der folgenden Nacht ließ der Schneefall endlich nach. Das Wetter war aber trotzdem alles andere als einladend. Allem Schnee zum Trotz begannen wir gegen 11 Uhr mit dem Aufstieg über Blockfelder und Geröllhänge zur Biwakschachtel, unserem Lager II, auf 3.800 m. Die Wetteraussichten waren nicht gut. In der Nacht machten starke Sturmböen einen erholsamen Schlaf unmöglich. Der nächste Tag begann mit Sonnenschein und wir unternahmen einen  Akklimatisierungsaufstieg mit Seil, Steigeisen und Eispickel bis auf 4.200 m. Unterwegs begegnete uns ein einzelner Bergsteiger, der schnurstracks auf ein großes Spaltengebiet zuhielt. Am Tag zuvor hat er seine Kameraden bei schlechtem Wetter etwa 200 m unterhalb des Gipfels verloren. Er verbrachte die Nacht auf 4.600 m völlig ungeschützt, ohne Verpflegung und war dementsprechend völlig dehydriert, verwirrt und entkräftet. Auf Zurufe reagierte er zunächst nicht. Zum Glück erreichten wir ihn kurz vor den Gletscherspalten, versorgten ihn mit Tee, nahmen ihn ans Seil und brachten ihn sicher runter. Die russische Expedition, zu der er gehörte, beobachtete das Geschehen mit dem Fernglas von ihrem Lager aus. Zwei von ihnen kamen uns entgegen und nahmen ihn freudestrahlend in Empfang. Nach der Rückkehr in unser Lager belohnten wir uns mit heißem Tee, kräftigem Speck und einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Blick über ein Wolkenmeer. Quelle: Thorsten HoyerMit Sonnenschein zu Lager III
Endlich war auch Petrus auf unserer Seite und ließ die Sonne vom stahlblauen Himmel strahlen. Am Lenzfelsen auf 4.600 m wurde das Depot für Lager III angelegt. Anschließend stiegen wir noch bis auf 4.750 m auf, bevor es wieder hinunter zur Biwackschachtel ging. Während des Abstiegs schlug das Wetter plötzlich wieder um, dichte Wolken und Schneefall erschwerten das Fortkommen. Die folgende Nacht war stürmisch und der nächste Tag ließ keinen Aufstieg zu. Dichte Wolkendecken und weitere Schneefälle zwangen uns zu einem weiteren Ruhetag. Das nicht kalkulierbare Wetter verursachte uns zunehmend Sorgen, ob für uns der Aufstieg auf Lager III (4.600 m) und die Übernachtung überhaupt möglich wäre. Dies hätte bedeutet, dass nur noch ein einziger Reservetag für den Gipfel bestanden hätte – in diesem Fall hätten über 1.800 Höhenmeter an einem Stück bewältigt werden müssen…und der Abstieg käme noch dazu! Bei ungünstiger Wetterlage eine gefährliche, weil zeitraubende Tour. Der kommende Vormittag war glücklicherweise sonnig und warm. Nach einem schnellen Frühstück begannen wir sofort mit dem Aufstieg zu Lager III. Wir bauten die Zelte ab und schon wieder begann es leicht zu schneien. Dennoch trafen wir die  Vorbereitungen für den bevorstehenden Gipfelanstieg. Sturmböen zerrten an den zusätzlich mit Steinen beschwerten Zelten. An richtigen Schlaf war in dieser Höhe kaum zu denken.

Thorsten Hoyer auf dem Gipfel. Quelle: Thorsten HoyerDer Marsch zum Gipfel
Um 03:30 Uhr und bei -12°C wollte ich den warmen Schlafsack eigentlich nicht verlassen.  Die kalten, schweren Bergschuhe warteten aber. Umso mehr freute ich mich auf einen heißen Tee. Allerdings hatten wir vergessen, die Gaskartuschen in den Schlafsack zu legen. Und so dauerte es sehr lange, bis wir einen dampfenden Becher in den Händen hielten. Um 05:30 Uhr begann der Marsch in Richtung Gipfel. Ein prächtiger Sonnenaufgang und ein atemberaubender Blick über den Kaukasus-Hauptkamm entschädigten uns schon jetzt für jede Anstrengung. Den Ostgipfel mit seinen 5.621 m erreichten wir um 11:10 Uhr – endlich auf dem Dach Europas! Einige Fotos später mussten wir uns wieder verabschieden und den Abstieg in Angriff nehmen, denn es zogen bereits wieder dichte Wolken auf. Wir konnten jedoch ohne Probleme die jeweiligen Etappenziele erreichen, bevor wir die lange Rückfahrt über ausgewaschene Lehm- und Schotterpisten nach Pjatigorsk antraten. Dort erwartete uns ein leckeres Abendessen mit anregenden Getränken und die Rückreise nach Deutschland.

Nach dem anstrengenden Gipfelmarsch ist Thorsten Hoyer nun erstmal in Deutschland, um weitere Projekte zu planen. Eines hat er schon am 18. und 19. September verwirklicht: Er wanderte 24 Stunden lang durch den Naturpark Edersee-Kellerwald. Wer mehr über Thorsten Hoyer und seine Touren erfahren möchte, kann sich auf www.thorsten-hoyer.de über seine Aktionen informieren.

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