Tipps zur Ausrüstung für eine MTB-Transalp
Eine Etappentour mit dem Mountainbike über die Alpen ist ein Abenteuer, das immer mehr Biker suchen. Mit dem ersten großen Mountainbikeboom in Deutschland Anfang der 1990er Jahre begann auch die Geschichte der Transalp. Es waren Pioniere wie der Oberstdorfer Bergführer Andi Heckmair, die bewiesen, dass es möglich ist, die Alpen abseits der großen Passstraßen mit dem Mountainbike zu überqueren. Heute begeben sich mehrere zehntausend Biker jährlich auf die Spuren Heckmairs und Co. Die Motive können variieren, die Herausforderung bleibt die gleiche: innerhalb weniger Tage das höchste Gebirge Europas durch eigene Muskelkraft zu überwinden.
Erst die Entwicklung eines geländetauglichen Rades ermöglicht dieses Vorhaben. Mit der zunehmenden Verbesserung des Mountainbikes und der dazugehörigen Ausrüstung steht diese Herausforderung nun nahezu jedem Biker offen.
Wie sieht also ein transalptaugliches Bike aus und was gehört unbedingt zur Ausrüstung, wenn man sich für rund eine Woche im Hochgebirge bewegt?
Das Mountainbike
Die erste Frage, die Du Dir stellen musst: Full Suspension oder Hardtail? Die Evolution des Mountainbikes hat das vollgefederte Bike hervorgebracht. Zweifelst Du an Darwins Theorie? Die neuste Generation der Bikes dieser Gattung bringen auf einer Transalp nur Vorteile, da Du mehr Kontrolle und Komfort als mit einem „starren“ Bike bekommst. Nachteile wie Antriebseinflüsse sind bei den neuen Fullies so gut wie ausgemerzt. Natürlich ist eine Alpenüberquerung auch mit einem Hardtail möglich. Du solltest Dich vor allem auf Deinem Rad wohl fühlen, d.h. es sollte an Deine Ergonomie angepasst sein.
So wichtig wie die Federgabel: der Sattelschnellspanner! Oft ist er an Rädern montiert, doch wird er von vielen selten genutzt. Dieses Bauteil dient nicht dazu, dass man Dir Deinen teuren Flite-Sattel schneller entwenden kann. Nein, er dient lediglich dazu, die Sattelhöhe dem Gelände entsprechend anzupassen. Also Sattel runter, wenn es auf den technisch anspruchsvollen Trail geht. So schaffst Du zwischen Dir und dem Rad genügend Freiraum und kannst auf Geländeformen besser reagieren.
Achte bei den Reifen auf hohe Traktion. Der Luftdruck sollte nur geringfügig über 2 bar liegen. So hat man maximale Traktion bei geringem Rollwiderstand. Denn es ist ein Irrglaube, dass ein hoher Luftdruck das Rollen erleichtert. Das mag auf Asphalt der Fall sein, im Gelände sorgt der geringe Luftdruck dafür, dass sich der Reifen besser an den Untergrund anpasst und damit für einen effizienten Vortrieb sorgt.
Bei der Wahl des Bremssystems fällt die Entscheidung eindeutig zugunsten hydraulischer Scheibenbremsen aus. Sie garantieren eine maximale Bremsleistung bei allen Witterungsverhältnissen und überzeugen durch geringeren Verschleiß gegenüber Felgenbremsen. Montiere, unabhängig vom System, frische, aber bereits eingebremste Beläge.
Die Ausrüstung
Wähle für Deine Transalp einen Rucksack mit Regenhülle und einem Fassungsvolumen zwischen 30 und 40 Litern. Der Rucksack sollte an die Anforderungen beim Radfahren angepasst sein (mehr Gewicht auf den Hüften, weniger auf den Schultern). Im Rucksack sollte sich folgende Ausrüstung befinden:
- lange und kurze Radhose
- Radtrikot
- Regenjacke und eine Regenhose sowie Überschuhe
- Armlinge und Beinlinge (alternativ lange Radhose)
- Fleecepullover
- Wechselbekleidung bestehend aus zwei T-Shirts, einem Schlafshirt, einer Baumwollhose für die Abende, zwei Unterhosen, Wechselsocken
- Waschtasche gefüllt mit Zahnbürste, Zahncreme, Shampoo, Sonnencreme usw.
- kleines Handtuch
- Landkarten mit Roadbook
- Geldbörse, Mobiltelefon, Kamera
- Erste-Hilfe-Set
- Hüttenschlafsack (je nach Wahl der Beherbergung)
Das Gesamtgewicht des Rucksacks sollte die 8 kg Grenze nicht überschreiten. Jedes weitere Gramm erschwert die Fahrt bergauf und behindert die Beweglichkeit auf dem Rad auf Trails bergab.
Am Körper trägst Du:
Radbekleidung bestehend aus kurzer Radhose, kurzem Trikot, Socken, Radbrille, Helm, gut profilierte, halbhohe Radschuhe für Clickpedale
Am Rad befestigst Du:
Radcomputer und/ oder GPS-Gerät mit Tourenverlauf, Trinkflasche und Werkzeugtasche gefüllt mit Imbusschlüsselset, Kettennieter, Kettenschloss, Speichenschlüssel, Reifenheber, Flickzeug, Ersatzschlauch, Luftpumpe
Die Qualität der Ausrüstung trägt maßgeblich zum Erfolg einer Alpenüberquerung bei. Weniger ist hier oft mehr – damit ist jedoch das Gewicht gemeint. Qualitativ hochwertige Ausrüstung hat zwar ihren Preis, ist in der Regel aber leichter und haltbarer und sorgt dafür, dass Du Dich ganz auf den Trail vor Deinen Rädern und die beeindruckende Landschaft konzentrieren kannst.
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- Bewertungen: 14
17.06.2009 07:22
[...] stetig. Wie man einen Alpencross plant und was man unbedingt bei einer mehrtägigen Transalp im Rucksack haben sollte, könnt Ihr diese Woche im Magazin nachlesen. Der Faszination einer Alpenüberquerung [...]