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Rodel returns – Ein traditionsreicher Sport kehrt zurück

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Wenn sich die erste Schneedecke des Winterhalbjahres über den Hängen schließt, werden auch die Rodel wieder hervorgeholt. Sei es der alte Holzschlitten aus Omas Keller oder der schnittige Sportrodel aus dem Fachgeschäft – Rodeln ist als Wintersport und Alternative zum Pistenzirkus und Liftgedrängel „in“ wie nie.

Tourenrodeln heißt der neue Trend: Am Anfang steht ein etwas längerer Aufstieg, dann wird – ganz nach dem Motto „Wer viel geht, fährt auch viel“ – auf langen Strecken über mehrere Kilometer hinabgerodelt. Neue Naturrodelbahnen werden präpariert und/oder beleuchtet sowie schon bestehende beworben. Rodeln steht nicht länger im Schatten von „richtigen“ Wintersport-Disziplinen wie Skifahren und Snowboarden, sondern ist fest im Angebot der Wintersport-Destinationen verankert.

Wer sagt, Rodeln sei nur etwas für Kinder, ist noch nicht wirklich gerodelt. Zu vielfältig und abwechslungsreich sind die Rodeltouren der Alpen, was ihren Anspruch und ihre Eignung angeht. Das reicht von einem kurzen Schlittenberg, an dem man den Rodel einfach laufen lässt, bis zu einer 14-km-Strecke mit zahlreichen Kurven. Rodeln wird zum Breitensport und lässt sich dennoch mit den Prämissen eines umweltbewussten Bergtourismus gut vereinbaren.

Auch wer Rodeln nicht gleich als Wettkampfsport betreiben will, den erwartet ein Wintervergnügen der besonderen Art: Eine Rodeltour mit Freunden oder der Familie, zu zweit oder in der Gruppe besteht gewöhnlich aus einem Anstieg durch die verschneite Winterlandschaft und der Abfahrt. Dazwischen lädt meist eine gemütliche Hütte oder ein Berggasthaus zur Einkehr und Rast ein, was sicherlich neben der Wanderung ein Höhepunkt der Tour ist. Bei einer Auffahrt mit der Bergbahn entgeht einem zwar die Winterwanderung, dafür kann man das Rodelvergnügen gleich mehrmals hintereinander genießen.
Rodeln ist keine Sportart, die man lernen muss, die richtige Technik vor allem beim Lenken und Bremsen hilft jedoch ungemein und vergrößert den Fahrspaß. Auch sollte man sich für ein Modell entscheiden, das am ehesten den eigenen Fertigkeiten und Interessen entspricht.

Holzrodel oder „Davoser Rodel“

Bei diesen starren, wenig flexiblen Holzrodeln muss man einseitig bremsen, um eine Kurve zu fahren. Gewichtsverlagerung bringt hier meist wenig bis nichts. Dabei stemmen wir nicht nur die Ferse in den Schnee, sondern setzen den ganzen Fuß auf – die Knöchel werden es einem danken. Um der Fliehkraft etwas entgegenzusetzen, neigen wir den Oberkörper in die Kurveninnenseite.

Sport- und Tourenrodel

Diese Rodel verfügen über Gummilager und sind für eine sportlichere Fahrweise geeignet. Die Kurven werden hierbei durch Gewichtsverlagerung gefahren, das klappt sogar auf Eis. Dazu muss jedoch natürlich auch gebremst und der Rodel mit dem Fuß in die entsprechende Richtung gedrückt werden. Der Oberkörper wird in die Kurve gelegt, die Außenkufe belastet. Wir ziehen einseitig am Leitriemen und verziehen somit die Kufen. Man merkt, dieser Stil ist eher für ambitionierte Rodler gedacht.

Für alle Rodel heißt es zum Bremsen: Füße in den Schnee, bis er einem um die Ohren fliegt. Wenn es einmal schnell gehen muss, ziehen wir den Vorderteil des Rodels am Riemen nach oben und verlagern unser Gewicht nach hinten. Für stark vereiste Bahnen gibt es sogar spezielle Rodelschuhe mit Spikes an den Fersen.

Hier haben wir für Euch noch einige Tipps für den ungetrübten Rodelspaß zusammengestellt:

Rodeln und Frieren macht keinen Spaß. Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick anzuziehen – der Anstieg zu einer rasanten Rodelbahn kann auch mal schweißtreibend sein. Und bei der Abfahrt gilt es, dem kalten Fahrtwind zu trotzen. Wie bei anderen Outdoor-Sportarten ist auch hier das Zwiebel-Prinzip zu empfehlen, also mehrere Schichten übereinanderzutragen und je nach Anstrengung an- oder abzulegen. Außerdem sind Skibrille, Mütze, Skihose, evtl. Gamaschen und dicke Handschuhe (nicht aus Wolle!) wichtig. Für Kinder ist auch ein Helm zu empfehlen. Da wir auch mal bremsen müssen, sind feste Stiefel oder Bergschuhe ratsam – auf keinen Fall Skischuhe! Wer nachts auf einer unbeleuchteten Rodelbahn unterwegs ist, braucht auch eine Stirnlampe. Nicht nur, damit man selbst sieht, wo man hinfährt, sondern auch um von anderen Nachtrodlern besser wahrgenommen zu werden. Ein Zugseil für den Rodel ist für den Aufstieg empfehlenswert, um die Leine verlängern zu können.

Wenn wir die Rodelbahn hinaufgehen müssen, gehen wir am Rand entlang und im Gänsemarsch hintereinander. Für einen gemütlichen Schwatz ist nachher auf der Hütte auch noch Zeit. In Kurven halten wir uns an der Innenseite.

Wenn man die Fahrt kurz einmal unterbrechen muss, tun wir das wenn möglich an einer übersichtlichen Stelle, an der uns die nachfolgenden Rodler sehen können. Ein solcher kurzer Stop kann bisweilen sehr lohnend sein: Oft hat man von bestimmten Punkten der Rodelstrecke eine tolle Sicht ins Tal – besonders reizvoll ist das natürlich im Dunkeln – und auf die umliegenden Berggipfel.

Links sind Bäume, rechts sind Bäume und dazwischen Zwischenräume

Manchmal wird man schneller, als einem lieb ist – bei hartem Schnee, Eisplatten oder starkem Gefälle. Also immer kontrolliert fahren und die eigenen Rodel-Fähigkeiten nicht überschätzen – das gilt vor allem nach einer gemütlichen Einkehr mit etwaigem Alkoholkonsum…

Beim Rodeln ist der Kopf oben, die Beine sind vorne – alles andere ist gefährlich und macht bei einem Sturz nicht viel Freude. Wenn es einen doch mal vom Rodel wirft, sollten wir möglichst schnell aus dem Weg gehen – zur Not auch unter Schmerzen. Ein Zusammenprall mit anderen Rodlern wäre fatal.

Beim Fahren halten wir den Rodel an der Schlaufe fest, so dass er uns auch bei einem Sturz nicht abhanden kommt – es wäre schade darum. Und einen Waldhang hinab- und wieder hinaufzukraxeln, um den herrenlosen Rodel zu holen, kostet nur unnötig Energie.

Wenn man zu zweit auf einem Rodel unterwegs ist, herrscht traute Einigkeit: Beide sollten stets gleichzeitig bremsen, lenken und ihr Gewicht in die gleiche Richtung verlagern. Meist hat die leichtere Person das schwerere Los gezogen, vorne zu sitzen. Hier kommt wieder die Skibrille ins Spiel, um den Durchblick zu behalten.

Einen schneereichen Winter und viel Spaß beim Rodeln wünscht Euch Euer Team von outdooractive.com!

Mehr Infos findet Ihr unter
www.rodeln.com
www.rodel-schlitten-web.de

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