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Die „Canyons“ im Allgäu: Abenteuer Klammwandern

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EistobelSpektakuläre Brücken über rauschendem Wildwasser, atemberaubende Steige in die Tiefe der Schlucht: Die „Canyons“ des Allgäus sind einmalig in Deutschland. Weit über 20 sehenswerte Klammen, Wasserfälle und Tobel gibt es im Allgäu.

Wo sich reißende Flüsse über Jahrtausende ihren Weg bahnten, warten heute Erlebnisse auf die Wanderfans. Naturparadiese der unberührten Art lassen sich hier entdecken: seltene Pflanzen und Tiere, urzeitliche Felsformationen – die Geschichte der Eiszeit hautnah. Die Auswahl reicht von der Pöllatschlucht mit ihrer imposanten Marienbrücke und dem Blick auf das Märchenschloss Neuschwanstein bis hin zu den vielen Geheimtipps wie dem Hinanger Wasserfall und dem Leybachtobel bei Sonthofen oder dem Steigbachtobel bei Immenstadt. Klammwandern gehört zu den unvergesslichen Höhepunkten für aktive Allgäu-Urlauber. Drei Beispiele:

Königin der Schluchten: die Breitachklamm

BreitachklammBei Oberstdorf liegt die tiefste Felsenschlucht Europas und zugleich eine der schönsten. Die Breitachklamm verbindet Deutschland und Österreich – der untere Eingang liegt im deutschen Ortsteil Tiefenbach, der obere ist über einen Steig vom österreichischen Kleinwalsertal erreichbar. Als die Gletscher nach der letzten Eiszeit schmolzen, hat sich die Breitach durch das Gestein gearbeitet und so entstand ein 2,5 km langer und etwa 150 m tiefer Tobel. Erste Versuche, die Klamm Ende des 19. Jh. zugänglich zu machen, scheiterten. Der Tiefenbacher Pfarrer Johannes Schiebel schaffte schließlich, was vielen unmöglich erschien: Am 4. Juli 1905 wurde die Breitachklamm als begehbar eingeweiht. Seitdem haben Hunderttausende dieses Naturwunder mit seinen steilen Felswänden und beeindruckenden Wasserfällen bestaunt.
Außer zur Schneeschmelze ist der Weg ganzjährig begehbar. Im Winter präsentiert sich die Klamm als funkelnder Eispalast, der sich nachts in eine wahre Märchenwelt verwandelt. Termine für geführte Fackelwanderungen gibt es unter www.breitachklamm.com.

Sommer- und Wintertraum: der Eistobel

Eistobel im Winter„Ein prächtiges Geschenk aus Gottes Bilderbuch der Natur“, so nannte einst Remigius Greiter den Eistobel.
Seit Urzeiten tosen in der Schlucht bei Maierhöfen die Wasserfälle. Sie gaben den Felsen bizarre Formen und lassen im Winter phantastische Eisgebilde entstehen. An den Gesteinsschichten lässt sich die Erdgeschichte ablesen. Das Naturschutzgebiet Eistobel befindet sich südlich von Isny mit zwei Zugängen zur Schlucht. Der Wanderweg ist 3 km lang und mit geeignetem Schuhwerk sehr gut zu bewältigen (zur Tourbeschreibung). Weitere Infos findet Ihr unter www.eistobel.de.

Wildromantische Schönheit: die Starzlachklamm

Eine aufregende Wandertour (zur Tourbeschreibung) führt durch die Starzlachklamm nahe Sonthofen. Schöpfer der Schlucht ist die Starzlach – sie hat sich hier ihren atemberaubenden Weg durch den Fels gebahnt. In einer Höhe von 1070 m wird der Fluss von zahlreichen kleinen Rinnsalen gespeist und wächst sich bei seinem Sturz durch die Klamm bisweilen zum tosenden Gewässer aus. Vom Parkplatz im Sonthofer Ortsteil Winkel erreichen die Besucher in nur wenigen Minuten den Einstieg in die Klamm. Die Wege durch das seit 1932 erschlossene Naturdenkmal sind anspruchsvoll, aber gut gesichert. Im Winter ist der Weg gesperrt. Interessant sind auch die Wassermühlen – Hohlräume im Fels, die über die Jahrtausende durch rotierende Steine in Wasserwirbeln geschliffen wurden. Der Eintritt wird beim Klammwirt bezahlt, der genauso wie die Alpe Topfen und der Berggasthof Alpenblick Brotzeiten serviert – www.starzlachklamm.de.

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