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Elbrus – der umstrittenste der “Seven Summits”

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Höchster Berg Europas? Der Doppelgipfel des Elbrus. © Jörg von de FennWo liegt die Grenze zwischen Europa und Asien? Diese Frage bestimmt nicht nur die internationale Politik, sondern bewegt auch die Bergsteigerszene. Denn am höchsten Berg Europas scheiden sich die Geister. Für die einen ist es der 4808 m hohe Alpengipfel Montblanc, für die anderen der Elbrus, im russischen Teil des Kaukasusgebirges – je nachdem, wo man die Grenze zwischen den Kontinenten zieht.

Der „Berg der Sprachen“, wie ihn die Araber im Mittelalter aufgrund der in der Region herrschenden Sprachvielfalt nannten, ist einer von wenigen Vulkankegeln inmitten des kaukasischen Faltengebirges. Zeichen des Vulkanismus kann man dort heute noch sehen, auch wenn der letzte Ausbruch des Elbrus vor ungefähr 2000 Jahren stattfand. So treten in Gipfelnähe schwefelhaltige Gase aus dem Erdreich aus und heiße Quellen sprudeln hervor. Trotzdem ist der Doppelgipfel, der an seiner höchsten Stelle 5642 m misst, in weiten Teilen mit Schnee und Eis bedeckt. Über 70 Gletscher fließen von seinen Hängen ins Tal und bedecken rund 150 Quadratkilometer mit Eis.

Bereits die antiken Griechen bestimmten die klar erkennbaren Landmarken Bosporus und Kaukasus als südöstliche Grenze der Kontinente Europa und Asien, die untrennbar auf einer tektonischen Platte vereint sind. Der Elbrus läge demnach auf europäischer Seite. Während der Zeit der Völkerwanderung änderte sich diese Ansicht und neben dem Bosporus markierte nun der Fluss Don das Ende Europas, was den höchsten Gipfel Russlands plötzlich nach Asien versetzte. Phillip Johann von Strahlenberg, ein schwedischer Offizier im Auftrag des russischen Zaren, war es, der Mitte des 18. Jahrhunderts die letzte offizielle Grenzbestimmung lieferte. Er legte die nördlich des Kaukasus gelegene, sumpfige Manytsch-Niederung als südöstliche Begrenzung Europas fest, eine ehemalige Verbindung zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Auch nach Strahlenberg läge der Elbrus somit in Asien und der Montblanc wäre der höchste Berg des Kontinents.

Jedoch ist diese historische Grenzziehung nicht allgemein anerkannt und wird bis heute heiß diskutiert. So ist die Grenze Europas, in Ermangelung einer eindeutigen Definition, reine Konvention. In Bergsteigerkreisen setzt sich als höchster Berg Europas immer mehr der höhere der beiden Gipfel durch, trotzdem ist der Elbrus weiterhin der umstrittenste der „Seven Summits“.

Geheimnisvoller "Gipfel der Sprachen". Foto: Gleb KachaevKillar Kashirow, ein kaukasischer Hirte und Lastenträger, erklomm als erster den 5621 m hohen, östlichen Gipfel des Elbrus; die Erstbesteigung des 5642 m hohen Westgipfels gelang 1874 den Engländern Frederick Gardiner, Florence Crauford Grove und Horace Walker mit ihrem schweizerischen Expeditionsführer Peter Knubel. Heute zieht der Doppelgipfel, der erst seit dem Ende des Kalten Krieges wieder in den Fokus westlicher Bergsteiger gerückt ist, alljährlich rund 350000 Touristen an. Etwa fünf Prozent haben das Ziel, den Gipfel zu besteigen. Und egal wie umstritten sein Status ist – hinab steigen die erfolgreichen Gipfelstürmer sicherlich in dem Bewusstsein, den höchsten Berg Europas erklommen zu haben.

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Kommentare

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