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Schneeschuhwandern: Peter Melchin verrät, auf was es ankommt

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Der erste Schnee ist gefallen, die Tage werden kürzer und wo einst ein klar gezeichneter Weg im Feld verlief, breitet sich nun eine weiße, ebene Decke aus. Der Winter ist da. Wer denkt, dass die Wandersaison damit ein Ende hat, der irrt.

Wandern kann man immer und überall, man muss manchmal einfach nur seine Ausrüstung den gegebenen Umständen anpassen. Im winterlichen Tiefschnee bedeutet das: Schneeschuhe müssen her.

outdooractive.com traf sich mit dem Extrem-Alpinisten Peter Melchin, der schon so manche Schneeschuhtour auf dem Buckel hat. Er verriet uns, was man beim Schneeschuhwandern beachten muss und worauf es ankommt.

Wann ist die beste Zeit zum Schneeschuhwandern?

Erstmal muss natürlich Schnee liegen. Und wer dann Geduld hat und wartet, bis der Ostwind kommt und der Vollmond zu sehen ist, der wird ein paar Tage mit nahezu perfektem Wetter zum Schneeschuhwandern erleben. Sonne und toller Schnee. Generell kann man natürlich in jedem Schnee laufen, aber am besten ist er, wenn er nicht zu pulverig und nicht zu feucht ist.
Wichtig ist natürlich auch, dass man niemals bei Lawinengefahr loslaufen sollte. Man sollte sich auf jeden Fall immer vorher über die Lawinengefahr bei Lawinenwarndiensten informieren. Das darf man nie unterschätzen.

Was macht das Schneeschuhlaufen im Vergleich zu einer schönen Sommertour anders oder interessanter?

Man erlebt die Natur völlig anders. Man geht nicht auf Wegen, die man schon kennt und die man sich oft mit vielen anderen Menschen teilen muss. Man läuft allein und sieht die wirkliche Natur fernab der Wege. Dabei muss man aber daran denken, die Naturschutzräume der Tiere zu beachten. Viele Tiere halten jetzt Winterschlaf oder sind in der Winterruhe. Da muss man dann abwägen, wo man zwar allein laufen kann, aber trotzdem die Natur nicht stört.

Wie weiß man, welcher Schneeschuh der richtige ist?

Die Schuhe sind natürlich entscheidend. Da gibt es große Unterschiede und im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, welche Art von Schuh zu ihm passt. Traditionell – der “Tennisschläger” – aus Alu oder Plastik. Für den Einsteiger sind allerdings jene Schneeschuhe zu empfehlen, die sich an der Ferse öffnen und schließen lassen. Das ist vielen Leuten oft angenehmer. Wichtig an den Schuhen sind auch die Riemen, mit denen sie um den Schuh befestigt werden. Schlaufen sind hier, meiner Erfahrung nach, schlechter, weil das Zuschnüren kompliziert ist und man deshalb schnell kalte Finger bekommt. Besser sind Clipverschlüsse wie beim Rucksack.

Welches Equipment ist darüber hinaus wichtig?

Man braucht auf jeden Fall Teleskopstöcke, die in der Länge verstellbar sind. Zum Bergablaufen kann man sie dann ein wenig länger machen, was die Gelenke entlastet. Auch sollte man immer eine Stirnlampe dabei haben. Im Winter wird es schnell dunkel und bei einer langen Tour wird man oft von der Nacht überrascht. Ansonsten empfehle ich die Zwiebeltechnik. So kann man sich bei einem schweißtreibenden Aufstieg schnelle Kühlung verschaffen und muss trotzdem beim Bergabgehen nicht frieren.

Hast du eine Schneeschuh-Lieblingsroute?

Ja, die Tour über die Hörnergruppe. Die ist im Sommer schon toll, aber im Winter unschlagbar. Die Tour ist auch für Einsteiger sehr geeignet, da man sie an verschiedenen Bergbahnstationen jederzeit abbrechen kann. Am besten, man nimmt sich zwei Tage Zeit und übernachtet auf einer der Hütten. Da wird man vermutlich sogar mehr Schneeschuhwanderer als Skitourenläufer treffen. Schneeschuhwandern ist eben zum Trendsport geworden.

Peter, vielen Dank für das Gespräch.

Peter Melchin ist im November 2008 von seiner Alpenüberquerung aufgebrochen. Keine normale Überquerung im Alpcross-Style von Nord nach Süd – er wanderte von Ost nach West von Wien nach Monte Carlo. Acht Monate war er unterwegs, legte dabei eine Strecke von 2000 Kilometern zurück und kletterte auf 20 Viertausender.

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Kommentare

  1. Die Welt im Schneeschuh-Fieber - Outdoor Magazin » outdooractive
    28.09.2009 10:05

    [...] Bereits vor einiger Zeit erklärte Peter Melchin fürs outdooractive-Magazin, worauf es beim Schneeschuhwandern ankommt. [...]

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