Cerro Aconcagua – der „Schutthaufen“ der Seven Summits
In den südamerikanischen Anden, direkt an der Grenze zwischen Chile und Argentinien liegt in der argentinischen Provinz Mendoza der Cerro Aconcagua. Mit seinen exakt 6962,97 m ist er der höchste Berg außerhalb Asiens, damit zählt er zu den Seven Summits, den sieben höchsten Bergen der einzelnen Erdkontinente.
Mit modernster GPS-Technologie und wissenschaftlicher Software konnten Studenten der Technischen Universität Wien im Jahr 2005 erstmals die exakte Höhe des Aconcaguas ermitteln und erhielten so den oben genannten Wert. Durch die Lage des steinernen Riesen am Kontinentalrand ist seine Höhe größeren Schwankungen unterlegen als die anderer Berge. Aufgrund der starken tektonischen Bewegungen kann er demzufolge wachsen oder schrumpfen.
Wer war als erster oben? Ein Schweizer!
Die gesamte Gebirgskette der Anden und somit auch der Aconcagua ist durch Vulkanismus entstanden, der auf besagte Plattentektonik zurückzuführen ist. Seit über 150 Millionen Jahren schiebt sich die ozeanische Nazca-Platte unter die kontinentale südamerikanische Platte. Im Erdmantel wird die abtauchende Platte aufgeschmolzen, das Magma steigt durch Risse auf und ruft zum Teil kräftige Eruptionen hervor. Demzufolge besteht der Aconcagua aus vulkanischem Andesit. Dieses Ergussgestein verwittert im rauen Klima der Anden zu einem riesigen „Schutthaufen“, was die Bergsteiger wenig begeistert, da es den Aufstieg mühsam und beschwerlich macht.
Der Erste, der den Aconcagua erfolgreich erklomm, war der Schweizer Bergführer Matthias Zurbriggen. Am 14. Januar 1897 erreichte er über die Nordostflanke den Gipfel des mächtigen Berges, wenige Tage später schafften auch die beiden Expeditionsteilnehmer Nicolas Lanti und Stuart Vines den Aufstieg. Die Französin Adriana Banca war die erste Frau, die am 7. März 1940 zum Gipfel vordrang und erst im Jahr 1954 gelang einer französischen Expedition der direkte Durchstieg über den Mittelpfeiler der Südwand.
Unzählige Routen führen hinauf zum Gipfel
Sie sollten jedoch nicht die Einzigen bleiben, die sich am Aconcagua versuchen. Heute sind die Routen, die zum Gipfel hinauf führen, nahezu unzählbar. Jedes Jahr pilgern Tausende von Bergsteigern nach Argentinien, um auf das Dach der Anden zu gelangen, doch nur ein kleiner Teil von ihnen erreicht tatsächlich das ersehnte Ziel. Denn auch wenn der „Normalweg“ über den Nord-West-Grat als „leicht“ bezeichnet wird, so ist doch vor allem das strenge Klima am Aconcagua nicht zu unterschätzen. Durch Unfälle oder schlechte Vorbereitung sterben jährlich ein bis zwei Menschen am Aconcagua. Sie finden ihre letzte Ruhestätte auf dem „Friedhof der Andinisten“, der einst am Fuße des Berges angelegt wurde und mittlerweile zu einer Art Pilgerstätte für die Bergsteiger geworden ist.
Wie der Aconcagua zu seinem Namen kam, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Die Namensforscher streiten sich um zwei Theorien. Die eine leitet sich von dem indianischen Wort „Aconca-Hue“ ab. So nannten die chilenischen Indianer den „Aconcagua-Fluss“, der am Fuße des gleichnamigen Bergs entspringt. Die andere Theorie basiert auf dem indianischen Wort „Ackon Cahuak“, was in Quecha, der Inkasprache, „Wächter aus Stein“ bedeutet.
Verwandte Artikel
Kommentare
Ihr Kommentar
Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

- Bewertungen: 13
18.02.2009 17:53
[...] Gipfel: Aconcagua Höhe: 6962 m Kontinent: Südamerika Gebirge: Anden Land: Argentinien [...]