outdooractive Magazin

Sicherheit auf den Skipisten

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne - Bewertungen: 10
Loading ... Loading ...

Gerade auf schmalen Ziehwegen ist wenig Platz und daher Vorsicht geboten. Foto: Julia GebauerWährend der Wintersaison 2008/2009 ereigneten sich auf den Allgäuer Skipisten und im Alpenraum bereits einige verheerende Unfälle von Wintersportlern. Die alpine Einsatzgruppe des bayerischen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West registrierte seit Ende November über zwölf schwere Stürze und Kollisionen von Skifahrern, Snowboardern und Rodlern mit zum Teil sogar tödlichem Ausgang. Nicht zuletzt durch den tragischen Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Rüdiger Althaus ist die Sicherheit auf den Skipisten wieder zum wichtigen Thema geworden.

Um Unfällen vorzubeugen, hat der Internationalen Skiverband (FIS) bereits vor Jahren die zehn Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowborader aufgestellt. Doch es gibt immer noch Leute, die davon nichts hören wollen:

Grobian von Bretterbruch – aus dem Tagebuch eines Pistenschrecks

Mann, Mann – ich hab’s gestern auf der Piste mal wieder so richtig krachen lassen! Ich habe die Skianfänger vor mir hergescheucht, mich am Lift immer schön vorgedrängelt (Leute, die brav Schlange stehen, haben einfach zu viel Zeit!) und bin immer wieder auf die gesperrte Abfahrt, um ein bisschen ungestört durch feinsten Powder zu fahren. So muss ein Tag laufen.

Jetzt mal ehrlich, Regeln sind doch was für Spießer. Und dass die ganze Diskussion um die Sicherheit auf den Pisten jetzt wegen ein, zwei läppischen Unfällen wieder hoch kocht, ist doch total übertrieben.

Ich fahre gerne offensiv und mir ist noch nie was passiert. Es ist im Prinzip wie auf der Straße: Wer bremst, verliert. Und was ist schon dabei, wenn man anderen mal die Vorfahrt nimmt? Die kommen schon nicht um. Wenn ich sehe, wie diese Anfänger-Hasen im Mega-Schneepflug langsam wie die Schnecken den Hang runterzuckeln, wird mir schlecht. Manchmal bretter ich einfach mit einem Affenzahn auf das Ende der Schlange zu, die sich am Lift gebildet hat und bremse erst ab, wenn die Ersten bereits panisch aufschreien. Durch die harte Bremsung kriegen die dann eine fette Ladung Schnee ab. Am Ende vom Skitag gehe ich gerne noch mit meinen Kumpels in die Après Ski Bar an der Bergstation und pfeif mir, während die anderen nüchtern und artig ins Tal abfahren, genüsslich ein paar Drinks rein. Wenn man leicht einen sitzen hat, fährt es sich glatt dreimal so gut.

So geht’s nicht

Wir wollen an dieser Stelle deutlich betonen, dass wir uns von den Ausführungen des Herrn von Bretterbruch in jeglicher Form distanzieren. Abgesehen davon sind sowohl die Person als auch seine Taten frei erfunden. Doch leider gibt es immer wieder Skifahrer oder Snowboarder, die durch ihr rüpelhaftes, rücksichtsloses Benehmen negativ auffallen und im schlimmsten Fall Unfälle provozieren.

Wir haben die zehn Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder der FIS im Folgenden noch einmal für Euch aufgelistet:

Man sollte nur mit einem Skilehrer oder Bergführer abseits der Pisten Tiefschnee fahren. Foto: Julia Gebauer1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
3. Wahl der Fahrspur
Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
4. Überholen
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
6. Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
7. Aufstieg und Abstieg
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuss absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
8. Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
10. Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

(Quelle: www.fis-ski.com / Fassung: 2002)

Herr von Bretterbruch würde jetzt sagen: „Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.“ Doch gerade aufgrund der hohen Anzahl der zum Teil schweren Unfälle, die sich jede Wintersaison in den Skiorten ereignen, sollte jeder Skifahrer und Snowboarder zur Sicherheit auf der Piste beitragen und sich an die Regeln halten.

Verwandte Artikel

Kommentare

  1. Oster-Urlaub für Kurzentschlossene | outdooractive Blog
    03.04.2009 10:05

    [...] noch so spät dran sein, an den Gipfeln der Allgäuer Alpen lässt es sich immer noch sehr gut pisteln und boarden. Nebelhorn und Kleinwalsertal beweisen in Sachen Schneesicherheit die längste Ausdauer, [...]

Ihr Kommentar

Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Feedback für diesen Artikel