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Neue Ziele und ausgetretene Pfade – Ein Interview mit Thomas Huber

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Der Film „Am Limit“ machte die Berchtesgadener Brüder Thomas und Alexander Huber berühmt. Die beiden Huberbuam versuchen hier den Speedclimbing-Rekord an der Nose des El Capitan im Yosemite Park zu brechen. Dies gelang ihnen im Jahr 2007, als sie die fast 1000 Meter hohe Wand in nur 2 Stunden und 48 Minuten bezwangen. Im Oktober 2008 wurde diese Zeit von Yuji Hirayama und Hans Florine mit 2 Stunden und 37 Minuten unterboten.

Wir trafen Thomas Huber, den älteren der Brüder, auf dem AlpinTag 2008 und sprachen mit ihm über den Wert von Rekorden, seine Ziele und über den Familienvater Thomas Huber.

Was sagst Du zu dem Rekord von Hirayama und Florine an der Nose?

Ich habe immer gewusst, dass die beiden unseren Rekord wieder brechen werden. Deshalb hat mich die Nachricht auch nicht überrascht. Ich könnte jetzt anfangen zu trainieren und dann im nächsten Jahr mit meinem Bruder den Rekord vermutlich wieder brechen. Aber dann kommen die beiden und sind wieder ein bisschen schneller. Das kann dann lange Zeit hin und her gehen.
Ich hab den Rekord einmal geholt. Das war mir wichtig. Mein Leben lang den Rekord halten, das kann ich ohnehin nicht.

Das heißt, Du wirst nicht versuchen, den Rekord erneut zu holen?

Im Augenblick reizt mich das nicht. Da sind mir erstmal andere Sachen wichtiger. Ich hab noch so viele Pläne für interessante Expeditionen.
In fünf Jahren, wenn der Florine zu alt ist, um dann noch einmal schneller als ich zu sein, dann versuch ich es vielleicht noch mal.

Welche neuen Projekte beschäftigen Dich denn im Augenblick?

Ich will demnächst in die Antarktis und die großen Wände besteigen. Aber das ist noch nicht ausgearbeitet… Generell geht es mir um neue Ziele, Erstbegehungen. Ich will keine ausgetretenen Pfade mehr laufen.

Wie lange dauert die Vorbereitung für solch ein Projekt und wie bereitest Du Dich darauf vor?

Für die Nose zum Beispiel haben wir uns damals ca. 2 Monate vorbereitet. Für eine Expedition in die Antarktis wird das ähnlich lang dauern. Das meiste – und vor allem auch relevante – Training findet dabei vor Ort statt.  In Deutschland trainiere ich im Vorfeld mit Treppenlaufen. Das macht doch jeder so. Ich lauf den ganzen Tag Treppen oder an Skischanzen hoch. Da bekommt man eine gute Grundfitness.

Thomas, Du hast zusammen mit Deiner Frau mittlerweile drei Kinder. Was sagen die dazu, wenn Du extreme Unternehmungen wie Expeditionen in der Antarktis angehst?

Man muss da natürlich Kompromisse machen, vor allem, was die Zeit angeht, die man mit der Familie verbringt. Da muss ich auch Abstriche machen, vor allem im Training. Das andere ist natürlich das Vertrauen. Meine Frau weiß, dass sie sich hundertprozentig auf mich verlassen kann; dass ich keinen Blödsinn mache und immer vorsichtig bin.

Geht jemand wie Du eigentlich überhaupt noch wandern?

Nein, nur mit der Familie. Wenn ich zu einer Kletterwand gehe, dann ist das ja schon eine Wanderung. Wobei ich sagen muss, dass wir in Berchtesgaden natürlich am schönsten Flecken der Welt wohnen. Und wie gesagt: Mit meiner Familie geh ich schon noch wandern. Wir gehen dann gern um den Königssee oder zum Hohen Göll.

Wenn du im Gebirge unterwegs bist, gibt es da ein Gericht, dass du dir auf jeder Hütte immer wieder bestellst? Ein Lieblingsessen in den Bergen?

Kaiserschmarrn, da geht nix drüber.

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Kommentare

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