„Plan A ist es, gesund anzukommen“ – Ein Frauenteam beim Goretex-Transalpine-Run 2008
300 km über die Alpen, in nur 8 Tagen und dabei 14.200 Höhenmeter überwinden – das ist nicht nur etwas für harte Männer, sondern auch für starke Frauen. Das meinen zumindest Brigitte Schiebel und Alexandra Hagspiel. Die beiden Immenstädterinnen starten am 30. August als Team Orthomol beim Goretex-Transalpine-Run.
Für die 32-jährige Brigitte Schiebel ist es bereits die zweite Teilname an dem bekannten Berglauf. Letztes Jahr kam sie mit ihrer damaligen Laufpartnerin auf einen großartigen zweiten Platz unter den Frauenteams. Nachdem nicht sicher war, ob ihre Partnerin dieses Jahr wieder starten würde, musste sie sich nach Ersatz umschauen. „Da war die Alex die erste, die mir eingefallen ist. Erstens weil sie super gut ist und zweitens, weil sie aus meinem eigenen Verein kommt“ erzählt Brigitte Schiebel.
Laufen als Teamsport
Das Laufen im Team ist ein Aspekt, der die beiden Frauen vom TV 1860 Immenstadt am Transalpine-Run reizt, tritt man doch bei den meisten Läufen als Einzelkämpfer an. „Im Team ist’s einfach super“, findet Brigitte Schiebel. Und ihre Teamkollegin ergänzt: „Da hat man jemanden, mit dem man die Erlebnisse teilen kann – und wenn alles gut geht, im Ziel auch den Erfolg.“
Einen Partner auf ähnlichem sportlichen Niveau zu finden, ist gar nicht so einfach und der Schwächere im Team läuft leicht Gefahr, sich zu übernehmen. „Da ist Kommunikation alles“, so die 28-jährige Alexandra Hagspiel. „Man muss ganz offen sagen, wenn man nicht mehr kann oder es einem zu schnell geht und darf da keinen falschen Stolz haben.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Teams, die an dem Berglauf teilnehmen, kommen die beiden Frauen von Team Orthomol aus derselben Gegend, kennen sich gut und können viel zusammen trainieren. Ein Vorteil bei einem so extremen Lauf.
Faszination Berglauf
Auf dem Papier ist Alexandra Hagspiel momentan die Stärkere, dafür ist Brigitte Schiebel die Erfahrenere was Bergläufe angeht. Die seien im Vergleich zu Marathons in der Ebene härter, aber auch abwechslungsreicher, so die beiden Immenstädterinnen, . Von wenigen Asphaltstrecken über Forstwege und Wanderpfade bis hin zu Geröllhalden – im Gebirge ist alles dabei. Und wer bei all den Strapazen noch Zeit hat sich umzusehen, kann die reizvolle Landschaft der Bergwelt genießen.
Selbstverständlich muss man so ein Rennen in den Alpen langsamer angehen und seine Kräfte anders einteilen. Dabei kommt den beiden Sportlerinnen aus dem Oberallgäu zugute, dass sie in unmittelbarer Nähe zu den Bergen leben. Sie sind es gewohnt, sich im alpinen Gelände zu bewegen und haben damit einen klaren Vorsprung gegenüber den „Flachländern“, wie Alexandra Hagspiel sie nennt.
Nicht nur was für Profis
Für ihren Sport finden die beiden berufstätigen Frauen nur nach der Arbeit und am Wochenende Zeit, einen festen Trainings- oder Ernährungsplan gibt es nicht. „Wir sind immer noch Freizeitsportlerinnen“, sagt Alexandra Hagspiel, „aber halt auf einem extremen Niveau“. Mit ihren sportlichen Leistungen verdienen die beiden gelernten Bankkauffrauen zwar kein Geld, für den Transalpine-Run hat sich aber immerhin ein Sponsor gefunden. Der Hersteller von Sportnahrungsergänzungsmitteln, Orthomol, übernimmt die Startgebühr, kleidet die beiden Frauen ein und stellt einen Teil der Verpflegung. Bei einer Startgebühr von über 1000 Euro eine große Hilfe. Die gehen für die Streckenplanung, einen Teil der Verpflegung, tägliche Siegerehrungen und die abendlichen „Nudelparties“ zur Aufnahme von Kohlenhydraten drauf. „Das ist viel Geld“, findet auch Brigitte Schiebel, „aber die Veranstalter kümmern sich auch wahnsinnig.“
Die Frauen vom Team Orthomol versuchen, sich selbst nicht unter Druck zu setzen. „Wenn einer besser ist als wir, dann ist das eben so“, meint Alexandra Hagspiel. „In den acht Tagen kann so viel passieren.“ Bei einem solchen Extremlauf, dazu noch in unwägbarem Gelände, ist die Verletzungsgefahr groß. Daher hat sich Brigitte Schiebel, trotz der guten Platzierung im letzten Jahr, nur ein Ziel gesetzt: „Gesund ankommen, das ist das Wichtigste!“
Wir drücken die Daumen und hören nach dem Rennen im September natürlich nach, wie es Brigitte Schiebel und Alexandra Hagspiel bei ihrem achttägigen Berglauf über die Alpen ergangen ist. Allgemeine Informationen zum diesjährigen Goretex-Transalpine-Run findet Ihr in unserem Artikel vom 21. März 2008.
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- Bewertungen: 27
21.10.2008 08:47
[...] Wegstrecke und 14 200 Höhenmeter Aufstieg bewältigt werden. Die beiden Sportlerinnen hatten uns im Vorfeld von ihren Erwartungen an den Lauf erzählt, nun berichtet Brigitte Schiebel mit einigem Abstand über ihre Erfahrung bei einem der härtesten [...]