Der Funtensee – Deutschlands Kältepol
Der Funtensee ist deshalb vielen ein Begriff, weil er als Kältepol Deutschlands gilt. Auf Initiative Jörg Kachelmanns wurde am Funtensee eine Klimamessstation errichtet. Diese registrierte an Weihnachten 2000 die tiefste je in Deutschland gemessene Temperatur von -45,9°C. Während der Kälteperiode im Januar 2009 wurde am Funtensee immerhin noch eine Temperatur von -33,4°C gemessen. Erklärbar sind diese niedrigen Temperaturen, die für die Gegend nicht als repräsentativ gelten können, mithilfe der mikroklimatischen Voraussetzungen: Der Funtensee ist ringsum von Bergen eingeschlossen, im Winter dringen aufgrund des tiefen Stands der Sonne kaum Strahlen bis zum Boden. In klaren Nächten wird die Restwärme abgestrahlt, in Bodennähe bildet sich ein Kaltluftsee. Nur 100 Höhenmeter oberhalb des Sees lag am Tag des Kälterekords die Temperatur bereits um 27°C höher. Das Fehlen von Baumbestand verstärkt diesen Effekt sogar noch. Die Baumgrenze liegt in diesem Fall etwa 100 Meter oberhalb der Oberfläche des Sees. Im heißen Sommer 2006 war der Funtensee der einzige Ort in Deutschland, an dem Nachtfrost (-0,5°C) auftrat. Die touristischen Institutionen rund um Berchtesgaden freuen sich einerseits über die Aufmerksamkeit, die ihrem „kalten Fleckchen“ in den Medien zuteil wird, andererseits fürchten sie auch, dass ihnen die Touristen fern bleiben, da es “ja so kalt” werden kann. Aber alle seien beruhigt: Die am Funtensee gemessenen Temperaturen sind nicht repräsentativ für die Nationalparkregion und das Berchtesgadener Land.
Geografische Lage
Der Funtensee liegt auf 1601 m mitten im Nationalpark Berchtesgaden in der Nähe des Watzmanns. Mit einer Fläche von etwa 3,5 Hektar, einer Länge von etwa 230 Metern und einer Breite von etwa 150 Metern scheint der Funtensee ein kleiner, unscheinbarer Bergsee zu sein. Seine tiefste Stelle misst gerade einmal gut fünf Meter, gespeist wird er von oberirdischen Zuflüssen wie dem Stuhlgraben aus Südosten und dem Rennergraben aus Richtung Westen. Ein sichtbarer Abfluss existiert nicht. Die Alpenvereinshütte Kärlingerhaus (in der Regel von 22. Mai bis 12. Oktober geöffnet) liegt am Seeufer auf 1638 m. Der am häufigsten gewählte Anstieg erfolgt von St. Bartholomä am Königsee unschwierig in alpinem Gelände in knapp vier Stunden. Wenn Ihr im Sommer eine Wanderung dorthin unternehmen wollt, haben wir die Tour für Euch parat. Die Fahrt nach St. Bartholomä mit dem Schiff der Bayerischen Seenschifffahrt dauert etwa 30 Minuten. Für Skitouren oder Schneeschuhtouraspiranten gilt der Winterfahrplan. Demnächst erfahrt ihr hier, wie Ihr mit Tourenski den Funtensee erreichen könnt. Sollte der See einmal zugefroren sein (etwa alle fünf bis zehn Jahre einmal), kann man auf dem Eis bis St. Bartholomä laufen.
Einer will es wissen
Der Antenne Bayern-Moderator Wolfgang Leikermoser will sich der Kälte stellen und einige Tage und vor allem Nächte am Eisloch verbringen. Wie es ihm dabei ergeht, wie kalt es tatsächlich zurzeit dort wird und welche Aufstiegsroute auf Tourenski er benutzt hat, kann man auf der Homepage von Antenne Bayern verfolgen.
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