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Winterzeit, Unfallzeit? Bergwacht-Einsätze in Schnee und Eis

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Pünktlich mit dem Start der neuen Wintersaison beginnen auch für die Bergwacht die Einsätze in Schnee und Eis. Die ehrenamtlichen Rettungskräfte sind überall dort, wo Skifahrer, Snowboarder, Langläufer und Tourengeher in Gefahr geraten oder sich verletzen. Egal ob es ein verknackster Fuß auf der Loipe, eine Gehirnerschütterung auf der Piste oder ein Lawinenunglück ist – die Bergwacht rückt aus, um zu helfen.

outdooractive hat mit Peter Haberstock, dem Geschäftsführer der Allgäuer Bergwacht, über die winterlichen Rettungseinsätze gesprochen.

Die „heißen Tage“  stehen der Bergwacht um den Jahreswechsel bevor: Zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag, wenn sich die meisten Wintersportler auf den Hängen tummeln, könnten es allgäuweit schon mal bis zu 60 Einsätze am Tag werden, erzählt der Bergwachtler. Insgesamt kamen so in der vergangenen Wintersaison, zwischen Dezember 2007 und Mai 2008, rund 2100 Rettungseinsätze zusammen, kleine Erste-Hilfe-Leistungen nicht eingerechnet. Und die Tendenz steigt. Mit Ausnahme von besonders schlechten Wintern nimmt die Anzahl der Unfälle stetig leicht zu, was Haberstock allerdings auf die wachsende Anzahl der Ski- und Snowboardbegeisterten zurückführt. Der Wintersport wird im Verhältnis also sicherer.

Im Winter ist die Bergwacht immer präsent

Schwere oder gar tödliche Unfälle kommen natürlich vor, sind zum Glück aber eher selten. Von den ungefähr 20 Einsätzen im Jahr, in denen die Allgäuer Bergwacht nicht mehr helfen kann, entfallen drei Viertel auf die Sommer- und nur ein Viertel auf die Wintersaison. Die Gefahr, im Sommer bei einer Wanderung oder einer Bergtour abzustürzen, sei deutlich höher, als beim Skifahren tödlich zu verunglücken, so Haberstock. Trotzdem ist auch beim Wintersport Vorsicht geboten. Bei Schnee und Kälte ist eine schnelle Versorgung besonders wichtig, da die Verletzten leicht unterkühlen. Deshalb sind die ehrenamtlichen Helfer im Winter ständig an den Liften und Hängen präsent, um schnell vor Ort zu sein, wenn sie gerufen werden.

Auch abseits der Pisten

Unfälle passieren natürlich nicht nur auf den Pisten, sondern ebenso außerhalb – auch wenn ihre Anzahl nur einen sehr geringen Teil ausmacht. Betroffen sind Langläufer, Tourenskigeher, Schneeschuhwanderer und Rodler. Während es von Ersteren pro Saison nur jeweils eine Handvoll Verletzter gibt, stellen die Rodler mit bis zu 100 Einsätzen eine erstaunlich große Gruppe in der Unfallstatistik der Bergwacht dar. Einen Grund dafür sieht Peter Haberstock neben der häufig unterschätzten Geschwindigkeit und der damit zusammenhängenden Kolissionsgefahr auch im Alkoholkonsum, der oft mit dem Rodelvergnügen verbunden ist. Neben den üblichen Unfällen und Herz-Kreiskauf-Problemen, die überall auftreten können, kommt außerhalb der markierten Loipen und Pisten die Gefahr der Lawinen hinzu. Diese stellen die Retter vor ganz besondere Herausforderungen, was den Einsatz an Personen und Technik angeht.

Gefahr für die Retter

Wichtig sei hier vor allem ein gutes Risikomanagement, so der Geschäftsführer der Allgäuer Bergwacht. Da müsse abgewogen werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Lawine und damit die Gefährdung der Rettungskräfte ist. Ist diese zu groß, kann eine Bergung nicht stattfinden. Das komme aber fast nie vor, beruhigt Haberstock. Bei jedem Einsatz begeben sich die Männer und Frauen der Bergwacht selbst in Gefahr, Dienstunfälle bleiben da nicht aus. In den vergangenen Jahren ist im Allgäu nach Haberstocks Angaben aber kein Retter schwer oder gar tödlich verunglückt. Das soll auch diese Wintersaison so bleiben.

Die Kosten eines Bergwacht-Einsatzes, mit Ausnahme von Sondereinsätzen wie Lawinenbergungen oder Vermisstensuchen, belaufen sich übrigens je nach Schwierigkeit “pauschal” auf 190, 380 oder 760 Euro und werden von den Krankenkassen übernommen. Am besten aber ist, wenn das Team um Peter Haberstock gar nicht erst ausrücken muss.

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Kommentare

  1. Ski Heil - Die alpine Sicherheitswoche auf outdooractive.com | outdooractive Blog
    08.12.2008 09:50

    [...] werden, wie sie entstehen und wie Ihr Euch gegen sie schützen könnt. Wir berichten von den Erlebnissen und den Einsätzen einer Bergrettungsstaffel und stellen Euch die Pistenpolizei der Dolomiten vor. Darüber hinaus gibt es Tipps und [...]

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