Mystische Orte – der Reiz des Unergründlichen
Schloss Dracula, Pariser Katakomben, Stonehenge – auf der ganzen Welt gibt es Orte, die auf uns eine mystische, geheimnisvolle oder gar schaurige Wirkung haben. Die Gründe dafür, dass diese Plätze derartige Empfindungen in uns hervorrufen, sind vielschichtig. Zum einen ist es unsere blühende Fantasie, mit der wir verschiedenen Stätten, Gebäuden oder Denkmälern eine mystische Bedeutung „einhauchen“. Zum anderen liegt es in der Natur des Menschen, Dinge, die wir mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht erklären können, als geheimnisvoll zu klassifizieren.
Von diesen Orten geht ein starker Reiz aus – der Reiz des Unergründlichen. Wir möchten diese Plätze aufsuchen, um unsere Neugier zu stillen. Im Folgenden sind einige der Stätten beschrieben, die uns besonders faszinieren.
Die Katakomben von Paris – ein einziges großes Beinhaus
Unter Frankreichs Hauptstadt befindet sich ein über 300 km langes Stollennetz. Dort bauten die Menschen in fünf bis 35 Metern Tiefe über 2000 Jahre lang Steine, Gips und Ton ab. Im 18. Jh. hörte man auf, die Stadt zu untergraben, da bereits an mehreren Stellen der Boden nachgegeben hatte. Wegen des rasanten Bevölkerungszuwachses und der auf Seuchen und Hungersnöte zurückzuführenden hohen Sterberate entstand recht schnell ein großer Platzmangel auf den Pariser Friedhöfen. Infolgedessen wurden die Toten kurz nach ihrer Beisetzung zum Teil nur halbverwest wieder exhumiert, was zu verheerenden hygienischen Zuständen führte. Angeblich sollen sogar einige Menschen am Leichengestank erstickt sein.
Ab 1785 begann man daher, die Gebeine in die Katakomben zu überführen. Zunächst noch ohne jegliche Ordnung, gelangten die sterblichen Überreste durch einen Schacht, der sich in der Avenue du Président-René-Coty befand, in die Tiefe. Doch schon bald begannen die Totengräber damit, die Schädel und Knochen sorgfältig aufzuschichten und mit Gedenktafeln sowie Holzkreuzen ihre Herkunft zu markieren. Ein Teil der Pariser Katakomben ist heute für Besucher zugänglich. Der Eingang befindet sich am Place Denfert Rochereau.
Schloss Bran bzw. Törzburg bzw. Schloss Dracula in Rumänien
In seinem Roman „Dracula“ beschreibt der irische Schriftsteller Abraham „Bram“ Stoker (1847-1912) in vielen Einzelheiten das Schloss, in dem der weltbekannte Vampir gelebt hat. Es ist recht wahrscheinlich, dass dem Schriftsteller das Schloss Bran, das sich im Gebiet Siebenbürgen, sprich Transsilvanien befindet, als Vorlage für Draculas Wohnsitz gedient hat. Bram Stoker hat diesen Ort jedoch nie besucht, sondern sich lediglich von einigen Schauersagen aus Transsilvanien inspirieren lassen. Im Deutschen lautet der Name des Schlosses Törzburg und um das Interesse der Besucher zu steigern, trägt es den Beinamen Schloss Dracula. Der Ort Törzburg (rumänisch „Bran“) wurde erstmals im Jahr 1357 urkundlich erwähnt und befindet sich im heutigen Rumänien. Lässt man seiner Fantasie freien Lauf, so bekommt das Schloss tatsächlich eine recht düstere Aura, die noch verstärkt wird, wenn man durch die dunklen Gänge des Gemäuers wandelt.
Als Vorlage für die Figur des Dracula gelten der Fürst und Feldherr Vlad III. Draculea (1431-1476) oder sein Vater Vlad II. Dracul (1395-1447). Besonders der Sohn soll ein grausamer Herrscher gewesen sein, der eine Vorliebe für die Hinrichtungsart des Pfählens hatte. Dies brachte ihm auch den Beinamen „Tepes“, deutsch „der Pfähler“ ein. Zudem ranken sich einige grausame Sagen und Legenden um Vlad III. Draculea, laut denen er beispielsweise Menschenfleisch verzehrt haben soll. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass keiner der beiden Fürsten Schloss Bran je betreten hat.
Stonehenge – ein Jahrtausende alter Steinkreis mit umstrittener Bedeutung
In der Jungsteinzeit – etwa um 2500 vor Christus – begannen die Menschen damit, das imposante Megalithbauwerk „Stonehenge“ (dt. hängende Steine) zu errichten. Zuvor bestanden an jener Stelle, die sich in der Nähe von Amesbury in der englischen Grafschaft Wiltshire befindet, ein Graben sowie ein runder Erdwall. Diesen hatten die Menschen bereits um ca. 3100 v. Chr. aufgeschüttet. Manche Forscher gehen jedoch davon aus, dass die gesamte Anlage noch älter ist.
Innerhalb des Erdwalls stehen mehrere konzentrische Steinkreise, von denen der äußere der auffälligste ist. Er besteht aus so genannten Trilithen – das sind jeweils zwei Pfeilersteine, die einen Deckstein tragen. Eine weitere hufeisenförmige Steinsetzung bestand aus ursprünglich fünf Trilithen. Dazwischen befinden sich noch einige kleinere megalithische Strukturen sowie zwei Hügelgräber in der näheren Umgebung. Heute sind noch etwa 40 Prozent des ursprünglichen Megalithbauwerks erhalten, d.h. 17 Steine stehen noch in aufrechter Position und werden von sechs Steinen abgedeckt. Dem für diese Anlage verwendeten „Bluestone“ (dt. Dolerit), der aus einem 250 km entfernten Steinbruch in Wales stammt, wird eine besondere Bedeutung zugesprochen.
Bereits seit dem Mittelalter versuchen die Menschen, Erklärungen zu finden, warum unsere Vorfahren diese Anlage errichteten. Noch heute gehen die Meinungen über die einstigen Beweggründe auseinander. Zur Sommer- und Wintersonnenwende pilgern zahlreiche Besucher nach Stonehenge, da sie an eine astronomische Bedeutung der Steinkreise glauben. Andere Hypothesen besagen, dass es sich um eine Heilstätte handelt oder sogar von Außerirdischen geschaffen wurde.
Diese drei Stätten stehen natürlich nur stellvertretend für eine ganze Reihe mystischer Orte. Demnächst stellen wir Euch einige weitere Plätze vor, die die Menschheit seit jeher faszinieren und deren Besuch sich – trotz großer Touristenströme – durchaus lohnt.
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Kommentare
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22.05.2009 08:11
[...] einiger Zeit haben wir Euch Schloss Dracula, die Pariser Katakomben und Stonehenge vorgestellt – sie bildeten den ersten Teil einer Reihe, in der sich alles um die mystischen, [...]
25.06.2009 07:20
[...] mystische Wirkung auf uns haben. In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder einige dieser geheimnisvollen Plätze vorgestellt. Heute folgen mit der Hexenstadt Salem in Massachusetts, der Osterinsel im Pazifik sowie [...]