„Grenzerfahrungen“: Mit dem Rad quer durch Afrika für einen guten Zweck (Teil 1)
Geert Schroeder (31 J.) und Immanuel Schulz (29 J.) sind vor wenigen Tagen mit dem Rad in Kapstadt aufgebrochen, nachdem sie schon durch ganz Deutschland gestrampelt waren. Ihr Ziel: in fünf Monaten insgesamt über 9000 km zurücklegen, d.h. quer durch Deutschland und danach durch den afrikanischen Kontinent bis nach Kenia in die Stadt Nakuru. Dort steht das Aids-Waisenhaus des „Malaika-Projekts“, für das sie mit ihrer Expedition Geld sammeln. Die Tour durch Deutschland stand daher unter dem Motto „Fundraising“: Bei vielen Veranstaltungen konnten sie ihr Vorhaben vorstellen.
Geplant ist diese Tour schon sehr lange, in Sachen Fitness verfahren Geert und Immanuel aber eher nach dem Motto: Bei der Tour selbst wird man schon fit genug! Sie sind bestens motiviert und wissen, wofür sie die Strapazen auf sich nehmen. Nach Gesprächen mit anderen Afrikaradlern rechnen sie mit einem Pensum von 50 km am Tag. Es können aber durchaus auch 100 km oder mehr am Tag werden, wenn Straßenverhältnisse, Kondition, Höhenlage und das Wetter es zulassen. Doch trotz guter Planung: Vor Ort in Afrika kann alles anders kommen als erwartet.
Lassen wir die beiden Abenteurer am besten selbst zu Wort kommen. Hier ist der erste Bericht von Geert aus Afrika, die Bilder dazu stammen von Immanuel. Bevor sie vor Kurzem namibischen Boden betraten, schickten sie uns noch einen Eindruck aus Südafrika.
„Die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen Südafrikas treffen auf unser Gesicht. Es ist kurz nach sechs. Die Luft ist klar. Die letzten Sterne des spektakulären nächtlichen Firmaments sind noch zu sehen. Ich krabbele aus meinem Schlafsack und genieße diese absolute Ruhe. Kein Stadtlärm. Einfach nur Ruhe.
Seit einigen Tagen bin ich mit meinem Partner Immanuel Schulz auf einer Hilfsprojekt-Rad-Expedition durch Afrika unterwegs. Gestartet sind wir in Kapstadt. Ziel: Ein kleines Kinderheim für AIDS-Waisen im fernen Kenia, das ich mit aufgebaut habe. Kenia, das sind noch über 8.000 km reine Strampelarbeit durch Namibia, Botswana, Sambia, Malawi und Tansania. Harte Arbeit, doch das Ziel lohnt sich. Wir werden faszinierende Landschaften durchqueren und interessante Menschen und Kulturen kennen lernen – und dem Hilfs-Vorhaben spürbar helfen können.
Zu unserem schweren Gepäck auf unseren Fahrrädern zählt das übliche Equipment, das man braucht, wenn man ein solch großes Vorhaben angeht, bzw. in unserem Fall “anradeln” will: Isomatte, Kocher, Kleidung, Reparaturset und vieles mehr. Darüber hinaus haben wir jetzt schon – nach relativ kurzer Reisedauer – enorm beeindruckende Erfahrungen und Eindrücke mit an Bord.
Bevor wir nach Südafrika abflogen, haben wir bereits über 1000 km in Deutschland zurückgelegt. Offizieller Startpunkt war Berlin, wo wir uns am Brandenburger Tor in Anwesenheit des kenianischen Botschafters in Bewegung setzten. Die reine “Fundraising-Etappe” für das Malaika-Waisenhaus begann: Täglich fanden medien- und öffentlichkeitswirksame Events statt: Empfänge bei Bürgermeistern, Landtags- und Bundestagsabgeordneten, öffentliche Vorträge, Solidaritätspartys und zahlreiche Vorträge an Schulen vor über 2500 Kindern. Das alles füllte unsere Spenden-Reisekasse. Überwältigend, wie großzügig Menschen gespendet haben, denen wir vom Malaika-Projekt in Kenia berichtet haben.
Nun “tragen” wir das Spendengeld gewissermaßen symbolisch direkt dorthin, wo es benötigt wird. An den Äquator, wo kleine AIDS-Waisenkinder durch unsere Arbeit eine Chance auf ein gerechtes Leben bekommen. Von den Kinderschicksalen zu wissen, motiviert, bei jeglichen Wetterlagen weiterzuradeln.
Südafrika erwartete uns mit außergewöhnlich hohen Temperaturen: 42 Grad und stehende Hitze waren in den letzten Tagen keine Seltenheit. Dazu Berge, über die wir unsere schwer beladenen Fahrräder hinüberstrampeln mussten. Doch abends legen wir den müden Körper zu Bett, wissend, dass wir wieder viel für das Malaika-Projekt getan haben. Denn täglich treffen Spenden auf dem Vereinskonto ein. Spenden von lieben Menschen, die wir durch diese Tour mit unserer „Message“ erreicht haben: Gemeinsam können wir ein großartiges Projekt noch größer machen und viele weitere Kinder vor dem Untergang auf der Straße bewahren.“
Weitere Infos zur Immanuels und Geerts Tour findet Ihr auf: “Grenzerfahrungen” und sowie auf der Homepage des Malaika-Projekts.
Über ihre weiteren Etappen werden wir Euch auf dem Laufenden halten und demnächst ein Interview mit den Beiden führen.
Bis dahin: Gute Fahrt, Immanuel und Geert!
Weitere Eindrücke der Fahrt:
Verwandte Artikel
Kommentare
Ihr Kommentar
Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

- Bewertungen: 12




20.04.2009 09:06
[...] Euch regelmäßig über ihre Abenteuer, Erfahrungen und Eindrücke in unserem Magazin berichten. Hier gelangt Ihr zum ersten [...]
29.04.2009 12:30
[...] die Texte, Immanuel fotografiert. Einen ersten Eindruck ihrer Expedition haben wir Euch bereits im ersten Artikel vor knapp einer Woche vermittelt. Nun wurden Geert und Immanuel von uns interviewt, um noch mehr [...]
29.06.2009 10:55
[...] Monaten Geld für das Aids-Waisenhaus „Malaika“ in Nakuru sammeln wollen. Nachdem sie schon Deutschland durchquert und in Afrika schon die Etappe von Kapstadt nach Windhuk gemeistert haben, strampeln sie nun [...]