Leise Spuren im Schnee – Wandern mit Schneeschuhen
Es ist mehr als eine Alternative zum Skifahren, Winterwandern oder Skitourengehen: Wer auf Schneeschuhen durch tief verschneite Winterwälder streift oder über sanfte, glitzernde Hänge und Berge wandert, dem wird ein ganz eigenes und besonderes Wintererlebnis zu Teil.
Wer kennt sie nicht, die weiten Almflächen, die dann im Winter unter der Schneedecke aussehen wie ein Feld aus frisch geschlagener Sahne. Wo im Sommer Schotter und verwurzelte Wege den Wanderer herausfordern, gibt es im Winter für den Schneeschuhwanderer nur unverspurte Pfade, die auf ihn zu warten scheinen.
Das ist Naturerleben in seiner reinsten Form, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Es hat etwas von einem wildromantischen Trapper-Dasein, abseits von den viel begangenen Winterwanderwegen auf knirschendem Schnee unterwegs zu sein, neue Ecken eines Tales zu erkunden, das man sonst vielleicht schon Jahrzehnte durchwandert hat.
Wandern mit Tennisschlägern unter den Füßen?
Schneeschuhe, die großen, länglichen „Teller“, haben ihren Ursprung denn auch bei den Inuit Nordamerikas: Da man mit Schneeschuhen ungleich weniger tief in den Schnee einsinkt, konnte die Suche nach Nahrung sehr viel kräftesparender erfolgen. Außerdem war es die traditionelle Art der Fortbewegung auf weiten, schneereichen Ebenen. Heute hat sich der Schneeschuh natürlich zu einem ausgeklügelten Outdoor-Produkt entwickelt, das mit den Konstruktionen aus Holz und Leder nicht mehr viel gemein hat. Es gibt für jedes Anwendungsgebiet den passenden Schuh: Leichte, stabile Kunststoffmodelle für harschen Schnee und Eis sowie solche mit Aluminiumrahmen für Pulverschnee in der Ebene und einen höheren Auftrieb. Doch das Prinzip ist immer das gleiche: Durch die vergrößerte Auflagefläche läuft es sich in tiefem Schnee leichter. Das schöne ist: Schneeschuhwandern muss man nicht wirklich „lernen“. Wer laufen kann, kann auch auf Schneeschuhen laufen. Ein paar – zugegebenermaßen breite und ungewohnte – Schritte und es kann losgehen. Zwei Stöcke mit Schneetellern sorgen für das Gleichgewicht und den zusätzlichen Antrieb, ansonsten reicht eine wintertaugliche Wanderausrüstung mit vor allem festen, wasserdichten Stiefeln, mit denen man in der Bindung guten Halt hat.
Tipp: Ein Seil von ca. 1,5 Meter Länge sollte man vorsichtshalber dabeihaben. Denn sollte die Bindung entgegen aller Herstellerangaben doch einmal ihren Dienst verweigern, lässt sich so der Schuh schnell und unkompliziert an Fuß fixieren – Ihr werdet froh sein, Euren Weg auf BEIDEN Schneeschuhen fortsetzen zu können…
Lautlos durch den Wald
Schon geht es los zu einer Schneeschuh-Tour, die uns ohne Lift und Skitrubel auf märchenhafte und wildeinsame Wege führt. Sei das Ziel eine Hügelkuppe, eine Alm oder ein hochgelegener Gipfel – mit Schneeschuhen erschließen sich einem unzählige Wandermöglichkeiten abseits der markierten Pfade, für Anfänger und Genusswanderer gleichermaßen wie für ambitionierte Berg-Freaks. Das ist natürlich kein Freibrief, um einfach drauflos zu marschieren, auch hier gibt es bestimmte Regeln, die es zu befolgen gilt. Am besten orientiert man sich an schon bestehenden Wanderwegen oder schließt sich gleich einer geführten Schneeschuh-Tour an. Der Guide sorgt nicht nur für die richtige Wegführung, sondern erläutert auch wichtige Punkte zur Wetter-/Schneelage und zur aktuellen Lawinensituation, die in ungesichertem Gelände und oberhalb der Baumgrenze relevant wird. Wenn man sich für seine Schneeschuh-Touren in alpines Gelände begibt, ist der routinierte Umgang mit der Lawinen-Notfallausrüstung – Suchgerät, Schneeschaufel und Sonde – vonnöten. Im Tal dürfen z.B. keine Wildfutterplätze durchquert werden oder Waldgebiete, in denen aufgeforstet wird.
Berücksichtigt man diese Hinweise oder belegt man gar entsprechende Kurse oder Fortbildungen beim DAV oder bei Bergschulen, steht einem ungetrübten Schneeschuh-Erlebnistag nichts mehr im Wege. Es lohnt sich, bereits früh morgens aufzubrechen, wenn der Schnee noch frisch und fest ist und eine ganz besondere Stille über den Tälern und Gipfeln liegt. In den Pausen nach einem Anstieg oder auf einer Bergkuppe stellen sich dann jene besonderen Momente ein, die schwer zu beschreiben sind und die man wohl nur auf Schneeschuhen erleben kann.
Hier könnt Ihr Eure Schneeschuhtour ganz individuell mit dem outdooractive-Tourenplaner selbst erstellen.
Weitere Infos findet Ihr unter:
Verwandte Artikel
Kommentare
Ihr Kommentar
Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

- Bewertungen: 9
03.02.2009 08:33
[...] und Material wurden immer weiter verbessert und bald erkannte man, dass sich Schneeschuhe auch sehr gut für den Freizeitsport eignen. Heute erfreuen sie sich einer stetig wachsenden [...]
04.02.2009 09:01
[...] den Skitourengehern vorbehalten war, entdecken seit einiger Zeit auch die Nichtskifahrer für sich. Schneeschuhwandern ist mehr als eine Fortbewegungsart in der freien Natur. Dieser Meinung waren auch die Teilnehmer [...]
07.05.2009 14:45
[...] Auch die ein oder andere Alpe hat im Winter geöffnet. Ein ganz besonderes Erlebnis stellt das Schneeschuhwandern dar: Hierbei kann man auch abseits der markierten Wege und im Tiefschnee unterwegs sein – [...]