Grüne Hügel und steile Küsten – der Ring of Kerry
Wer den Ring of Kerry nicht gesehen hat, der kennt Irland nicht. Eingebettet in grüne, von Steinmauern durchzogene Hügel, liegen kleine Dörfer, Cottages oder Herrenhäuser. Ruinen von Burgen und Klöstern, Steinreihen und Ogamsteine zeugen von der langen Siedlungsgeschichte der Region und warten darauf, von uns entdeckt zu werden. Zwischen den steilen Felsklippen am Atlantik laden einsame Buchten mit Sandstränden zum Spazierengehen oder Windsurfen ein.
Eine Landschaft wie im Bilderbuch – das ist es, was jährlich Touristen aus aller Welt an den Ring of Kerry in der gleichnamigen irischen Grafschaft zieht. Auf einer Strecke von 170 km windet sich die Panoramastraße – mal näher, mal etwas weiter entfernt vom tosenden Atlantik – an der Küste der Halbinsel Iveragh entlang und bietet den Besuchern dabei herrliche Ausblicke auf die steilen Klippen, die raue See und die vielen kleinen, vorgelagerten Inseln.
Wer sich das Fahren im Linksverkehr auf der schmalen, gewundenen Straße nicht zutraut, der kann die Strecke gemütlich in einem der Reisebusse zurücklegen, die in Killarney oder Killorglin starten. Da diese großen Gefährte kaum aneinander vorbeikämen, dürfen Busse den Ring of Kerry nur in eine Richtung – gegen den Uhrzeigersinn – befahren. Für alle anderen bietet sich die Gegenrichtung an – so läuft man nicht Gefahr, eine längere Passage hinter einem der Busse herrollen zu müssen. Wir starten also in Kenmare fahren von dort die N70 im Uhrzeigersinn entlang und kommen bald nach Sneem. Das schmucke Dorf mit seinen bunten Häusern, den vielen Pubs, Restaurants und Geschäften hat einst den Wettbewerb „Tidy Town“ gewonnen. Vorbei an Caherdaniel, mit dem herrschaftlichen Derrynane House kommen wir nach Eightercua, wo sich eine der beeindruckendsten Steinreihen Irlands befindet. Die aus vier bis zu 3 m hohen Steinblöcken bestehende Anlage aus dem Jahr 1700 v. Chr. ist nur ein Beispiel für die vielen frühgeschichtlichen Highlights, die sich wie Perlen entlang des Rings of Kerry aufreihen.
Bei Waterville verlassen wir kurz die N70 und den Ring of Kerry, um einen Ausflug in den äußersten Südwesten der Iveragh-Halbinsel zu machen. Auf dem Ring of Skellig fahren wir nun über Ballinskelligs mit seiner romantischen Klosterruine nach Portmaggee, von wo uns eine Brücke nach Valencia Island hinüberführt. Dort gibt es neben einem Garten mit südländischen Pflanzen und einer Mariengrotte einige vorzeitliche Denkmäler wie Ogamsteine oder Keilgräber zu sehen. Die versteinerten Fußspuren, die hier in einem Steinbruch gefunden wurden, zählen zu den ältesten bekannten Fußspuren von Leben auf dem Land. Die Aussicht von der Küste zu den beiden malerischen Felseninseln Skellig Michael und Little Kellig ist großartig.
Fast schon zum Pflichtprogramm gehört es, von Portmaggee zur größeren der beiden Inseln überzusetzen. Bekannt ist Skellig Michael durch ein Mönchskloster, das hoch oben auf dem rauen Felsen liegt und seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Fast 600 Steinstufen führen zu dem Kloster hinauf, dessen Atmosphäre und Aussicht einmalig sind. Vom 6. bis 11. Jahrhundert lebten jeweils um die zwölf Mönche an diesem abgelegenen und schwer zugänglichen Ort mitten im Meer, bevor sie auf das Festland umsiedelten und das Kloster in Ballinskelligs gründeten. Zahlreiche Vögel nisten hier, mit etwas Glück können wir sogar bunte Papageitaucher entdecken. Die benachbarte Insel Little Skellig gehört ganz den gefiederten Bewohnern. Sie beherbergt mit etwa 27 000 Brutpaaren eine der größten Basstölpelkolonien der Welt und darf nicht betreten werden.
Wieder zurück auf dem Ring of Kerry folgen wir dem Küstenverlauf weiter in Richtung Nordosten bis nach Killorglin. Dabei passieren wir nahe Caherciveen die sehenswerte, fast komplett von Moos und Gras bewachsene Ruine von Ballybary Castle und können im Freilichtmuseum Bog Village hinter Glenbeigh in die traditionelle Lebensweise der Region eintauchen. Killorgin, der nördlichste Punkt des Ring of Kerry, ist für die dreitägige „Puck Fair“ bekannt, bei der alljährlich im August ein Ziegenbock zum König von Irland gekrönt wird. In Killorgin verlassen wir den Küstenverlauf, unsere Route wendet sich landeinwärts und führt uns auf der N72 und N71 wieder zurück nach Kenmare.
Doch auch hier im Landesinneren ist der Ring of Kerry nicht zu verachten. Besonders in der Umgebung von Killarney bietet er uns noch einige Highlights. Im Killarney Nationalpark befinden sich die ältesten Eichenwälder und mit die höchsten Berge Irlands. Besonders eindrucksvoll ist der Gap of Dunloe, eine romantische Schlucht, die wir uns unbedingt anschauen sollten. Bei einer Wanderung durch das nahe Black Valley lässt sich noch weitgehend unberührte Natur genießen. Danach können wir vom Aussichtspunkt „Ladie’s View“ die umliegende Berg- und Seenlandschaft bewundern. Die drei großen Seen Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake, die wir von hier aus überblicken können, machen ein Drittel der gesamten Nationalparkfläche aus.
Auf einer Landzunge im Lough Leane steht Ross Castle. Die Burg ist noch eingerichtet wie im 16. und 17. Jahrhundert und kann im Rahmen einer Führung besichtig werden. Von Ross Castle aus können wir auch zur Insel Inisfallen Island rudern, um dort die Ruinen eines uralten Klosters zu besichtigen. Schließlich statten wir dem Muckross Lake einen Besuch ab, der mit dem gleichnamigen Herrenhaus, einer alten Klosterruine und dem 70 m hohen Torc-Wasserfall zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Irlands gehört. Dann geht es zurück nach Klenmare wo sich der „Ring of Kerry“ schließt. Wer noch mehr von der Westküste Irlands sehen möchte, dem sei der nördlich verlaufende Ring of Dingle oder der südlich gelegene Ring of Beara empfohlen.
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09.07.2009 16:47
[...] vor. Mit dabei sind die Great Ocean Road in Australien, die Atlantikstraße in Norwegen, der Ring of Kerry in Irland, die Amalfitana in Italien sowie die California Stateroute № 1 in den USA. Auch wenn sich diese [...]