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Erfolg für blinden Bergsteiger Jörg von de Fenn am Elbrus

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Jörg von de Fenn und seine Begleiterin Oxana am Gipfel des ElbrusWieder einmal hat er es geschafft: Der blinde Bergsteiger Jörg von de Fenn aus Amendingen bei Memmingen stand am 23. Juni 2009 auf dem Gipfel des höchsten europäischen Berges, dem Elbrus (5642 m) im Kaukasus. Im Februar dieses Jahres war es dem seit seinem 21. Lebensjahr Erblindeten gelungen, den Gipfel des Kilimandscharo, den mit 5895 m höchsten Berg Afrikas zu erreichen. In unserem Blog konntet Ihr bereits vom Erfolg am Elbrus lesen. Neu für Jörg war diesmal, dass er seine Begleitung nicht kannte.

Lediglich bei den Akklimatisationstouren kurz vor dem erfolgreichen Gipfelversuch hatte er die Möglichkeit, sich mit seiner Begleitung vertraut zu machen. Und das, obwohl gerade mit seinem Handicap das Vertrauen bei solchen Unternehmungen ein ganz entscheidender Faktor ist. Dabei helfen Jörg auf jeden Fall auch seine Zuversicht und sein unbändiger Wille. Erfolgreich – wie man sieht.

Kompakte Unternehmung

Morgentlicher Aufstieg zum Gipfel des ElbrusIn nur sieben Tagen inklusive Hin- und Rückflug bietet der Dresdner Reiseunternehmer Diamir die Besteigung des Elbrus an, bei dem auch Jörg gebucht hatte. Insgesamt elf Teilnehmer waren so vom 19. Juni an im russischen Kaukasus unterwegs. In einem straffen Programm absolvieren die Teilnehmer zunächst zwei Akklimatisationstouren, um bereits am vierten Reisetag den Gipfel in Angriff zu nehmen. Technisch ist der Elbrus als unschwer einzustufen. Jedoch muss jeder Aspirant mit den Auswirkungen der Höhe rechnen. Auch die Kälte und der Wind können den Bergsteigern zusetzen. Der Umgang mit Pickel und Steigeisen muss selbstverständlich sein und die Anforderungen an die Kondition der Teilnehmer ist enorm.

Über den Normalweg auf den Gipfel

Großartiges Panorama im Aufstieg zum Elbrus. © Jörg von de FennDa am Elbrus gerne Ski gefahren wird, können die Bergsteiger um Jörg mechanische Aufstiegshilfen in Anspruch nehmen, um die erste Höhe zu gewinnen. Die Gondelbahn bringt die Bergsteiger in Richtung Elbrus. Einfache Bergsteigerhütten in Tonnenform auf 3800 m Höhe – genannt Botschkis (Tonnen) – werden zum „Basislager“. Die Pastuchov-Felsen in 4700 m Höhe werden in der Regel am Tag vor dem eigentlichen Gipfeltag besucht, um der Akklimatisation Genüge zu tun.
Von den Botschkis steigt Jörg mit seinen Begleitern am Gipfeltag um 3.30 morgens in bewährter Weise (er hält sich einfach am Rucksack seiner Begleiterin Oxana fest) die endlos wirkenden Hänge in Richtung Elbrus-Gipfel auf. Zu den Pastuchov-Felsen – Ziel des Vortages – gelangen die Bergsteiger gegen Sonnenaufgang. Weiter geht es in Richtung Elbrus-Sattel auf 5300 m Höhe. Ihr Ziel, den Elbrus-Westgipfel, der den Ostgipfel um elf Meter überragt, erreicht die Gruppe gegen 12.15 Ortszeit. Im Unterschied zum Kilimandscharo muss Jörg am Elbrus mit dem Medium Schnee zurechtkommen. „Immerhin fällt man weicher“ – so seine Aussage, denn manches Stolpern ließe sich als Blinder einfach nicht verhindern.

Kaum unten – schon das nächste Ziel im Kopf

Kaukasische Hochgebirgslandschaft im Elbrus-Gebiet. © Jörg von de FennNach 14 Stunden anstrengender Plackerei erreicht die Gruppe wieder die Botschkis auf 3800 m. Natürlich feiert das Team ausgiebig den Gipfelerfolg. Aber Jörg hat schon sein nächstes Ziel im Kopf: Er will im Dezember dieses Jahres noch dem Cerro Aconcagua (6963 m) in Südamerika zu Leibe rücken. Mittlerweile kann sich Jörg auch über die Unterstützung von Vaude, Lowa und Leki freuen, die ihn kompetent ausstatten und ihm dabei helfen, seine ehrgeizigen Ziele auch in Zukunft verwirklichen zu können. Wir sind auf seine Eindrücke gespannt und halten Euch natürlich wie gewohnt in Blog und Magazin auf dem Laufenden.

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