Mount Vinson – der entlegenste der Seven Summits
Mit seinen 4897 m ist der Mount Vinson nicht der höchste der Seven Summits, aber dafür ist er mit Abstand am schwersten zu erreichen. Als Teil des Vinson-Massivs bzw. der Ellsworth Mountains liegt er etwa 1000 km vom Südpol und 1500 km vom nördlichen Rand der Antarktis in Richtung Südamerika entfernt.
Diese Abgeschiedenheit, gepaart mit dem extremen Klima, macht den Aufstieg zu einer physischen und psychischen Herausforderung. Abgesehen davon, sind die Expeditionskosten enorm.
Die Antarktis – ein riesiger Eisklotz
Die Antarktis hat von der Fläche ungefähr die Größe der USA und Mexiko zusammen, 98% des Kontinents sind mit einer durchschnittlich 3000 m dicken Eisschicht bedeckt. Von Dezember bis Februar herrscht in der Antarktis Sommer, dann ist es 24 Stunden lang hell und das Wetter wird die meiste Zeit durch ein Hochdrucksystem bestimmt. Trotzdem schwanken die Temperaturen zwischen null und minus 40 Grad und der Wind kann sehr plötzlich Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h erreichen.
In 14 Tagen auf den Gipfel
Sieht man einmal vom Geschwindigkeitsrekordler Christian Stangl ab, der die Besteigung in Windeseile hinter sich brachte, braucht man für eine gut durchorganisierte Expedition auf den Mount Vinson – je nach Wetterlage – ein bis zwei Wochen. Die beste Zeit, um den Mount Vinson zu besteigen, ist der antarktische Sommer. Von Punta Arenas in Chile fliegt man über Feuerland und die Drake Passage nach Patriot Hills, wo sich eine kleine Zeltstadt befindet. Dort landet das russische Transportflugzeug vom Typ Illjushin 176 auf einem spiegelglatten Blaueisfeld. Mit einem kleinen Propellerflugzeug geht es weiter zum Basecamp am Fuße des Vinson-Massivs. Von da an ist man auf sich allein gestellt, es gibt keine Träger und keine ärztliche Versorgung. Bei einem Unfall können nur die Expeditionsteilnehmer helfen und bei schlechtem Wetter kann es Tage dauern, bis ein Flugzeug das Camp anfliegen kann. Vom Basecamp geht es über das LOW-Camp und das HIGH-Camp hinauf zum Gipfel. Vom bergsteigerischen Anspruch her ist der Mount Vinson nicht so schwer einzustufen, seine Hänge haben eine Neigung von 30 bis 40 Grad und der Aufstieg zum HIGH-Camp ist sogar ohne Seilsicherung zu bewältigen. Und trotzdem schafften es bisher nur etwa 400 Bergsteiger, den Gipfel zu erreichen.
Die späte Erstbesteigung
Der Mount Vinson wurde erst im Jahr 1957 bei einem Flug der US-Luftwaffe durch die Sentinel Range entdeckt. Im Rahmen einer Expedition des American Alpine Clubs konnte Nicholas Clinch am 17. Dezember 1977 erstmals erfolgreich den Gipfel des Mount Vinson besteigen. Seinen Namen verdankt der Berg übrigens dem US-amerikanischen Senators Carl Vinson, der sich sehr für die Erforschung der Antarktis einsetzte.
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20.02.2009 12:55
[...] unsere Reise noch auf den Mount Everest im Himalaya, zur Carstensz-Pyramide (Indonesien) und zum Mount Vinson fort, bevor das schneereiche Wochenende kommen [...]