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Brigitte Schiebel und das Transalpine-Run-Fieber

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Ihr Ziel war es, gesund anzukommen. Das hatten sich Brigitte Schiebel und Alexandra Hagspiel vom Team Orthomol für den Gore-Tex Transalpine-Run 2008 vorgenommen. Gemeinsam mit knapp 500 anderen Teilnehmern aus 28 Ländern starteten die beiden Immenstädterinnen am 30. August in Ruhpolding, um die Alpen zu überqueren. Bis zur Zielankunft in Sexten (Südtirol) mussten in nur 8 Tagen ca. 300 km Wegstrecke und 14 200 Höhenmeter Aufstieg bewältigt werden.

Die beiden Sportlerinnen hatten uns im Vorfeld von ihren Erwartungen an den Lauf erzählt, nun berichtet Brigitte Schiebel mit einigem Abstand über ihre Erfahrung bei einem der härtesten Bergläufe Europas.

Der Startschuß zur ersten Etappe fällt um 11 Uhr in Ruhpolding. „Mit 38 km und 1200 Höhenmetern gerade richtig zum Warmwerden“, findet Brigitte Schiebel. Und wirklich, die beiden Frauen mit der Startnummer 98 kommen gut voran und erreichen als zweites Damenteam das Ziel.

Aber schon am zweiten Tag verlässt sie das Glück und die erhoffte Gesundheit: Alexandra Hagspiel kämpft mit einer entzündeten Sehne im Schienbein, die ein Weiterlaufen, vor allem im Flachen und bei den Abstiegen, nur unter großen Schmerzen zulässt. „Vermutlich war heute unser letzter Tag“, fürchtet ihre Teamkollegin. Und sie sollte Recht behalten. Obwohl das Damenteam die zweite Etappe noch mit einem hervorragenden dritten Platz beendet, muss Alexandra Hagspiel am dritten Tag aufgeben. „Zu realisieren, dass der Traum vom gemeinsamen Zieleinlauf geplatzt ist, ist für uns beide nicht leicht“, gesteht Brigitte Schiebel. Vorwürfe gibt es keine: Die Gesundheit geht vor. Aber die Enttäuschung ist natürlich groß, immerhin hatten die beiden einen ganzen Sommer auf ihre Alpenüberquerung hingearbeitet.

Während die verletzte Alexandra Hagspiel den Transalpine-Run nur noch aus dem Begleitbus miterleben kann, schließt sich Brigitte Schiebel, wie es das Reglement vorschreibt, dem zweiten Team ihres Sponsors Orthomol an. Für sie ist das Rennen damit aber ebenfalls so gut wie gelaufen. „Der Transalpine-Run ist in für mich erster Linie ein Wettkampf und der ist mit dem Ausscheiden von Alex beendet. Grund mich zu quälen habe ich also eigentlich nicht mehr.“ Trotzdem läuft sie, wenn auch nicht mehr mit Höchstgeschwindigkeit, ohne ihre Partnerin weiter.

Gemeinsam mit einem Läuferteam aus Wertach überschreitet Brigitte Schiebel am 6. September nach 44 Stunden und 26 Minuten die Ziellinie in Sexten. „Ein wunderschöner Moment, wenn doch auch voller Wehmut. Zusammen mit meiner Teampartnerin wäre das Erlebnis unendlich schöner gewesen.“

So wie Alexandra Hagspiel erging es beim diesjährigen Transalpine-Run vielen Teilnehmern. Von 240 gestarteten Teams sind nach der siebten und vorletzten Etappe nur noch 170 im Rennen. Ein Hinweis darauf, dass die Wegführung dieses Jahr doch zu anspruchsvoll war? „Im Vergleich zu letztem Jahr war es deutlich härter. Gerade bei der Hitze haben die langen Strecken doch ganz schön Körner gekostet“, beurteilt Brigitte Schiebel den Lauf.

Trotzdem war der Gore-Tex Transalpine-Run für die Sportlerin ein unbeschreibliches Erlebnis: dank der Stimmung unter den Teilnehmern und der großartigen Landschaft. Und auch wenn es viele andere Wettkämpfe und Ziele gibt – nächstes Jahr ist sie wahrscheinlich wieder am Start. „Wer einmal infiziert ist, wird das Transalpine-Run-Fieber so schnell nicht mehr los, zumal ja nächstes Jahr wieder die harmlosere und wie ich finde schönere Strecke von Oberstdorf ins Vinschgau dran ist“.

Wir werden sie und ihre Teamkollegin auch dann wieder begleiten.

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Kommentare

  1. Einmal über die Alpen – egal in welcher Sportart | outdooractive Magazin
    15.06.2009 10:12

    [...] schnellere Möglichkeit, die Alpen per pedes zu durchqueren, ist die Teilnahme am jährlichen Transalpine Run. Hier laufen Zweierteams in acht Etappen über die Alpen. Im September 2009 führt die Route des 5. [...]

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