Ein Kleinod im Tannheimer Tal – Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee
Edelweiß und Enzian, Steinadler, Gämse und Wild – sie alle „bewohnen“ eines der schönsten Gebiete im Tannheimer Tal. Der Vilsalpsee liegt am Fuße von schroffen Bergriesen, eingebettet zwischen den Gipfeln von Geißhorn und Lailachspitze. Ihn umgibt ein vielfältiger Natur- und Lebensraum: Am Ufer brüten zwischen Schachtelhalm und Schnabelsegge Grasfrösche und Erdkröten, Stockenten, Blässhühner und Haubentaucher. Wer genau hinschaut, erblickt besonders auf den blumenreichen, alpinen Rasenflächen oberhalb der Waldgrenze viele geschützte Arten wie Orchideen, Alpenaster und Arnika. Weiter unten finden sich Korallenwurz, Schwarze Akelei oder Kleines Zweiblatt. Murmeltiere können oft aus nächster Nähe beobachtet werden.
Im Sommer lassen sich auch Rothirsche blicken, die zum Grasen bis an den Vilsalpsee hinunter kommen. Auch weitere geschützte Arten sind hier zuhause, wie der Alpensalamander, die Erdkröte, der Grasfrosch, der Feldhase und der Dachs. Die ausgewiesenen Wanderwege erlauben es Besuchern, das Naturschutzgebiet ausführlich zu erkunden, ohne dass sie die markierten Pfade verlassen müssen.
Natur- und Kulturlandschaft erwandern
Die Bewirtschaftung des Landes innerhalb des Naturschutzgebietes erfolgt auf eine naturverträgliche Art und Weise, die damit einhergehende Entwicklung fördert den Erhalt der Artenvielfalt. Die Kommunikation mit den einheimischen Almbauern funktioniert, da alle Beteiligten ein Bewusstsein für den Schutz dieses sensiblen Lebensraumes haben. Dieses Bewusstsein basiert auch auf der Faszination, die hier von der Natur ausgeht und hautnah erlebt werden kann. Zahlreiche Urlaubsgäste zieht es Tag für Tag an den Vilsalpsee, sommers wie winters. Er ist Ausgangspunkt für Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade.
Tourentipp
Eine besonders empfehlenswerte Rundtour startet an den Gasthäusern Fischerstube und Vilsalpsee. Dann geht es an seinem Westufer entlang. Schließlich ist die Vilsalpe erreicht und damit eine idyllische Einkehrmöglichkeit. Der Weg um den Vilsalpsee ist auch für wenig geübte Wanderer und selbst für Familien mit kleinen Kindern oder Kinderwagen geeignet. Von der Alpe bietet es sich an, noch weiter in das Naturschutzgebiet hineinzuwandern. Auf einem beschilderten Rundkurs erreichen wir den imposanten, 400 m hohen Wasserfall Bergaicht, bevor es zur Vilsalpe zurückgeht. Dass bei Freizeitaktivitäten in einem Naturschutzgebiet gewisse Regeln befolgt werden müssen, versteht sich von selbst: Die beschilderten Wege sollten nicht verlassen werden und auch zum Baden eignet sich nur eine Stelle am Gasthaus Vilsalpsee.
Zusammenhänge der Natur
Viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren ungestörten Lebensraum in einer naturbelassenen Umgebung. So ist die Zirbe auf Kalk (Nördliche Kalkalpen) nicht typisch. Eine Besonderheit hier im Naturschutzgebiet ist das damit nördlichste Zirbenvorkommen in Tirol. Auch den Ruf des Steinadlers vernimmt man sonst nur noch selten. Wer Näheres zu den Naturvorkommen im Naturschutzgebiet Vilsalpsee erfahren möchte, der schließt sich am besten einer der geführten Naturwanderungen an. Mal liegt dabei der Schwerpunkt auf Tierspezien wie Vogel oder Fledermaus, mal auf der Pflanzenkunde oder der Geologie. Informationen dazu gibt es beim örtlichen Tourismusverband in Tannheim.
Christina Moser kann das gut 18 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ihren Arbeitsplatz nennen. Sie ist dort Schutzgebietsbetreuerin und damit ein wichtiges Bindeglied zu den Besuchern dieser Naturwelt, die bis auf 2000 m hinauf reicht. Als eines der ersten Gebiete in Tirol wurde es bereits 1957 unter Naturschutz gestellt. Seit 1995 gehört es aufgrund der wertvollen Lebensräume und des großen Vogelreichtums zum europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000 der EU.
Kontakt: Tel +43 / (0) 676 / 88 508 / 7887
vilsalpsee@tiroler-schutzgebiete.at
www.tiroler-schutzgebiete.at
Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet findet Ihr hier.
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