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Eine ganz schöne Kraxelei – Klettersteige mit Kindern

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Auch mit Kindern kann man die beeindruckende Bergwelt erkunden - hier auf dem Klettersteig "Alleghesi Civetta" in den Dolomiten. Foto: Christian WachterDie meisten Kinder lieben es, zu kraxeln, zu klettern und Hindernisse zu überwinden. Was liegt da näher als ein gemeinsames Familienabenteuer auf einem Klettersteig? Das schweißt zusammen, bringt die Kinder an die frische Luft und in die Berge, schult ihre Trittsicherheit und Motorik und bringt jede Menge Spaß – wenn man es richtig angeht.

„Welcher Klettersteig ist für Kinder geeignet? Welche Ausrüstung ist notwendig?“ Die zahlreichen Fragen in den Bergsport-Foren zeugen von der Beliebtheit der Klettersteige, aber auch von der Unsicherheit, wenn es um ihre Begehung mit Kindern geht.

Altersempfehlungen bei Klettersteigen

Orientierungshilfen können die Betreiber der Klettersteige, Bergschulen oder der Deutsche Alpenverein geben. Letzterer empfiehlt, Kinder erst ab dem frühen Grundschulalter auf leichte Steige mitzunehmen, die inklusive Zu- und Abstieg nicht zu viel Kondition erfordern, d.h. maximal Schwierigkeit B und nicht mehr als 500 Höhenmeter bzw. vier Stunden Gehzeit. Ältere Schulkinder können laut DAV bereits Klettersteige mit maximaler Schwierigkeit C und bis zu 1000 Höhenmetern oder sechs Stunden Fußmarsch bewältigen. Für Jugendliche gibt es kaum mehr Einschränkungen, bei ausreichender Bergerfahrung können sie dieselben Strecken meistern, wie Erwachsene. Diese Angaben sind jedoch nur Orientierungshilfen, die letztendliche Entscheidung liegt bei den Eltern.

Eltern kennen ihre Kinder am besten

Mit der ganzen Familie unterwegs am Lehner Wasserfall. Foto: Christian WachterDas wichtigste Entscheidungskriterium ist die individuelle Einschätzung der Kinder durch die Eltern, denn diese kennen ihre Kleinen, deren Interessen und Leistungsfähigkeit am besten. Dabei sollten immer die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen und nicht die Ansprüche der Eltern. Ein überfordertes oder gar ängstliches Kind verliert schnell die Lust am Bergsport im Allgemeinen und an Klettersteigen im Speziellen. Daher ist es sinnvoll, sich mit Bergwanderungen oder Übungsklettersteigen an das Thema heranzutasten. Verfügt das Kind über ausreichend Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Bergerfahrung und Kondition, steht einem Klettersteigabenteuer prinzipiell nichts im Wege. Auch die Körpergröße spielt bei der Einschätzung eine Rolle, da bei geringer Körpergröße die Entfernungen zwischen den Tritthilfen zu einem ernsthaften Hindernis werden können. Während der Tour sollten Eltern genau auf ihre Kleinen achten und ausreichend Pausen einplanen. Hunger, Durst, Müdigkeit oder Angst lassen den Spaß schnell vergehen. Klettersteige mit Notausstiegen bieten sich an, da man so flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder sowie auf wechselnde Wetterbedingungen reagieren und im Notfall vorzeitig abgesteigen kann. Auch die eigenen Fähigkeiten sollten Eltern nicht außer Acht lassen. Um dem Kind im Ernstfall ausreichend Sicherheit zu bieten, dürfen die erwachsenen Begleiter nicht überfordert sein. Deshalb sind nur Klettersteige geeignet, die die Eltern problemlos meistern können. Bergerfahrung und Kenntnisse der Sicherungssysteme und –methoden sind unabdingbar. Im Zweifelsfall sollte man sich einen geübten Bergführer zur Verstärkung holen. Klettersteigkurse für Familien oder Übungsgruppen für Kinder und Jugendliche sind eine gute Vorbereitung, außerdem macht das Klettern und Kraxeln in der Gruppe sowieso viel mehr Spaß. Informationen dazu gibt es bei den örtlichen Tourismusämtern, den Bergschulen oder dem DAV.

Die Grundausstattung im Klettersteig

Gut gesichert übwerwinden Kinder auch schwierige Stellen - hier auf dem Hindelanger Klettersteig. Foto: Christian WachterEine Klettersteigausrüstung besteht grundsätzlich aus einem Klettergurt, einem Kletterhelm (keinen Fahrradhelm benutzen!) und einem so genannten Klettersteigset. Diese drei Elemente sind absolute Pflicht. Der Klettergurt muss unbedingt an die Körpermaße des Kindes angepasst sein und perfekt sitzen, nur so kann ein Herausrutschen aus dem Gurt bei einem Unfall verhindert werden. Dafür sind das Anprobieren des Gurtes vor dem Kauf und eine fachmännische Beratung unerlässlich. Für jüngere Kinder empfiehlt es sich, einen Komplettgurt oder eine Kombination aus Hüft- und Brustgurt zu verwenden. Das Klettersteigset ist aus zwei Karabinern, einer Y-förmigen Seil- bzw. Bandvorrichtung und einer Bremse aufgebaut. Einige Sets verfügen über komfortable stretchartige Bänder, die ein körpernahes Führen der Karabiner ermöglichen. Vor allem kurze Kinderarme können so die Karabiner besser erreichen. Am besten ist es, im Geschäft auszuprobieren, welche Karabiner sich mit kleinen Kinderhänden am besten greifen und öffnen lassen. Das Bremssystem kann aus einem klassischen Fangstoßsystem mit Lochplatte und Bremsseil oder einem Bandfalldämpfer, also einem ziehharmonikaähnlichen Band, das sich beim Sturz entfaltet, bestehen. Beide Varianten entsprechen den Sicherheitsvorgaben. Ein möglicher Vorteil: Bei der Sicherung mit einem Bandfalldämpfer fehlt das Bremsseil, das gerade Kinder möglicherweise stören oder zum Stolpern bringen kann. In jedem Fall muss der Umgang mit dem Klettersteigset von Erwachsenen und Kindern gelernt sein. Bei kleinen Kindern und Kindern mit wenig Erfahrung im alpinen Gelände empfiehlt sich neben der normalen Klettersteigausrüstung die zusätzliche Sicherung durch ein kurzes Seil zwischen Kind und Erwachsenem, das ordnungsgemäß an den Anseilpunkten der Gurte befestigt sein muss.

Klettersteige für Kinder

Der Gipfel ist erreicht - Erfolgserlebnisse auf dem Kali-Kinderklettersteig in Ramsau. Foto: www.ramsau.comDie Bergsportausstatter und Betreiber von Klettersteigen haben auf die verstärkte Nachfrage reagiert und besondere Angebote für Familien mit Kindern geschaffen. So hat 2001 am Sattelberg im österreichischen Ramsau der erste Kinderklettersteig der Alpen, der Kali-Kinderklettersteig, eröffnet. Er ist bestens ausgeschildert und gesichert und bietet auch anspruchsvolle Stellen mit der Höchstschwierigkeit C/D, die allerdings leicht umgangen werden können. So kann man auf dem Kalisteig entweder erste Klettersteigerfahrungen sammeln oder sich sportlichen Herausforderungen stellen. Selbst Zu- und Abstieg sind für Kinder interessant gestaltet: Auf dem Natur- und Umwelterlebnispfad wird es den Kleinen bestimmt nicht langweilig. Auch in Deutschland gibt es seit dem Jahr 2006 einen Kinderklettersteig, die Via Ferrata Bambini bei Hersbruck in der Fränkischen Alb. Hier sind alle Anlagen und Abstände auf die geringere Körpergröße von Kindern ausgerichtet und auf relativ kurzer, einfacher und gut einsehbarer Strecke können nahezu alle Klettersteigelemente wie Leitern, Seile, Haken, Sprossen oder Brücken bewältigt und damit auch für spätere Touren geübt werden. Ältere Schulkinder mit Bergerfahrung können bereits einfache reguläre Klettersteige, wie den Salewa-Klettersteig im Allgäu begehen. Für erfahrene Jugendliche stellt der Mindelheimer Klettersteig hoch über dem Kleinwalsertal eine schöne Herausforderung dar. In der Schweiz bietet der Klettersteig Brunnistöckli am Engelberg für jeden etwas – die Einsteiger-Variante kann gut mit Schulkindern begangen werden, während Jugendliche auf dem „Zittergrat“ an ihre Grenzen gehen können.

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Kommentare

  1. Themenwoche: Outdoor-Spaß mit Kindern | outdooractive Blog
    22.04.2009 11:47

    [...] alles in einen kindgerechten Wanderrucksack gehört. Am Mittwoch folgt dann ein Beitrag zum Thema „Klettersteige mit Kindern“ mit Tipps und Ratschlägen, wie die Kraxelei zum unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie [...]

  2. Die schönsten Klettersteig-Klassiker - Outdoor Magazin » outdooractive.com
    07.05.2010 09:21

    [...] Ausrüstung gehören außer einem Klettersteigset ein Steinschlaghelm und Handschuhe. Auch mit Kindern ist die Begehung eines Klettersteiges gut möglich, sofern die passende Schwierigkeitsstufe gewählt wird und das Handling des Klettersteigsets [...]

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