Wandern im Saarland
Im Warndt, unweit der Landeshauptstaft Saarbrücken, sind nicht nur die Draisinen des „Warndt-Express“ unterwegs: Zusammen mit dem Saarkohlenwald (zur Tour) stehen dem Wanderer gleich zwei bewaldete Landschaften offen, um zu Fuß die Natur zu erleben und zu genießen. Im Warndt bei Völklingen wartet so zum Beispiel der 290 Meter hohe Hoheberg darauf, erklommen zu werden. An vielen Stellen werden wir daran erinnert, dass hier einst die Kohle- und Stahlindustrie florierte – heute nur noch schwer vorstellbar. Der Haldenrundweg beispielsweise führt uns die Relikte aus dieser Zeit vor Augen. Gerade das Nebeneinander von Natur und ehemaliger Industriekultur macht den besonderen Reiz dieser Gegend aus und wir freuen uns darauf, diese hügelige Landschaft wandernd und radelnd näher kennen zu lernen.
Wandern zwischen den Grenzen
Im Saar-Moselgau wird der Wanderer zum Grenzgänger: Frankreich, Luxemburg und Deutschland liegen dicht an dicht. Hochflächen mit Feldern und Streuobstwiesen laden zum wandern ein, Rundblicke in das Saar- und Moseltal sowie in das lothringische Hügelland gibt es dazu. Kleine Dörfer mit lothringischen Bauernhäusern lohnen einen Abstecher, römische Ausgrabungsstätten wie das Bodenmosaik in Nennig und die römische Villa Borg führen uns noch weiter in die Vergangenheit zurück. Saarlouis bietet sich als Stützpunkt für Wanderungen in dieser Region an. Im Hochwald (zur Tour) – ein Teil des Naturparks Saar-Hunsrück – kommen Wanderer auf bis zu 700 Meter hinauf. Wald, Bachtäler und Flur prägen hier das Landschaftsbild.
Ein Höhepunkt für jeden Wanderer dieser Region ist wohl der Blick von der Cloef auf die weltberühmte Saarschleife (zur Tour), Wahrzeichen der Region. Die kleine Gemeinde Losheim am See (zur Tour) wurde gleich mehrfach für ihre Premiumwanderwege ausgezeichnet. Im Bliesgau sehen wir hingegen wieder den Zahn der Zeit: Alte Handelswege der Römer und Franken oder Touren entlang alter Weinbergmauern machen Geschichte greifbar. Beim Bummel durch die schmalen Gassen von Blieskastel mit seinen Hinterhöfen und versteckten Winkeln kann der Wanderer seine Tour gemütlich ausklingen lassen. Einen See hat das Saarland natürlich auch zu bieten, den Bostalsee im Naturpark Saar-Hunsrück. Viele kleine Kapellen liegen hier am Wegesrand, der Keltische Ringwall in Otzenhausen sollte ebenso besucht werden wie die Abteikirche in Tholey. Auf „Gipfelstürmer“ wartet der 570 m hohe Schaumberg bei Tholey.
Premiumwanderwege im Saarland
In den letzten Jahren wurde ein neues Netz von 40 Rundtouren erarbeitet, das eine gute Beschilderung und Naturgenuss verspricht: stadtferne Ruhe, viele Aussichtspunkte, naturbelassene Pfade über Waldböden und Wiesen, beeindruckende Landmarks wie Täler und Schluchten, Felsen und Bachläufe. Als Maßstab für diese Premiumwanderwege dienen die Qualitätskriterien des deutschen Wanderinstituts. Zwei Touren wurden bereits mit der Auszeichnung „Wanderweg des Jahres“ gekürt: 2006 die “Litermont Gipfeltour” (zur Tour) und 2005 der “Felsenweg”, auch der “Rötelsteinpfad” (zur Tour) gehört zu den Premiumwegen. Genießer sollten sich die Saarland Tafeltouren (zur Tour) nicht entgehen lassen. „Wandern & Schlemmen“ bezeichnet sieben Premiumwege, die alle mit einer Kochmütze gekennzeichnet sind. Guten Appetit!
Wer etwas mehr Zeit hat und gut zu Fuß ist, nimmt sich den Saar-Hunsrück-Steig unter die Sohlen, den grenzüberschreitenden Premium-Fernwanderweg, der von Orscholz im Saarland bis Idar-Oberstein bzw. Trier in Rheinland-Pfalz führt. Der 180 km lange Weg besticht durch sein landschaftliches Potential: Wein- und Flusslandschaften an Saar, Mosel und Nahe wechseln sich mit den waldreichen Höhenzügen und Bergkämmen der Mittelgebirgsregion Hunsrück ab. Passagen auf schmalen Pfaden lassen Trekking-Gefühle aufkommen und Zivilisation, Stadt und Verkehr ganz weit weg erscheinen.
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