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Soweit die Füße tragen…Thorsten Hoyer hilft „laufend“

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Thorsten Hoyer läuft für den guten Zweck. Quelle: Thorsten Hoyer

Thorsten Hoyer läuft für den guten Zweck. Quelle: Thorsten Hoyer

Sport machen und dabei Gutes tun – das hat sich Thorsten Hoyer auf die Fahnen geschrieben. Der Extrem-Wanderer hat vor kurzem sein neuestes Projekt in Angriff genommen: Rheinsteig nonstop. Dabei bewältigte er 209 km ohne ein kurzes Nickerchen zwischendurch. Warum tut man sich das an? Weil es machbar ist, meint Thorsten Hoyer dazu. Mit seinen Aktionen will er aber nicht auf sich, sondern auf die Projekte aufmerksam machen, für die er läuft. Unter anderem war der ehemalige Koch schon für „Target“ von Rüdiger Nehberg, einer Organisation, die Aktionen für Menschrechte betreut, unterwegs oder für das Malaika-Projekt, für das sich auch die Afrika-Radler auf den Weg von Berlin nach Nakuru/Kenia gemacht haben.

Wie er seine Nonstop-Rheinsteig-Tour selbst erlebt hat und was ihm dabei so alles durch den Kopf gegangen ist, könnt ihr hier selbst lesen:
Da stand ich nun also am 04. Juni 2009 um kurz vor 8 Uhr in Wiesbaden am Schloss Biebrich und beantwortete dem Journalisten geduldig seine Fragen. Ich wusste, dass sie nun bald wieder kommen würde – die Frage nach dem „Warum?“. Da war sie auch schon: „Warum läuft jemand bis zu 200 km am Stück, allein und ohne zwischendurch zu schlafen?“ Eine durchaus berechtigte Frage. Allerdings ist sie nicht ganz so einfach zu beantworten.

„Weil es machbar ist“, ist vielleicht eine auf das Wesentliche reduzierte Erklärung. Natürlich stecken für mich noch viel mehr Beweggründe dahinter: Herausforderung, Grenzerfahrung, das Widerlegen eines „geht nicht“, das unbedingte Erreichen eines Ziels… Und dann gibt es noch die hervorragende Möglichkeit, „laufend“ zu helfen – ich unterstütze mit meinen Extremwanderungen das Malaika-Projekt.

Unterwegs im Aconcagua-Nationalpark in Argentinien. Nach guter Akklimatisierung erfolgte der Aufstieg zum   Plaza Francia unterhalb der mächtigen vereisten Südwand des Aconcagua. Quelle: Thorsten Hoyer

Unterwegs im Aconcagua-Nationalpark in Argentinien. Nach guter Akklimatisierung erfolgte der Aufstieg zum Plaza Francia unterhalb der mächtigen vereisten Südwand des Aconcagua. Quelle: Thorsten Hoyer

Fernwanderwege nonstop

Das Erreichen eines Zieles nannte ich gerade noch als Motivator. Was passiert aber, wenn ein solches fehlt? Genau das war die spezielle Schwierigkeit bei meiner Rheinsteig-Aktion: 320 km in Verbindung mit scheinbar unendlich vielen Höhenmetern am Stück ohne Schlafpause zu laufen – mir war bewusst, dass ich dieses Ziel nicht hätte erreichen können. In den vergangenen Jahren habe ich Wanderwege wie den Kellerwaldsteig (155 km), den Rothaarsteig (160 km) und den Elisabethpfad (195 km) nonstop erwandert und wusste von daher, dass es nach 50 Stunden ununterbrochenen Laufens sehr, sehr schwer wird. Wie man sich fühlt, wenn man eine Route über verschiedene Höhenwege um das Tauferer Ahrntal/Südtirol innerhalb von 36 Stunden mit 5000 Höhenmetern hinter sich gebracht hat.

Also sollte es diesmal eine Wanderung ohne ein fest definiertes Ziel sein. Ich ertappte mich aber immer wieder dabei, wie ich mir unterschwellig doch bestimmte Kilometermarken setzte. Das Wetter war auf meiner Seite: eher kühlere Temperaturen, nicht sehr viel Wind und es sollte weitestgehend trocken bleiben. Sehr angenehm war die abwechslungsreiche Landschaft. Die ständig wechselnden Eindrücke und Ausblicke ließen die Zeit kurzweilig werden.

Island nonstop: Thorsten Hoyer am Ende der zweiten, durchwanderten Nacht. Quelle: Thorsten Hoyer

Island nonstop: Thorsten Hoyer am Ende der zweiten durchwanderten Nacht. Quelle: Thorsten Hoyer

Harte Anstrengung  – nicht nur für die Füße

Wie es sich ohne Abwechslung läuft, erfuhr ich im September 2008. Damals durchquerte ich im Alleingang und ohne Schlafpause das Isländische Hochland entlang der Kjölur-/Kjalvegurroute. Von den 215 km zwischen dem kleinen Ort Varmahlid im Norden und dem Gullfoss in Süden führte der allergrößte Teil der Strecke durch die schwarze Sand- und Steinwüste des Hochlandes. Nur etwa in der Mitte der Route gab es ein wenig Abwechslung durch die Gletscher am Horizont und die grüne Oase Hveravellir, eine heiße Quelle. Diese Eintönigkeit gepaart mit den Anforderungen, die das Wetter stellte sowie der immer lauernden Gefahr des Verlaufens, machten diese Tour zu meiner bisher anspruchsvollsten – besonders für die Psyche.

Orientierungsschwierigkeiten gibt es am Rheinsteig natürlich keine. Allerdings musste ich nachts mit zunehmender Müdigkeit auch auf gut markierten Wegen aufpassen, dass ich nicht vom Pfad abkomme. Doch es lief alles hervorragend. Ich fühlte mich verhältnismäßig fit und vor allem ging es meinen Füßen auch nach über 40 Stunden noch sehr gut. Zwischendurch wartete an den abgesprochenen Punkten der Journalist auf mich und so gab es für mich auch immer wieder eine zusätzliche Abwechslung…und keine Selbstgespräche!

Endlich am Ziel der nonstop-Wanderung auf dem Elisabethpfad von der Wartburg bei Eisenach bis zur   Elisabethkirche in Marburg. Quelle: nh

Endlich am Ziel meiner nonstop-Wanderung auf dem Elisabethpfad von der Wartburg bei Eisenach bis zur Elisabethkirche in Marburg. Quelle: nh

Die letzten vier Stunden der Tour – von Vallendar bis nach Sayn – legte ich im strömenden Regen zurück. Nach 209 km, knapp 6.200 Höhenmetern und 52 Stunden war dies ein überaus nasser Abschied vom Rheinsteig.

Nächtes Ziel: Elbrus

Ein bisschen wäre allerdings noch gegangen. Und deshalb laufen auch schon die nächsten Planungen: Dann soll es noch ein Stück weiter gehen. In Kürze steht die Reise in den Kaukasus und die Besteigung des 5.642 m hohen Elbrus an. Dabei werde ich versuchen, den Gipfel über die Nordroute zu erreichen. Diese Region ist völlig ursprünglich und es ist keinerlei touristische Infrastruktur vorhanden. Deshalb müssen wir die komplette Ausrüstung und unseren Proviant mitführen. Diese Nordroute ist übrigens auch die Route, über die die Erstbesteiger im Juli 1829 den Gipfel erreicht haben. Nach exakt 180 Jahren, also etwa zwei Wochen später, möchte ich nun versuchen, dem Weg der Erstbesteiger bis zum Gipfel zu folgen.

Wie die Tour auf den Kaukasus verläuft und was sich Thorsten Hoyer noch alles einfallen lässt, um „laufend“ zu helfen, erfahrt ihr natürlich auf www.outdooractive.com. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

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Kommentare

  1. Neu: outdooractive.com-podcast – Die ganze Outdoor-Welt in Deinem Ohr! - Outdoor Blog » outdooractive
    27.07.2009 07:38

    [...] Soweit die Füße tragen…Thorsten Hoyer hilft „laufend“: zum Artikel. [...]

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